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Porsche Cayman S  Praxistest: Porsche Cayman S

Hart dran



Der Porsche Cayman kratzt immer mehr am Thron seines großen Bruders 911. Fahrdynamisch zumindest ist er ihm schon dicht auf die Pelle gerückt. Reicht es auch sonst zur Kraftprobe?

 
Porsche Cayman S
  
Porsche Cayman S - Foto: Grundhoff Porsche Cayman S- Foto: Grundhoff Porsche Cayman S- Foto: Grundhoff Porsche Cayman S- Foto: Grundhoff Porsche Cayman S- Foto: Grundhoff Porsche Cayman S- Foto: Grundhoff
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Porsche Cayman S (2013)
Porsche Cayman
Porsche Cayman S
[+] Sehr gute Fahrleistungen, sehr ausgewogenes Sportfahrwerk, agiles Handling, präzise Lenkung, solides Platzangebot, akzeptabler Kofferraum, ausgezeichnete Verarbeitung, sehr wertstabil
[-] Hoher Preis, mickrige Serienausstattung, unübersichtliche Karosserie, teures Automatikgetriebe

Vor einigen Jahren noch hätte sich ein 911er-Fahrer glücklich geschätzt, hätte er über eine Motorleistung von 320 PS verfügen dürfen. Jetzt gibt es das schon eine Klasse darunter: Nach dem bislang letzten Leistungsschub und der Einführung der neuen Direkteinspritzer-Triebwerke arbeitet im Zentrum des Cayman S ein 3,4 Liter großer Boxermotor mit 235 KW/320 PS und einem maximalen Drehmoment von 370 Nm bei 4.750 U/min.

Von 0 auf 100 km/h rennt er in 5,1 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt jenseits der 275 km/h - da ist der 911 Carrera auch nicht so viel schneller. Doch es ist nicht allein der Vortrieb, der darüber nachdenken läßt, ob es wirklich immer gleich ein 911er sein muss. Denn der hat sich mittlerweile vor allem auch preislich in eine andere Liga oberhalb von 100.000 Euro verabschiedet.

Fahrdynamisch gibt es für den Alltagspiloten kaum Gründe, den heckbetonten Porsche 911 dem Mittelmotor-Cayman vorzuziehen. Das geringe Leergewicht von 1.350 Kilogramm macht sich in jeder Kurve bemerkbar und der 3,4 Liter große Sechszylinder brüllt hinter den griffigen Sportsitzen derart laut, dass schon beim ersten Hinhören kein Zweifel an den beeindruckenden Fahrleistungen aufkommt.

Dabei ist das Triebwerk nach den jüngsten Modifikationen bestens auf eine engagierte Zusammenarbeit mit dem siebenstufigen Doppelkupplungs-Getriebe PDK abgestimmt. Im Automatikmodus dreht der Boxermotor bei langsamer Fahrt kaum mehr als 1.500 Touren – niedriger als man ihn normalerweise mit dem knackigen manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe fahren würde. Schon ab Tempo 60 brabbelt der Sechszylinder im sechsten Gang vor sich hin. Ein Kick auf das Gaspedal - und die Schaltung springt rasend schnell bis zu vier Stufen zurück und peitscht den Hecktriebler unnachgiebig nach vorn.

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Bullig und kraftvoll
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Die Gewichtsverteilung ist - typisch Mittelmotor - vorbildlich und so lässt sich der Cayman S auch im Grenzbereich problemlos im schnellen Galopp bewegen. Das Heck stellt sich nur dann aus, wenn der Fahrer es mit Gasstößen dazu animiert. Nach wie vor ein Genuss ist die präzise Lenkung, mit der der Fahrer jede noch so enge Kurve zentimetergenau anpeilen kann. Dabei wirkt der Cayman S nie so bullig und kraftvoll wie ein 911er.

Im direkten Vergleich kann das schon einmal hektisch erscheinen - gerade wenn der stärkste Cayman mit einem Sportpaket ausgestattet ist, das neben Sportsitzen und elektronisch einstellbaren Dämpfern auch 19-Zoll- Räder bereitstellt. Für den sportlichen Tatendrang eine prima Sache - ansonsten aber überflüssig. Die 18-Zöller des Cayman S reichen völlig aus. Die elektronischen Dämpfer sind in ihrer Spreizung dagegen sinnvoll, bieten sie dem Porsche-Fahrer doch alle Möglichkeiten von straff bis hart.

Wie bei den meisten anderen Hersteller werden auch bei Porsche die Lichtsysteme immer wichtiger. Dabei geht es nicht nur um den rechten Weitblick, sondern auch um eine unverwechselbare Note. Die LED-Rücklichter des Cayman können mit ihrer Muschelform bei Nacht gefallen. Das Tagfahrlicht des Cayman ist mit den schmalen Horizontalstegen in der Frontschürze jedoch nicht so einprägsam wie das des 911er.

Der Innenraum des Porsche Cayman ist wertig, Schalter und Bedienheiten übersichtlich und gut bedienbar. Jedoch fehlt nach wie vor der letzte Chic und etwas Liebe zum Detail. Groß ist der Unterschied zum 911 nicht. Beim Kofferraum ist der Cayman bauartbedingt durch seinen Mittelmotor sogar im Vorteil. Die Laderäume vorne und hinten schlucken zusammen 410 Liter. Das reicht für alles Wesentliche.

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Ohne "S" geht´s auch
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Der Basispreis des Cayman liegt bei 50.314 Euro. Der stärkere Cayman S startet bei knapp 62.000 Euro. Schon aufgrund der schlechten Serienausstattung ist der Einsteiger-Porsche damit allerdings alles andere als ein Schnäppchen. Denn ohne Xenonlicht, Voll-Ledersitze, Navigationssystem und weitere kleine Annehmlichkeiten sollte man seinen Cayman S gar nicht erst bestellen. Schnell fällt dann die 70.000-Euro-Marke.

Das knapp 3.000 Euro teure Doppelkupplungs-Getriebe ist praktisch, jedoch zu teuer und keineswegs ein Muß. Mit ihm verspricht Porsche einen Durchschnittsverbrauch von 9,4 Liter SuperPlus auf 100 Kilometern. Das ist ein halber Liter weniger als mit der serienmäßigen Sechsgangschaltung. In der Realität verbraucht der Cayman S jedoch auch mit PDK elf Liter. Damit ist der Zuffenhausener angesichts der 320 PS Leistung weder Säufer noch Sparwunder.

Wer sich für einen sportlichen und vergleichsweise preiswerten Porsche interessiert, der sollte es beim normalen Porsche Cayman belassen. Der ist mit seinen 265 PS sportlich genug und man muss für eine entsprechende Ausstattung sowieso noch 10.000 Euro an Extras draufrechnen. Der Cayman S ist fahrdynamisch eine Versuchung. Doch was fehlt, das ist das Image. Ein Cayman ist eben daoch kein Porsche 911. Das merkt man auch beim Wiederverkauf: Der Abstand auf der Straße ist kleiner denn je aber nicht der in den Köpfen der Kunden.

Porsche Cayman S
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Fotos: Grundhoff
Ort: München

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