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Jaguar XF 2.7 D V6  Praxistest: Jaguar XF 2.7 D V6

Bond-Car für Papa



Falls James Bond einmal Vater wird und seinen Aston Martin verkauft, muss er nur zum Jaguar-Händler gehen. Der neue XF würde als familientaugliche Edel-Limo perfekt zum versnobten Geheimagenten passen.

 
Jaguar XF 2.7 D V6
  
Jaguar XF 2.7 D V6 - Foto: Viehmann Jaguar XF 2.7 D V6- Foto: Viehmann Jaguar XF 2.7 D V6- Foto: Viehmann Jaguar XF 2.7 D V6- Foto: Viehmann Jaguar XF 2.7 D V6- Foto: Hersteller Jaguar XF 2.7 D V6- Foto: Viehmann
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Jaguar XF
[+] Sehr gutes Fahrverhalten, gute Fahrleistungen und akzeptabler Verbrauch, schnelle Automatik, extravagnter und eleganter Innenraum, gutes Raumgefühl, bequeme Sitze, ordentlicher Kofferraum, reichhaltige Serienausstattung
[-] Keine Nebelscheinwerfer, Übersicht nach hinten mäßig, Armaturenbeleuchtung nachts auf Dauer unangenehm

Mit dem Jaguar X-Type hat sich die britische Nobelmarke in Sachen Luxus-Ambiente ziemlich unter Wert verkauft. Der XF scheint nun endlich wieder einmal das Beste zu verkörpern, was die Autobauer Ihrer Majestät zu bieten haben: Eine edle Schale mit sportlichem Kern, ganz viel Noblesse im Innenraum und jede Menge technischer Spielereien.

Die Karosserie muss sich vorwerfen lassen, keine gute Übersicht nach hinten und beim Spurwechsel zu bieten. Ansonsten gibt es nichts zu meckern. Elegante Linien, ein fast coupéartiges Heck, das wohltuend an den XK erinnert, ein prägnanter Wabengrill und chromumrandete Fenster machen den 4,96 Meter langen XF zu einem ausgesprochen eleganten Oberklasse-Gleiter.

Der Kofferraum hat eine enge und hohe Ladekante, entpuppt sich jedoch als kleines Raumwunder: 540 Liter schluckt das Gepäckabteil, wenn kein vollwertiger Reservereifen sondern nur ein Reparaturkit an Bord ist - 70 Liter mehr als beim XJ und soviel wie bei keinem anderem Stufenheck der Firmengeschichte. Eine vierköpfige Familie findet im Passagierabteil XF bequem Platz.

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Herzklopfen beim Anlassen
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"Passen Sie mal auf, 007" – dieser legendäre Satz von Bond-Ausrüster Q kommt einem in den Sinn, wenn man das Cockpit des XF entert. Da wäre zum Beispiel der rot illuminierte Startknopf, dessen Licht wie Herzschlag pulsiert, bevor man den Motor anlässt. Oder das sanfte Surren, mit dem sich die verdeckten Lüftungsdüsen am lederverkleideten Armaturenbrett beim Start wie Klappscheinwerfer nach vorn drehen. Gleichzeitig fährt aus der Mittelkonsole ein runder Controller aus, der sich als Automatik-Wahlhebel entpuppt.

Wer der seidenweichen Sechsgang-Automatik lieber selbst ins Handwerk pfuschen will, findet dafür Schaltpaddles am Lenkrad. Armaturen und Schalter sind mit einer zartblauen, kühlen Beleuchtung versehen. Das sieht edel aus, nach längeren Nachtfahrten blieb aber der Eindruck, dass eine orangefarbene Beleuchtung wie etwa bei BMW auf Dauer angenehmer für die Augen ist.

Die Ausrüstung des XF kann sich schon in der 49.370 Euro teuren Basisausstattung Luxury sehen lassen. Unter anderem sind Licht- und Scheibenwischerautomatik, elektronische Parkbremse, Einparkhilfe, elektrische Sitz- und Lenkradverstellung, Zweizonen-Klimaautomatik, LED-Rückleuchten, Tempomat und Audiosystem an Bord.

Gegen Aufpreis (zum Teil nur in Verbindung mit Premium Luxury-Ausstattung ab 54.380 Euro) gibt es weitere Annehmlichkeiten. Dazu gehören ein Abstandstempomat, eine Radarüberwachung für den Toten Winkel, Bi-Xenonscheinwerfer mit Kurvenlichtfunktion oder ein elektrisches Sonnenrollo für die Heckscheibe, das allerdings nicht – wie etwa bei Lexus – automatisch nach unten fährt, wenn man den Rückwärtsgang einlegt.

Das Navigations- und Entertainment-System lässt sich je nach Lust und Kontostand mit einer Rückfahrkamera und sogar mit Fernsehempfang ausrüsten. Der Empfang und das Bild in unserem Testwagen waren sehr gut. Allerdings ist der Fernsehspaß im Auto begrenzt: Die Bildanzeige funktioniert nur, wenn die Automatik in Parkstellung steht. Das mag aus Sicherheitsgründen verständlich sein, lässt aber die Frage offen, wozu man sich dann ein teures Fernsehmodul zulegen soll.

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Zum Sparen nur der Diesel
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Die Motorenauswahl des XF ist klein. Der aus dem XK bekannte 4,2-Liter V8-Motor (298 oder mit Kompressor 416 PS) ist extrem kräftig, aber ein echter Spritschlucker. Der V6-Benziner (238 PS) verbraucht ebenfalls nicht wenig. Da Hybridantrieb oder kleine Turbo-Benziner fehlen, bleibt zum Sparen nur der 2,7 Liter große V6-Diesel mit 207 PS übrig. Das Aggregat mit doppelter Turboaufladung stammt aus der Kooperation mit dem PSA-Konzern, wo es im Citroën C6 zum Einsatz kommt. Für den 1,7 Tonnen schweren XF stellt der Diesel eine angemessene Motorisierung da, bei er es dem Fahrer selten nach mehr verlangt.

Durch die kurzen Schaltzeiten der Automatik ist der 2.7 D flott unterwegs und verliert erst bei hohem Tempo ein wenig den Biss. Ein Spurt von 0 auf 100 km/h in 8,2 Sekunden ist in der Oberklasse nichts, mit dem man angeben könnte. Doch als Reiselimousine ist der Diesel-XF allemal schnell genug. Wir ermittelten einen Durchschnittsverbrauch um 8 Liter, in der Stadt muss man mit 10 bis 12 Litern planen.

Nicht nur mit seinem geschickt kaschierten Gardemaß, sondern auch beim Fahrverhalten präsentiert sich der Jaguar weitgehend auf Augenhöhe mit anderen Oberklassefahrzeugen wie 5er BMW, E-Klasse oder Audi A6. Der Hinterradantrieb sorgt für souveräne Kraftübertragung frei von Antriebseinflüssen, die Kurvenlage ist straff. Die Lenkung ist nicht ganz so direkt und präzise wie etwa im 5er, jedoch weit entfernt vom synthetischen Ruder des Lexus. Insgesamt fährt sich der Jaguar für eine fast 5 Meter lange Limousine erfreulich knackig. Eine adaptive Dämpferregelung gibt es jedoch nur für das V8-Modell.

Jaguar XF 2.7 D V6
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Fotos: Viehmann

Wie entsteht ein Praxistest? Das erfahren Sie Jaguar XF 2.7 D V6 hier

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