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In Hersteller-Hand



Die Dynamik bei den Alternativen Antrieben hat sich verschoben. Nicht mehr kreative Start-Ups geben die Richtung auf den Auto-Messen vor, sondern die bekannten Autohersteller.

 
 Alternative Antriebe
  
 Alternative Antriebe  - Foto: Wolff  Alternative Antriebe - Foto: Wolff  Alternative Antriebe - Foto: Hersteller  Alternative Antriebe - Foto: Hersteller  Alternative Antriebe - Foto: Hersteller  Alternative Antriebe - Foto: Hersteller

Der Pavillon 2.1 auf dem "Mondial de Automobile" ist für die alternativen Antriebe reserviert. Doch kaum betritt man die Halle, trifft einen die Ernüchterung wie die Hitzewand beim Verlassen des Ferienfliegers am Zielort: In dem Areal herrscht fast schon gespenstische Stille.

Ein paar Ingenieurs-Studenten in mehr oder weniger gut sitzenden Anzügen stehen um ihre E-Autos herum um und diskutieren. Wo früher noch LED-Shows liefen und Musik dröhnte, werden jetzt Matchbox-Autos präsentiert. Immerhin: Eine E-GoKartbahn gibt es. Allerdings ist auf der kein Fahrzeug zu sehen.

Nur ein paar Schritte weiter in Halle 1 des Pariser Autosalons drängen sich die Menschen um den Mercedes-Stand. Konzernchef Dieter Zetsche zeigt einmal mehr seine Qualitäten als Medien-Profi und präsentiert die neuesten Errungenschaften mit routiniertem Enthusiasmus.

Als ein blaumetallic glänzender Mercedes SLS auf die Bühne rollt, gewinnt das Blitzlichtgewitter an Intensität. Gut, das Mercedes-Benz SLS AMG Coupé Electric Drive aus Stuttgart-Untertürkheim macht mit 552 kW (750 PS) und einem Drehmoment von 1000 Newtonmetern schon einiges her. 250 Kilometer Reichweite versprechen die Mercedes-AMG-Ingenieure. Allerdings werden bei einem Preis von knapp 420.000 Euro nur wenige Privilegierte ab nächstem Jahr in den Genuss des elektrischen Renners kommen. Von einer neuen Zeitrechnung ist die Rede und von einem "elektrisierenden Automobil". Statt Kilowattstunden und Reichweite wie in dem verwaisten Pavillon 2.1 hat das PR-Marketingdeutsch die alternativen Antriebe vereinnahmt.

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Brenstoffzelle kommt
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Mit dem Fahrerwechsel geht auch eine Abkühlung des E-Hypes einher. Die großen Autobauer haben sich des Themas angenommen und mittlerweile dürfet jeden klar sein, dass der Weg zur kompletten E-Mobilität noch etwas dauern wird. Toyota erwartet keine großen Absätze mehr vom rein elektrischen EQ und forciert den Plug-in-Hybrid.

Da haben die Japaner einen neuen Pfeil im Köcher: Ein Hybrid-Antrieb mit einem neuen 2,5-Liter-Benzin-Motor soll bald Premiere feiern. Bei 200 PS soll der Antriebstrang nur 100 g CO2 pro Kilometer emittieren. Der neue IS und die nächste Generation GS werden wohl die ersten Modelle mit dem neuen Hybrid-Antrieb sein. "Das ist das dickste Pfund, das wir im Moment haben", freut sich ein Toyota-Mann.

In das gleich Horn stößt auch VW-Chef-Martin Winterkorn. Auch er gibt dem Plug-in-Hybrid die größte Zukunft und kündigt eine dementsprechende Version des neuen Golfs an. Aber auch die anderen Hersteller sind nicht untätig. Fiat besinnt sich auf seine Erdgas-Kompetenz und stattet den neuen Panda damit aus, ebenso wie Mercedes-Benz die neue B-Klasse und Honda verleiht seinem Sportwagen CR-Z mit einem stärkeren Hybrid-Antrieb, der jetzt 137 PS hat, Flügel. Der Japaner hat jetzt eine Lithium-Ionen-Batterie und verfügt über einen Boost-Knopf kann der Fahrer den Fahrspaß noch steigern. Trotz der Leistungssteigerung bleibt der Verbrauch bei fünf Litern pro 100 Kilometer.

Auch an der Brennstoffzellen-Front tut sich einiges. Hyundai kündigt an, Ende diesen Jahres mit der Produktion des Brennstoffzellen-Mobils IX35 FCEV zu beginnen und rund 15 Modelle nach Kopenhagen zu liefern. Toyota sieht in dieser Variante nach wie vor die Zukunft und will 2014 ein serienreifes Brennstoffzellen-Auto auf den Markt bringen. Das sind Pläne, von denen die engagierten Tüftler im Pavillion 2.1 im Moment nur träumen können.

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Fotos: Hersteller
Ort: Paris

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