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McLaren blickt in die Zukunft
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McLaren blickt in die Zukunft  Hintergrund: McLaren greift an

Zielgerade



Was viele Firmen seit Jahrzehnten erfolglos versuchen, das gelingt dem Jungspund McLaren beinahe aus dem Stand. Die Briten bauen die wohl besten Sportwagen der Welt. Und das soll so bleiben.

 
 McLaren greift an
  
 McLaren greift an  - Foto: Wolff  McLaren greift an - Foto: Hersteller  McLaren greift an - Foto: Sommer  McLaren greift an - Foto: Hersteller  McLaren greift an - Foto: Hersteller  McLaren greift an - Foto: Wolff

McLaren verwundert seit einigen Jahren die Sportwagenwelt. Erst 2009 gegründet, zeigen die Briten der nicht gerade schwächlichen Konkurrenz, wo es bei einem Sportwagen lang geht. Bereits das Erstlingswerk MP4 12C war ein exzellenter Sportler. Doch seitdem Modelle wie McLaren 650 S, 675 LT oder der Mega-Sportler P1 aus den Manufakturhallen im britischen Woking liefen, überschlagen sich die internationalen Kritiker mit Lob. Und in Maranello, Neckarsulm, Santa Agata und Zuffenhausen wundert man sich.

Dabei haben die umtriebigen Briten ihre beeindruckenden Geschosse nicht aus dem Stand in die erste Startreihe gebracht. Bereits bei Modellen wie dem McLaren F1, der zusammen mit Zur Markenseite BMWBMW entwickelt wurde, sowie dem Zur Markenseite Mercedes-BenzMercedes-Benz SLR brachten die McLaren-Ingenieure ihre Expertise ein.

Mit dem derzeit lahmenden Formel-1-Rennstall McLaren-Honda hat McLaren Automotive nichts zu tun und arbeitet komplett eigenständig. Kein Wunder, dass etablierte Fremdfirmen bei McLaren klingeln, wenn es um Zukunftsprojekte geht. So halten sich seit längerer Zeit Gerüchte, dass sich Zur Markenseite Aston MartinAston Martin eine Projektzusammenarbeit mit McLaren ebenso vorstellen könnte wie Mercedes-AMG oder BMW.

McLaren konzentriert sich derweil auf das eigene Kerngeschäft. Aktuell bekam die Super-Series-Serie mit dem 720S ein neues Aushängeschild. Der 1,4 Tonnen schwere Karbonrenner feierte auf dem Genfer Salon im März 2017 seine Weltpremiere und sammelte aus dem Stand und ohne jegliche Testfahrten beachtliche 1.500 Vorbestellungen ein, bevor er im Juni/Juli auf den Markt kommt. Ein mächtiger Wert für einen Autohersteller, der im vergangenen Jahr gerade mal 3.200 Fahrzeuge in gut betuchte Kundenhände gebracht hat.

Natürlich soll es bei den 3.200 Autos aus 2016 in diesem Jahr nicht bleiben. Vertraut man auf Marketing, Produktion und Produktmanagement sollen es 2017 bereits 4.000 Stück werden. Doch so langsam greift dann die selbst auferlegte Verpflichtung, nicht zu einem Volumenhersteller zu verkommen. McLaren verspricht, dass bei rund 5.000 produzierten und dann auch verkauften Modellen pro Jahr Schluss sein soll - so viel Exklusivität soll dem Kunden bleiben.

McLaren blickt in die Zukunft, Hintergrund
Nach eigenen Angaben gehen 25 bis 30 Prozent des Gewinnes in die Entwicklung neuer Modelle
McLaren blickt in die Zukunft, Hintergrund

Die angebotenen Modelle teilen sich in die drei Kategorien Sport Series, Super Series und Ultimate Series auf. Der Kern der Marke ist dabei die Super Series und die bekommt mit dem neuen 720S ein grandioses Aushängeschild: 720 PS stark und über 340 km/h schnell. Preis: knapp 250.000 Euro. "Wir haben 91 Prozent des Fahrzeugs komplett neu entwickelt", unterstreicht Entwicklungs-Chef Ben Gulliver: "Und über 40 Prozent des Motors sind neu - unter anderem die Turbolader, die jetzt schneller ansprechen."

Groß sind die Erwartungen an den angekündigten Hypersportler McLaren BP 23, der 2019 in einer überschaubaren Stückzahl von 106 Fahrzeugen produziert werden soll. Wie schon bei seinem Vorgänger P1 sind alle Fahrzeuge bereits verkauft - ohne, dass nur ein Kunde einen Meter gefahren wäre. Wieder gibt es einen doppelt aufgeladenen V8-Motor mit vier Litern Hubraum und mächtiger Elektrounterstützung. Zwischen 1993 und 1997 wurden vom McLaren F1 ebenfalls 106 Fahrzeuge produziert. Der Preis des ggf. wieder dreisitzigen BP 23 soll bei rund 2,5 Millionen Euro liegen.

Im Fokus aller Überlegungen steht der Businessplan Track 22, an dem McLaren seine Strategie der nächsten Jahre orientiert. Die Hälfte aller neuen Modelle soll demnach mit einem Hybridsystem ausgestattet werden. Bis 2022 sollen insgesamt 15 neue McLaren-Fahrzeuge auf den Markt kommen.

McLaren macht dabei vieles anders als andere Auto- oder Sportwagenhersteller. Nach eigenen Angaben gehen 25 bis 30 Prozent des Gewinnes in die Entwicklung neuer Modelle. Im Vergleich zur Konkurrent ist das ein gigantischer Wert, denn "normale" Autofirmen haben für Neuentwicklungen eine Investquote zwischen fünf und sieben Prozent.

McLaren blickt in die Zukunft, Hintergrund
Ein Allradantrieb - mit oder ohne Elektrifizierung - würde jedoch 75 bis 200 Kilogramm zusätzliches Gewicht bedeuten
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Wer auf die vergangenen Jahre zurückblickt, der muss McLaren eine beeindruckende Erfolgsgeschichte bescheinigen. So gut, schnell und präzise sich die Flundern aus Woking auch fahren - es ist nicht so, als würden die Briten keine Fehler machen. Wer sich die unterschiedlichen Modelle aus den drei verschiedenen Familien anschaut, kann eine große optische wie technische Ähnlichkeit kaum leugnen. 570 GT, 650S oder selbst der McLaren P1 haben vieles gemeinsam. Sonst würden sich die vergleichsweise kleinen Stückzahlen auch kaum rechnen. Es scheint daher wichtig, dass sich die neue Fahrzeuggeneration, die mit dem 720S als erstem Modell der Super-Series-Baureihe begonnen hat, deutlich mehr voneinander unterscheidet.

Doch auch wenn über 90 Prozent des McLaren 720S neu entwickelt wurden, zeigt der Innenraum große Parallelen zum Vorgängermodell. In der 250.000-Euro-Klasse kann man vielleicht auf Assistenzsysteme verzichten, doch etwas mehr Detailliebe im Innenraum würde dem McLaren gut zu Gesicht stehen. Stattdessen floss das Geld in Motor und Fahrdynamik. "Uns war die Arbeit an der perfekten Aerodynamik besonders wichtig", sagt Produktmanager Ian Howshall: "Wir haben hier 2013 mit dem 650S angefangen und konnten uns deutlich verbessern. Wir haben nun 30 Prozent mehr Anpressdruck."

Bisher setzte McLaren mit seinen Sportwagen auf kompromisslosen Leichtbau. Die Fahrzeuge bestehen zu großen Teilen aus Karbon. Nur so ließ sich beim 720S ein Trockengewicht von unter 1,3 Tonnen verwirklichen. Doch die stetig ansteigenden Motorleistungen und der Trend zur Elektrifizierung machen es den Entwicklern immer schwerer, einen Allradantrieb für kommende Versionen komplett auszuschließen. Bei Leistungen oberhalb von 720 PS und 770 Nm maximalem Drehmoment wird es langsam zum Problem, die Dynamik bei jedem Bodenbelag artgerecht auf die Fahrbahn zu bekommen. Ein Allradantrieb - mit oder ohne Elektrifizierung - würde jedoch 75 bis 200 Kilogramm zusätzliches Gewicht bedeuten. Da die McLaren-Verantwortlichen großen Wert auf eine hohe Alltagstauglichkeit ihrer Modelle legen, dürfte man bei deutlich mehr Motorleistung dennoch dem Trend folgen, den Lamborghini oder Audi bereits erfolgreich umgesetzt haben: Ihre Supersportler sind durchweg als Allradler unterwegs.

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Fotos: Wolff McLaren blickt in die Zukunft https://goo.gl/5yjnp7
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