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Hintergrund  Hintergrund: F-Cell Welttour

Willkommen in der Zukunft



Nach gut 30.000 Kilometern Fahrt rund um den Globus sind drei mit Brennstoffzelle angetriebene Mercedes-Benz B-Klasse-Autos wieder zuhause. Für Daimler der Aufbruch in ein neues Zeitalter.

 
 F-Cell Welttour
  
 F-Cell Welttour  - Foto: Tillmann  F-Cell Welttour - Foto: Tillmann  F-Cell Welttour - Foto: Tillmann  F-Cell Welttour - Foto: Tillmann  F-Cell Welttour - Foto: Tillmann  F-Cell Welttour - Foto: Tillmann

Daimler-Chef Dieter Zetsche gibt sich kämpferisch: "Es muss Schluss sein mit unproduktiven Debatten der Sorte 'Brauchen wir zuerst die Fahrzeuge oder doch erst die Infrastruktur? War zuerst die Henne oder das Ei?'" Mit jedem Tag, "an dem sich der Knoten in solchen Diskussionen nur noch fester zuzieht", wachse die Gefahr, die "kritische Masse" tatsächlich nicht zu erreichen.

Bei der Willkommensfeier für das Mercedes-Benz-Team, das mit drei Brennstoffzellen-Autos binnen 125 Tagen einmal um die Welt gefahren ist, kündigte Zetsche ein Ende der Zögerlichkeit an: "Wir zerschlagen den Knoten."

Nicht nur, dass Mercedes den Start für die Serienproduktion der H2-B-Klasse um ein Jahr auf 2014 vorgezogen hat - zusammen mit dem Partner Linde Group werde man in den kommenden drei Jahren deutschlandweit auch ein Netz von 20 neuen öffentlichen Wasserstofftankstellen aufbauen: "Die Technologie hat zu viele Vorzüge, als dass sie an der Infrastruktur scheitern darf."

Vor allem die Kosten für eine komplett neue Infrastruktur war es denn auch, die dem Einsatz von Fahrzeugen mit emissionsfreien Brennstoffzellen bislang entgegen stand. Nun zeigen Studien vor allem aus der Automobilindustrie, dass es so dicke gar nicht kommen muss. Ein bundesweites Netzwerk von rund 2.000 Tankstationen mit Wasserstoff-Zapfsäulen lasse sich bis längstens 2020 für rund drei Milliarden Euro aufbauen, hat man zum Beispiel bei Opel errechnet. Schon mit einer Versorgung von zehn Prozent der Fläche in Europa seien 53 Prozent aller Fahrzeuge zu versorgen. Bei der Abdeckung von einem Viertel der Gesamtfläche seien es bereits drei Viertel aller Autos. Bei Daimler geht man davon aus, das in Deutschland rund 1000 Tankstellen für eine flächendeckende Basisversorgung ausreichen.

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Längt reif für die Serie
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Derzeit gibt es in der Bundesrepublik sieben öffentlich zugängliche Tankstellen mit Wasserstoff. Für die 20 Stationen, die Mercedes/Linde planen, sind bei Stückkosten von einer Million Euro Gesamtinvestitionen von gut 20 Millionen Euro angesetzt. 2012 sollen die ersten in Betrieb gehen, vor allem an bereits bestehenden günstig gelegenen Benzin-Tankstellen. Versorgt werden sollen zunächst vor allem die Regionen Stuttgart, Berlin und Hamburg sowie eine neue durchgängige Nord-Süd- und Ost-West-Verbindung. "Damit werden erstmals alle Orte in Deutschland mit einem Brennstoffzellenfahrzeug erreichbar sein", verspricht Linde.

Dass die reine Fahrzeugtechnik längst serienreif ist, zeigt der "F-Cell World Drive" der drei mit Wasserstoff angetriebenen B-Klasse-Fahrzeuge. Binnen 125 Tagen fuhren sie rund 30.000 Kilometer weit und durch 14 Länder einmal um den Globus - noch allerdings mit einem ganzen Tross an Begleitfahrzeugen im Schlepptau.

Mit darunter: Eine mobile Wasserstofftankstelle von Linde, montiert in einen Mercedes Sprinter. Ohne die wäre bei einer Reichweite von real gut 300 Kilometern schon bald hinter der französischen Grenze Schluss gewesen: An öffentlichen Wasserstoff-Tankstellen gab es entlang der Tour gerade mal zwei - eine in Stuttgart, die zweite bei Kilometer 7.500 in Los Angeles. Die Statistiker haben mitgezählt: Rund 130 Mal wurde unterwegs bei Lindes mobiler Tanke auf 700 bar komprimierter Wasserstoff in die drei Drucktanks der Fahrzeuge nachgefüllt.

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Blechschaden in Kasachstan
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"Mit reinen Elektroautos wäre die Fahrt gar nicht möglich gewesen", sagte Zetsche: "Da hätten wir nach jeweils 100 Kilometern einen achtstündigen Tankstopp einlegen müssen." Der Gastank dagegen ist in rund drei Minuten voll.

Die drei wasserstoffbetriebenen B-Klassen spulten auf der Tour stoisch ihre Kilometer ab. Den einzigen ernst zu nehmenden Zwischenfall gab es in Kasachstan: ein unverschuldeter Unfall. Auf der Strecke von Almaty nach Balkhash wurde eines der F-Cell-Fahrzeuge am linken hinteren Kotflügel gerammt, die Hinterachse und die Stoßdämpfer beschädigt. Nach einer Reparatur vor Ort ging es dann weiter - nur noch ein paar Schrammen und etwas verbogenes Blech blieben übrig.

Fahren lassen sich die Wasserstoff-Autos völlig problemlos. Ein Druck auf den Start-Knopf sorgt für ein sanftes Säuseln - das funktionierte bei -20° im Himalaya genauso wie bei +29° in Australien. Und auch noch nach fast 30.000 Kilometern Fahrt bei einem 600 Kilometer langen Teilstück der Strecke über skandinavische Straßen. Einfach Gas geben - und nahezu lautlos setzt der 100 kW/136 PS starke Elektromotor an der Vorderachse, den die Brennstoffzelle mit Energie versorgt, das Fahrzeug in Bewegung. Geräusche machen allenfalls die Reifen beim Abrollen und der Fahrtwind.

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Antrieb im Sandwich
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Geschaltet wird nicht - wie in einem Auto mit Automatik. Das maximale Drehmoment von 290 Nm liegt wie beim Elektromotor üblich ab der ersten Umdrehung an. Einbußen an Platz und Bequemlichkeit gibt es praktisch nicht: Das komplett System der Brennstoffzelle ist im Sandwichboden unter dem Fahrgastraum untergebracht. Das sorgt so ganz nebenbei auch für einen niedrigen Schwerpunkt und für ein agiles Fahrverhalten.

Theoretisch liegt die Reichweite mit einer Tankfüllung von 3,8 Litern Wasserstoff bei rund 400 Kilometern, unterwegs wurde vorsichtshalber nur mit 300 Kilometern kalkuliert. Nur einmal, gleich auf der ersten Etappe ging der Treibstoff vorher aus - die Fahrer waren zu forsch unterwegs. Wenn die Tachonadel zwischen 100 und 120 pendelt macht die Reichweite allerdings keine Probleme. Und beim Überholen ist immer wieder auch ein schneller Zwischenspurt drin.

Dem Team des F-Cell World Drive jedenfalls hat ihre 125-Tage-Tour mehr als nur Spaß gemacht: "Ein paar Kilometer vor der Ausfahrt Stuttgart haben wir uns schon kurz überlegt, ob wir nicht einfach geradeaus weiter fahren."

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Text:  Eine eMail an Jürgen Wolff schicken Auf Artikel linken
Fotos: Tillmann
Ort: Stuttgart/Oslo

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