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Peugeot RCZ 1.6 200 THP  Praxistest: Peugeot RCZ THP 200

Grand Vitesse



Im 200. Jahr seines Bestehens feiert sich Peugeot sportlicher denn je. Im Geburtstagsjahr ist der RCZ 200 das sportlichste, was die französische Löwenmarke aktuell in ihrem breiten Portfolio hat.

 
Peugeot RCZ 1.6 200 THP
  
Peugeot RCZ 1.6 200 THP - Foto: Hersteller Peugeot RCZ 1.6 200 THP- Foto: Hersteller Peugeot RCZ 1.6 200 THP- Foto: Hersteller Peugeot RCZ 1.6 200 THP- Foto: Hersteller Peugeot RCZ 1.6 200 THP- Foto: Hersteller Peugeot RCZ 1.6 200 THP- Foto: Grundhoff
Peugeot RCZ 1.6 200 THP
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Peugeot RCZ 1.6 200 THP
Peugeot RCZ 1.6 200 THP
Peugeot RCZ 1.6 200 THP
[+] Gute Fahrleistungen, ausgewogenes Sportfahrwerk, agiles Handling, präzise Lenkung, sehr ordentliches Platzangebot vorne, bequeme Sitze, einfache Bedienung, exakte Schaltung, relativ großer Kofferraum, akzeptabler Preis
[-] Unübersichtliche Karosserie, gewöhnungsbedürftige Sitzposition, kaum Platz im Fond, spürbare Antriebskräfte, keine Kopfairbags, hoher Verbrauch

Unwahrscheinlich, dass Peugeot damit gerechnet hat, für den frankophilen Zwilling des Audi TT derart viel Applaus zu bekommen. Doch so wurde die Studie des RCZ ohne große Veränderungen bis zur Serie durchgewunken. Das ist in der zweiten Hälfte der 90er Jahre zuletzt Audi passiert – eben beim TT. Der sportliche Zweisitzer namens RCZ, den Peugeot als 2+2-Sitzer anbietet, ist - negativ ausgedrückt - denn auch ein Abklatsch des TT, eine Kopie. Aber was für eine.

Hätte BMW oder Mercedes einen ähnlichen Sportler vorgestellt, wäre der Aufruhr groß gewesen. Doch bei Peugeot, deren Serienfahrzeuge in den vergangenen Jahren mehr bei Familien und Senioren denn bei Sportwagenfans ankamen, wurde der RCZ zu Recht als großer Wurf gefeiert. Schließlich bekannte sich Peugeot damit nach vielen Jahren erstmals wieder zu echter Sportlichkeit.

Abgesehen vom klasse Design in der geduckten Form eines veritablen Mantarochens ist der nur 1,36 Meter hohe RCZ auch technisch auf der Höhe der Technik. Das straff abgestimmte Fahrwerk ist sehr gut abgestimmt und die Kombination aus direkter Lenkung und leicht knochiger Handschaltung kennt man bestens von anderen Sportwagenmarken.

Sind die schwächeren Motorvisionen alles andere als Idealbesetzungen des RCZ, so kann das 200 PS starke Topmodell trotz seiner überschaubaren 1,6 Litern Hubraum um so mehr gefallen. Der aufgeladene Vierzylinder stammt aus dem Hause BMW und ist ein wahrer Lustbringer. Zwar hat der Fahrer nie Zweifel daran, mit einem überschaubaren Hubraum und vier Brennkammern unterwegs zu sein - doch genau das ist es, was viele in dieser Klasse wollen. Von 0 auf 100 km/h in - na ja - 7,5 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von rund 240 km/h sind Werte, die es auch mit den Modellen der Konkurrenz aufnehmen können.

, Praxistest
Zucken und Ziehen
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Dank Turboaufladung und variabler Nockenwellenverstellung liegen ab 1.700 U/min 275 Nm maximales Drehmoment an. Das lässt den Vierzylinder auch von unten heraus munter beschleunigen. Ab Tempo 155 fährt der elektrische Heckspoiler für einen besseren Anpressdruck komplett aus. Im Praxistest gab sich der schnelle Franzose mit neun Litern Super auf 100 Kilometern zufrieden. Weit weg vom versprochenen Normverbrauch von unter sieben Litern.

Schade nur, dass der 4,30 Meter lange Peugeot RCZ abgesehen von Fahrwerk und Antrieb wenig Hightech bietet. Wenn 200 PS an der Vorderachse zucken und ziehen weiß auch der letzte, dass ein Fronttrieb in einem echten Sportcoupé nichts zu suchen hat. Audi weiß den fahrdynamischen Makel durch einen optionalen Allradantrieb auszugleichen. Das würde auch dem RCZ gut zu Gesicht stehen - doch da passen die Franzosen.

Vielleicht sollte PSA-Rallye-Pilot Sebastian Loeb einmal eine Woche in der Peugeot-Entwicklung vorbeischauen. Dann würden die spürbaren Antriebskräfte gerade bei schneller Beschleunigung oder auf welliger Fahrbahn nicht im Lenker nerven. Vielleicht gäbe es dann auch ein Doppelkupplungs-Getriebe, dass in dieser Klasse ebenfalls seit längerem gut verbreitet ist.

Der Rest des Fahrverhaltens ist Dank der nahen Verwandtschaft zum Plattformgeber Peugeot 308 über die meisten Zweifel erhaben – abgesehen von den kurzen Stößen, mit denen sich die Federung nur mittelprächtig arrangieren kann.

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Laden statt Sitzen
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Zum exzellenten Bild passt der sehr ordentliche Innenraum. Allein die Sitzposition ist für einen Sportwagen zu hoch. In einem Coupé dieser Art soll es auch echte Sportstühle mit niedriger Position, viel Seitenhalt und genügend Beinauflage geben. Die Instrumente sind gut abzulesen und die Schalter an der Mittelkonsole trotz ihrer Vielzahl problemlos zu bedienen. Wie man jedoch auf die Idee kommen kann, die Schalter des Multifunktionssystems mit einer dünnen Gummimatte zu überziehen, bleibt ein Rätsel.

Die Notsitze im engen Fond taugen nicht einmal für Kinder. Besser man nutzt sie daher gleich als zusätzliche Gepäckablage. Der Kofferraum hat eine Größe von 321 Litern und ist bequem zu beladen. Wer die Rückbank umklappt, schafft mit 639 Litern auch Platz für mehr als zwei Koffer.

Der Preis für den Peugeot RCZ THP 200 startet bei 29.450 Euro. Dafür gibt es jedoch nur eine mäßige Serienausstattung mit Klimaautomatik, akustischer Einparkhilfe, Reifendrucksensoren, ESP und Soundsystem. Die meisten RCZ-Kunden dürften sich damit kaum zufrieden geben. Für 500 Euro sorgt das JBL-Soundsystem für den guten Klang im Innenraum. Das allenfalls mittelprächtige Navigationssystem kostet 1.990 Euro extra, Xenonlicht 950 Euro. Sinnvoll und sehenswert ist die 3.500 Euro teure Ganzlederausstattung mit Sitzheizung. Auch auf so etwas musste man bei Peugeot viel zu lange warten – wie auf den RCZ.

Peugeot RCZ 1.6 200 THP
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Fotos: Grundhoff

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