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Hintergrund  Hintergrund: Hyundai und Kia

Zwei Gesichter, ein Konzern



Die beginnende Krise der Autoindustrie hat nun auch den Wunderknaben aus Korea erreicht. Statt zweistelliger Absätze erwartet Hyundai ein Jahr der Konsolidierung. Anders schaut es bei Kia aus.

 
 Hyundai und Kia
  
 Hyundai und Kia  - Foto: Hersteller  Hyundai und Kia - Foto: Hersteller  Hyundai und Kia - Foto: Hersteller  Hyundai und Kia - Foto: Hersteller  Hyundai und Kia - Foto: Hersteller  Hyundai und Kia - Foto: Hersteller

Die Szene spricht Bände. Hinter einer Glasscheibe auf dem Hyundai-Stand beim Pariser Autosalon haben sich weiße Fussel auf den blauen Sand gesetzt. Mit akribischer Genauigkeit bemüht sich ein Mitarbeiter mit einer Pinzette, den unerwünschten Farbtupfer aus dem Corporate-Identity-Blau zu entfernen. Die Koreaner legen Wert auf das kleinste Detail. Schließlich gelten sie als die Wunderknaben der Branche und ernsthafter Mitbewerber um die Krone des weltgrößten Automobilherstellers.

Doch auch in Korea wird der Reis mit Wasser gekocht und deswegen ist auch Hyundai nicht vor den Absatzdellen der Branche gefeit. Immerhin hatten die Asiaten in den vergangenen Jahren teilweise zweistellige Zuwächse zu verzeichnen. In den ersten acht Monaten diesen Jahres verkaufte Hyundai in Deutschland 67.635 Autos. Das entspricht einem Marktanteil von 3,2 Prozent und einem Plus von 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man aber eine kleine Schramme in der beeindruckenden Bilanz der Koreaner: Im August gingen die Zulassungen gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,7 Prozent zurück.

Anders sieht die Lage bei Kia aus. Bis Anfang August legte die Hyundai-Tochter in Deutschland ein Umsatzplus von 50 Prozent im Vergleich zu 2011 hin. Damit steigerte der Autobauer seinen Marktanteil hierzulande von 1,14 auf 1,70 Prozent. Europaweit blieben die Koreaner konstant bei drei Prozent. "Wir haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Mit dem Ergebnis des ersten Halbjahres sind wir voll im Plan", jubelt Martin van Vugt, Geschäftsführer von Kia Motors Deutschland.

Der Kia-Chef hat auch allen Grund stolz zu sein. Beim Autos-Salon in Paris präsentiert er vier neue Autos. Der Dreitürer Pro Ceed und der neue Kompaktvan Kia Carens werden für zusätzliche Impulse sorgen. Garniert wird die Produkt-Offensive noch mit dem überarbeiteten SUV Sorento und dem Optima Hybrid der ausschließlich in Europa angeboten wird.

Bescheidener klingt das bei Hyundai-Europa-Vizepräsident Allan Rusforth: "Aufgrund der schwierigen Marktlage in Europa werden auch wir unsere Ziele möglicherweise noch etwas anpassen müssen.". Trotzdem sei es das Ziel, den Marktanteil von 3,5 Prozent beizubehalten. "Wir setzen auf das Jahr der Konsolidierung" ergänzt Hyundai-Deutschlandchef Markus Schrick.

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Überarbeitete Motoren
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Damit sind die Zeiten des ungestümen Wachstums wohl vorbei. Jetzt besinnt sich Hyundai, die in den letzten Monaten eingeführten sechs Modelle, darunter den i30 und den Santa Fee, zu positionieren. Neben dem Neu-Kunden wollen die Koreaner vor allem bestehende Kunden behalten. "Einen Neukunden zu bekommen kostet bis zu neun Mal so viel, wie einen bestehenden zu halten", erklärt Marketing-Mann Oliver Gutt. Vor allem wolle man eine emotionale Markenbindung erreichen und endgültig raus aus der Billigheimer-Ecke.

Damit die europäischen und vor allem deutschen Kunden auch Gefallen an den koreanischen Modellen finden, werden die Antriebe auf den Gusto der Klientel angepasst. Der Motor des Veloster Turbo bekommt einen kleineren Turbolader und zwei andere Nockenwellen als die US-Version. Damit wird der Ventilhub reduziert. Als Ergebnis der Maßnahmen steht ein fülliger Drehmomentverlauf. Statt bei 1.800 U/min wie in den USA liegen die 275 Newtonmeter bei der Euro-Version schon bei 1.500 U/min an. Der 2,2-Liter-Diesel des Santa Fe soll bei 197 PS lediglich 147g CO2 pro km ausstoßen. Eine auf 150-PS-leistungsreduzierte Version soll bereits die Euro-6-Norm schaffen. Und das mit innermotorischen Maßnahmen, einer Niedrigdruck-Abgasrückführung.

Auch bei den alternativen Antrieben greifen die Koreaner weiter an. Während der Sonata- und der Optima-Hybrid nun erst in Europa eingeführt werden, ist man in Korea schon einen Schritt weiter. Dort werden bereits E-Modelle des i10 in einem Feldversuch von Großkunden und Regierungsstellen ausgeliefert und Ende des Jahres beginnt die Produktion des Brennstoffzellen-SUVs ix35 FCEV. Da werden dann einige Modelle nach Kopenhagen geliefert und im Alltag getestet.

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Fotos: Hersteller
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