Land Rover Range Rover Evoque
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Land Rover Range Rover Evoque  Range Rover Evoque SD4

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Range Rover gelten als elitär, schwer und sündhaft teuer. Das soll sich nun ändern. Mit dem Evoque betreten die Briten Neuland. Die Marke soll jünger, weiblicher und auch greifbarer werden.

 
Land Rover Range Rover Evoque
  
Land Rover Range Rover Evoque - Foto: Hersteller Land Rover Range Rover Evoque - Foto: Hersteller Land Rover Range Rover Evoque - Foto: Hersteller Land Rover Range Rover Evoque - Foto: Hersteller Land Rover Range Rover Evoque - Foto: Hersteller Land Rover Range Rover Evoque - Foto: Hersteller
"Bei uns bleibt derzeit kein Stein auf dem anderen", sagt Ralf Speth, Chef der britischen Doppelmarke Jaguar/Land Rover: "Wir gehen alles an. Der Range Rover Evoque ist für uns dabei ein echter Startschuss.“ Während auf dem Boommarkt China die Topmodelle Land Rover Discovery, Range Rover und Range Rover Sport wie frisch abgeschnittenes Brot laufen, soll in Europa ab diesem Herbst vor allem mit dem neuen Range Rover Evoque die Post abgehen.

Mit nur 4,36 Metern Länge, einem Gewicht von 1,7 Tonnen und einem Einstandspreis von knapp über 33.000 Euro will man bei Fahrzeugen wie BMW X1, Mini Countryman, VW Tiguan oder Audi Q3 wildern. "Der Evoque erschließt uns als Marke dabei völlig neue Kundengruppen", glaubt John Edwards. "Die Kunden werden jünger und es werden mehr Frauen zu uns kommen."

Ein Range Rover, der in er SUV-Mittelklasse wühlt - das hätte es vor ein paar Jahren wohl kaum gegeben. Der Evoque ist dabei eine Mischung aus dem gigantischen Range Rover und einem kleinen Mini Cooper. Es gibt ihn als Drei- und Fünftürer, mit einer Benzin- und zwei Dieselvarianten. Das Leistungsspektrum: 150, 190 und 240 PS.

Während die traditionellen Range Rover–Fans noch auf die längst überfällige Abmagerungskur warten, ist der Evoque schon weiter: Dach und Haube aus Aluminium, die Heckklappe aus Hightech-Glasfaser und Composite, dazu die Schürzen und vorderen Kotflügel aus Kunststoff. "Das Einstiegsmodell wiegt so nicht einmal mehr 1,6 Tonnen", ist sich der Land-Rover-Chefentwickler Dave Mitchell sichtlich zufrieden.

Benziner aus dem Hause Ford

Der zwei Liter große Benziner stammt aus dem Hause Ford. Turbolader und Direkteinspritzung entlocken dem Vierzylinder 177 kW/240 PS. Von 0 auf 100 km/h rennt er in 7,6 Sekunden, 217 km/h Spitze und 340 Nm maximales Drehmoment sind ordentliche Werte. Dabei soll sich der Brite mit 8,4 Litern auf 100 Kilometern begnügen.

Deutlich sparsamer ist der 2,2 Liter große Dieselmotor aus dem Hause PSA, der in zwei Leistungsstufen mit 150 und 190 PS zu bekommen ist. Der Einstiegsdiesel verbraucht mit 150 PS in dem Fronttriebler nicht einmal fünf Liter. Doch bei einem echten Range Rover – und genau das will der Evoque sein – sollte man sich die Mogelpackungen mit Frontantrieb sparen. Für 1.800 Euro Aufpreis gibt es den 150-PS-Diesel auch mit standesgemäßem 4x4-Antrieb. Das kleinste der Range-Modelle soll auch im Gelände punkten. Die Wattiefe liegt bei 50 cm während das Terrain-Response-System teilautomatisch das richtige Fahrprogramm für Straße, Sand oder Schnee auswählt.

Die beste Wahl im Modellprogramm ist aktuell der Range Rover Evoque SD4 mit 190 PS und Allradantrieb. Er kostet ab 37.700 Euro. Der Normverbrauch des großen Allradlers mit Automatikgetriebe liegt bei 6,4 Litern. Der Sprint von 0 auf 100 km/h in 8,5 Sekunden gehen in Ordnung, doch 195 km/h Spitze sind etwas dünn.

Testfahrer Phil ist von den Qualitäten des Fahrwerks derweil ganz verzückt. Mit Tempo 80 fährt er den Evoque auf die lange Gerade des Landstraßenkurses auf dem Testgelände in Gaydon und beschleunigt munter weiter. "Der SD4-Dieselmotor hat mit 420 Nm mächtig Biss und die aktive Dämpferregelung hält die Karosserie jederzeit stabil", erklärt er. Mit mehr als Tempo 130 geht es über den holprigen Fahrbahnbelag, der englischen Landstraßen nachempfunden ist und über die kleine Sprungkuppe. Der Evoque hebt ab und federt kraftvoll ein, macht ansonsten aber keine Anstalten des Unwohlseins. Vollbremsung - und Phil strahlt: "So soll es sein. Das machen alles unsere neu entwickelten elektronischen Dämpfer."

Verspielte Instrumente

Das Vorserienmodell läuft auf 19-Zöllern und ist mit dem 190-PS-Diesel und einer Sechsgang-Automatik ausgestattet. Das Triebwerk ist nicht so leise und laufruhig wie im Jaguar XF 2.2 i4 Diesel, passt aber gut zum Crossover. Während der Handschalter über die Start-Stopp-Automatik verfügt, bleibt dies bei der Automatikvariante des Evoque erst einmal außen vor. Im Evoque wird das aus dem Land Rover Freelander bekannte Automatikgetriebe mit sechs Stufen von Aisin verbaut.

Auch im Innenraum will der Evoque ein echter Range Rover sein. Das Armaturenbrett ist ansehnlich, wenngleich die Instrumente etwas verspielt sind. Im Dynamikmodus des Terrain-Response-Programms werden die Instrumente rot illuminiert. Doch ansonsten sieht alles ordentlich aus und fasst sich wertig an. Vollelektrische Ledersitze, DVD-Entertainment im Fond, Bildschirmnavigation und eine elektrische Heckklappe bieten in dieser Klasse auch gegen Aufpreis nicht alle. Der Laderaum schluckt 550 bis 1.445 Liter. Bestmarken beim Platzangebot darf man bei einer Evoque-Gesamtlänge von 4,36 Metern jedoch kaum erwarten. Doch im Fond lässt es sich auch mit Gardemaß aushalten. Das angenehme Einsteigen bietet allerdings nur der Fünftürer. Besonders angenehm wird es im Innenraum, wenn das üppig dimensionierte Glasdach den Blick nach Oben freigibt.

Ab Herbst steht der Range Rover Evoque beim Händler.

 Text: Stefan Grundhoff, Gaydon Eine eMail an Stefan Grundhoff schickenStand: 08.04.2011
 Fotos: Hersteller Auf Artikel linken
  
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