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Lancia Delta 1.8 Di-Turbojet 16V  Fahrbericht: Lancia Delta 1.8 Di T-Jet

Licht und Schatten



Der Verschwörungs-Thriller Illuminati zeigt nicht nur Popcorn-Kino im Mystery-Stil, sondern auch ein Auto aus Italien. Wie Tom Hanks zum Lancia Delta kam und wie sich der Wagen abseits der Leinwand schlägt.

 
Lancia Delta 1.8 Di-Turbojet 16V
  
Lancia Delta 1.8 Di-Turbojet 16V - Foto: Viehmann Lancia Delta 1.8 Di-Turbojet 16V- Foto: Hersteller Lancia Delta 1.8 Di-Turbojet 16V- Foto: Hersteller Lancia Delta 1.8 Di-Turbojet 16V- Foto: Viehmann Lancia Delta 1.8 Di-Turbojet 16V- Foto: Viehmann Lancia Delta 1.8 Di-Turbojet 16V- Foto: Viehmann
Lancia Delta 1.8 Di-Turbojet 16V
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Lancia Delta 1.8 Di-Turbojet 16V
Lancia Delta 1.8 Di-Turbojet 16V
Lancia Delta 1.8 Di-Turbojet 16V
[+] Extravaganter Auftritt, üppige Kniefreiheit im Fond, gute Serienausstattung und umfangreiches Sicherheitspaket, problemloses Handling, gute Fahrleistungen
[-] Motor-Getriebe-Kombination überzeugt nur zum Teil, Vordersitze mit wenig Seitenhalt, schlechte Übersicht nach hinten, polterndes Fahrwerk, stößige Lenkung

Robert Langdon alias Tom Hanks braust im Lancia Delta davon, während im Hintergrund ein VW Passat in Flammen aufgeht – so sieht es der Zuschauer id dem Film Illuminati. Auf dem deutschen Markt bleibt das vorerst ein Hollywood-Traum: Im ersten Quartal 2009 wurden dort gerade mal 405 Delta zugelassen. Insgesamt verkaufte Lancia den Delta immerhin schon rund 25.000-mal, mit Italien und Frankreich als den wichtigsten Märkten.

"Wir haben noch nicht viel Geld ins Marketing investiert, sondern vor allem ins Produkt", sagt Lancia-Chef Olivier François. Umso mehr freut er sich über das clevere Product Placement, das den Italienern im Kinofilm gelungen ist. "Gerade in Krisenzeiten ist diese Art von Kommunikation sehr hilfreich, weil sie nicht viel kostet", sagt François.

Im Gegenzug für den Delta-Auftritt nahm der Autohersteller die Produktion des Kino-Trailers in die Hand. "Ursprünglich wollte Regisseur Ron Howard im Film einen Alfa Romeo 166 verwenden. Doch als er den Delta sah, wollte er unbedingt dieses Auto", erzählt der Lancia-Chef. Und so wird der Wagen, lackiert in elegantem Schwarz, in vielen Momenten effektvoll durch die Szene fahren.

Dabei braucht der Delta keine Leinwand, um sich als echter Hingucker zu qualifizieren. Sein ungewöhnliches Formenspiel degradiert Golf und Co. zu grauen Mäusen des stilistischen Einheitsbreis.

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Willkommen zu Hause
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Auch der Innenraum versprüht viel italienisches Flair und die Serienausstattung ist üppig. Der Delta 1.8 Di T-Jet als neues Top-Modell der Reihe ist in den Ausstattungsversionen Oro (27.900 Euro) und Platino (30.200 Euro) zu haben. Beim Oro sind unter anderem CD-Radio, elektrische Fensterheber, Leder-/Alcantara-Ausstattung, Servolenkung, Klimaanlage, Lederlenkrad mit Multifunktionstasten, Mittelarmlehne mit Kühlfach, Nebelscheinwerfer mit Kurvenlicht-Funktion sowie LED-Tagfahrlicht und – heckleuchten an Bord.

Im Platino kommen noch ein elektrisches Glasschiebedach, Zweizonen-Klimaautomatik, 18-Zoll-Felgen, Zweifarblackierung und verchromte Auspuffendrohre hinzu. Gegen Aufpreis sind unter anderem Xenon-Scheinwerfer, Einparkhilfe, elektrisch verstellbare und beheizte Sitze, Navigationssystem, adaptive Stoßdämpferregelung und ein Spurhalteassistent erhältlich.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Wenn etwa die Halteseile der Hutablage einfach an lackierten Kreuzschlitz-Schrauben befestigt sind, ist bei einem Auto mit Luxus-Anspruch Stirnrunzeln angesagt – doch Lancia-Fans werden sich daran kaum stören.

Ein echtes Manko stellen dagegen die Vordersitze da. Der Seitenhalt ist zu gering, die Sitzauflage zu kurz und die kleinen harten Kopfstützen sind alles andere als bequem. Viel kommoder geht es auf der verstellbaren Rückbank zu, die den Fond dank üppiger Kniefreiheit zur gemütlichen Lounge macht. Der Kofferraum fasst je nach Position der Rücksitzbank 380 bis 465 Liter, hat aber eine hohe Ladekante und eine schmale Einladeöffnung.

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Die kleinen tun's auch
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Mit dem 1,8 Liter großen und 147 kW/200 PS starken Turbo-Vierzylinder bekommt die Delta-Reihe nun ein sportlich angehauchtes Top-Modell. Leider weiß der Wagen nicht so recht, was er mit all den Pferdestärken anfangen soll. Antriebseinflüsse in der Lenkung und das auf kurzen Bodenwellen polternde Fahrwerk mindern den Fahrspaß. Der Delta geht in schnellen Kurven ein wenig in die Knie, lässt sich aber problemlos beherrschen.

Der Turbomotor, der im knackigen Alfa 159 zusammen mit einer Sechsgangschaltung eine hervorragende Figur macht, verliert im eher weich abgestimmten Lancia mit Automatikgetriebe an Elan. Obwohl die 320 Newtonmeter Drehmoment schon früh anliegen, lässt die Automatik beim Anfahren die Motor-Power nur behutsam auf die Kupplung los – der Delta fährt weich, aber ziemlich träge an. Der Sechsgangautomat zögert den Gangwechsel manchmal zu lang hinaus, um dann abrupt doch noch hochzuschalten.

Das Motorgeräusch hält sich immerhin im Rahmen, wobei ab Autobahntempo zunehmend starke Windgeräusche an der A-Säule auftreten. Anhalten ist im Delta kein Problem: Die Bremsen packen sehr kräftig zu. Den Durchschnittsverbrauch gibt Lancia mit 7,8 Litern pro 100 Kilometer an.

Unsere Empfehlung für Delta-Interessenten, die auf viel PS verzichten können: Den 1,4-Liter Turbobenziner (ab 19.990 Euro) oder den Zweiliter-Diesel wählen: Mit diesen Motoren ist der relativ leichte Wagen sparsam und ausreichend flott unterwegs. Und dafür dann in Zusatzausstattung wie Einparkhilfe (nach hinten sieht man im Delta sehr wenig) oder die gemütlichen Lederpolster investieren. Damit kann der Lancia seine Nische finden - eine reichhaltig ausgestattete, gemütliche, günstige und vor allem extravagante Alternative zu PS-fixierten Premiummarken.

Lancia Delta 1.8 Di-Turbojet 16V
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Fotos: Viehmann

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