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Infiniti G 37 S Coupe  Fahrbericht: Infiniti G37 S Coupé

Samurai im Samtanzug



Unter 320 PS läuft bei Nissans Edelmarke Infiniti gar nichts. Wir haben den G 37 S mit Allradlenkung gefahren. Die Japaner wollen damit deutsche Premium-Coupés angreifen – und sind gut vorbereitet für das Gefecht.

 
Infiniti G 37 S Coupe
  
Infiniti G 37 S Coupe - Foto: Viehmann Infiniti G 37 S Coupe- Foto: Viehmann Infiniti G 37 S Coupe- Foto: Viehmann Infiniti G 37 S Coupe- Foto: Viehmann Infiniti G 37 S Coupe- Foto: Viehmann Infiniti G 37 S Coupe- Foto: Viehmann
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Infiniti G37 Cabrio
Infiniti G37
[+] Kraftvoller Sechszylinder, gute Traktion und ruhige Straßenlage, Dynamikgewinn durch Allradlenkung, reichhaltige Serienausstattung, saubere Verarbeitung, Exoten-Status
[-] Kaum Platz im Fond, hoher Verbrauch, hohes Gewicht, unschöne Navi-Bedienung

Straffere Federung, größere Bremsen, andere Schalter: Über 500 Details hat Infiniti an seinen Autos geändert, um sie für den europäischen Markt anzupassen. Das Feintuning fand auf deutschen Autobahnen statt. Vor allem das Coupé G 37 konnte dort schon mal Witterung mit der neuen Welt aufnehmen. Denn Nissans Edelmarke will mit dem 320 PS starken Zweitürer besonders bei BMW-Fahrern neue Kunden erobern.

Die Front des Coupés erinnert ein wenig an den Lexus SC. Seitenlinie und Heck sind jedoch deutlich markanter und dynamischer. Das Infiniti-Coupé ist so etwas wie der große Bruder des Nissan 350 Z – eleganter und komfortabler, aber auch alltagstauglicher. Das liegt vor allem am Kofferraum, der 275 Liter fasst und sich bei umgelegten Rücksitzen großzügig erweitern lässt. Das darf man ohne schlechtes Gewissen tun: Im Fond kann ohnehin niemand bequem sitzen, der alt genug für einen eigenen Personalausweis ist. Die Kopffreiheit wäre für Erwachsene noch ausreichend, doch an den Knien herrscht akuter Platzmangel.

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Kaum Aufpreise fällig
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Im Cockpit findet man sich schnell zurecht, wenn man einige Besonderheiten beachtet. Gestartet wird per Knopfdruck rechts am Lenkrad, der Schlüssel aber hat seine Heimat schräg links unterm Volant. Die Heckklappe wird per Knopfdruck entriegelt. Für die Parkbremse gibt es ein Pedal im Fußraum.

Das ein oder andere Bedienelement des Infiniti erinnert an den Nissan 350 Z, etwa die eigenwilligen Bordcomputer-Tasten am Instrumententräger und das Bedienfeld fürs Navigationssystem. Es hat zwar mehr Funktionen und ein besseres Steuerrädchen als im Nissan, sitzt aber an der gleichen Stelle – hoch oben in der Mitte des Armaturenbretts. Während der Fahrt ist die Bedienung damit ziemlich unbequem. Hier hat die Konkurrenz mit ihren Bediensatelliten an der Mittelkonsole bessere Lösungen anzubieten.

Dafür gehört das Navigationssystem zu den wenigen Dingen, für die man bei Infiniti Aufpreis zahlen muss – neben Abstandstempomat oder Siebengang-Automatik (serienmäßig ist ein Sechsgang-Schaltgetriebe an Bord). Wer bei Basismodellen anderer Premiummarken nach Bi-Xenonscheinwerfern mit Kurvenlicht, Tempomat, Glasschiebedach, Parksensoren, elektrisch verstellbarer Lenksäulen- und Sitzverstellung oder Zweizonen-Klimaautomatik fragt, bekommt eine Aufpreisliste in die Hand gedrückt, deren Format ungefähr dem Telefonbuch einer deutschen Kleinstadt entspricht. Der Infiniti hat all das serienmäßig an Bord und noch eine ganze Menge mehr. Das Top-Modell G37S lockt zusätzlich mit Alu-Pedalen, Sportfahrwerk, Sperrdifferenzial, Allradlenkung und beheizten Ledersitzen.

In Sachen Verarbeitungsqualität braucht Infiniti den Vergleich mit deutschen Premiummarken nicht zu scheuen. Die Sitze würden straffere Seitenwangen vertragen, sind aber bequem.

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Klassische GT-Qualitäten
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"Performance, Design und Technologie", nennt Infiniti-Sprecher Wayne Bruce die Prioritäten der Marke. Egal ob EX, FX oder G 37 – alle Modelle haben mächtig Dampf unter der Haube. Im G 37 arbeitet der 3,7 Liter große V6-Motor mit einer Leistung von 235 kW (320 PS). Mit dem maximalen Drehmoment von 360 Newtonmetern muss die Hinterachse allein klar kommen – Allradantrieb gibt es nicht.

Dafür hat das S-Coupé Allradlenkung mit variabler Lenkübersetzung an den Vorderrädern und einer vom Lenkwinkel sowie der gefahrenen Geschwindigkeit abhängigen Anpassung der Hinterachse. Obwohl die Lenkausschläge der Hinterachse nur minimal sind, merkt man in engen Kurven, dass der Wagen den Lenkbefehlen schneller und direkter folgt. Serienmäßig ist zudem ein Visko-Sperrdifferenzial an der Hinterachse. Selbst bei wechselndem Straßenbelag, scharfen Kurven und hohem Tempo hat der Infiniti eine ausgezeichnete Traktion.

Der V6-Motor klingt kraftvoll, hält sich beim Geräuschpegel aber zurück. Die Siebengang-Automatik schaltet weich und ruckfrei. Bei Bedarf kann man mit Schaltwippen am Lenkrad eingreifen. Die Kraftentfaltung des V6 geht so sanft vonstatten, dass einem die Beschleunigung von 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h ziemlich unspektakulär vorkommt. Mit der breiten Spur und dem niedrigen Schwerpunkt liegt das Coupé satt auf der Straße und lässt sich durch Bodenwellen nicht aus der Ruhe bringen. Der Kurvenspaß wird durch das hohe Gewicht des Wagens (1,7 Tonnen) ein wenig gedämpft, denn man hat bei hohen Querbeschleunigungen relativ schnell den Punkt erreicht, an dem das ESP vorsichtig eingreift.

Die genauen Preise für den deutschen Markt – im Herbst 2009 sollen die Autos der Marke bei ausgewählten Händlern stehen - verrät Infiniti noch nicht. Die G37 Limousine startet bei ungefähr 40.000 Euro, das Coupé bei 42.000 Euro. Das BMW 335i Coupé, das Infiniti-Sprecher Wayne Bruce als einen der Hauptkonkurrenten ansieht, kostet 45.400 Euro. Zum Marktstart soll der G37 auch als Cabrio mit Stahlverdeck zur Verfügung stehen.

Infiniti G 37 S Coupe
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Text:  Eine eMail an Sebastian Viehmann schickenInfiniti Auf Artikel linken
Fotos: Viehmann

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