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Hintergrund  Hintergrund: 100 Jahre Chevrolet (2)

Heavy Chevys



100 Jahre Chevrolet – da war deutlich mehr drin als nur Corvette und Camaro. Die Top Ten der coolsten Chevrolet-Modelle in Bildern, von extrabreit über traumhaft schön bis zu höllisch schnell.

 
 100 Jahre Chevrolet (2)
  
 100 Jahre Chevrolet (2)  - Foto: Viehmann  100 Jahre Chevrolet (2) - Foto: Hersteller  100 Jahre Chevrolet (2) - Foto: Hersteller  100 Jahre Chevrolet (2) - Foto: Viehmann  100 Jahre Chevrolet (2) - Foto: Hersteller  100 Jahre Chevrolet (2) - Foto: Hersteller

<b>Bel Air: Wenn man Autofans nach dem schönsten Chevrolet aller Zeiten fragt, müssen viele nicht lange nachdenken: Der 57er Bel Air ist ihr Favorit. Schon 1950 begeisterte der Bel Air mit seiner Idee, die B-Säule wegzulassen und den Wagen zum "Hardtop" mit voll versenkbaren Seitenscheiben zu machen. So gab es beim Cruisen immer reichlich Frischluft. Der 57er Bel Air ist mit seiner üppig verchromten, aber nicht zu protzigen Front und den schicken Heckflossen mit das Schönste, was jemals bei Chevrolet vom Band gerollt ist. Auch technisch und qualitativ machte der "kleine Cadillac" unter den Chevys eine gute Figur, so dass recht viele Exemplare bis heute überlebt haben.

Corvette: Natürlich kann man Chevrolet-Historie nicht ohne einen Blick auf die Corvette würdigen. Mit Kunststoff-Karosserie, steckbaren Seitenscheiben und einem 150 PS starken Sechszylinder begann der Zweisitzer 1953 recht bescheiden und als Antwort auf britische Roadster. Mit der zweiten Generation 1963 wurde der Wagen deutlich stärker, schnittiger und eleganter und war fortan auch als Coupé zu haben. Ihren optisch muskulösesten Auftritt hatte die Corvette mit der dritten und am längsten gebauten Generation (1968 bis 1982). Die aktuelle Corvette lehrt mit bis zu 647 PS (ZR1) immer noch vielen Konkurrenten das Fürchten. Die siebte Generation der Sportwagenlegende soll 2012 auf den Markt kommen.

Camaro: Was als Antwort auf den Ford Mustang begann, entwickelte sich zu Chevys sportlichem Dauerbrenner. Der erste Camaro kam 1967 auf den Markt und hatte alles, was ein Pony Car brauchte: "Long hood, short deck"-Design (lange Motorhaube, kurzes Heck), sportliche Einzelsitze, kräftige Motoren und auf Wunsch martialisches Zubehör wie Rallyestreifen-Kriegsbemalung. Als straßentaugliche Rennversion folgte der Z-28. In Europa erregte erst die zweite Camaro-Generation ab 1970 Aufsehen. Nach der vierten Generation war 2002 erstmal Schluss. 2009 jedoch folgte die Neuauflage, die sich beim Design am Urmodell orientiert. Der neue Camaro kommt an, erscheint auch als Cabrio und konnte kürzlich sogar den Ford Mustang in der Käufergunst überholen.

Chevelle: Wenn es um hubraumstarke V8-Boliden geht, hat bei Chevrolet auch die Chevelle ein Wörtchen mitzureden. Der Wagen füllte ab 1964 die Lücke zwischen den Dickschiffen Impala und Bel Air auf der einen sowie Corvair und Chevy II auf der anderen Seite. Interessant wurde die Chevelle weniger wegen ihrer Optik – die war eher langweilig – sondern wegen des "Super Sport"-Pakets. Motoren mit bis zu sieben Litern Hubraum und 375 PS machten den Wagen in seiner Coupé-Version zu Chevrolets berühmtesten Muscle Car. Als Höhepunkt der Modellreihe gilt die 70er Chevelle SS 454. In den 70er Jahren wurde die Motorleistung nach unten gefahren und die Chevelle schließlich vom Malibu abgelöst.

Corvair: "Unsafe at any speed" – unsicher bei jeder Geschwindigkeit. Dieses Stigma wurde vom berühmten Verbraucheranwalt Ralph Nader für viele amerikanische Automobile geprägt und wird vor allem Chevrolets Corvair für immer anhaften. Dabei war der Wagen, der von 1960 bis 1963 wegen seiner Hinterachskonstruktion ein tückisches Fahrverhalten an den Tag legen konnte, etwas ganz Besonderes: Er ist das einzige von einem US-Hersteller gebaute Großserien-Auto mit Heckmotor. Auch die kompakten Abmessungen und die bescheidene Leistung (80 PS) hoben sich von den üblichen Straßenkreuzern ab. Das Design des Wagens inspirierte andere Hersteller, was man zum Beispiel am NSU Prinz beobachten kann. Es gab den Corvair auch als Kombi, Van und Cabriolet. 1966 erhielt der Corvair als einer der ersten PKW einen Motor mit Turbolader. 1969 wurde das Modell eingestellt.

Nomad: Kombis sind bloß zweckmäßige Lastesel oder praktische Pampersbomber? Weit gefehlt. Lange bevor Volvo seinen Schneewittchensarg oder BMW seinen 2002 Touring herausbrachte, hatte Chevrolet sportliche Lifestyle-Kombis im Programm. Der Prototyp entstand 1954 auf Basis der Corvette. Das Kombiheck wurde einfach an den 55er Chevrolet angepasst. Panorama-Seitenscheiben, Chromzierleisten an der Heckklappe und ein mit Teppich ausgekleideter Kofferraum brachten Luxus ins Kombi-Segment. Noch hübscher gelang der Nomad von 1957 auf Basis des Bel Air. Leider war der Nomad auch der teuerste Wagen im Chevy-Programm. Die Kombis wurden trotzdem schnell Kult. 2004 stellte Chevrolet den Nomad Concept auf die Räder, doch die moderne Hommage an das Original blieb leider nur ein Show Car.

Impala: Einen schweren Straßenkreuzer nach einer Antilopenart zu benennen – das erfordert schon gesundes Selbstbewusstsein. 1958 erschien der Impala als Top-Modell des Bel Air und wurde zum Flaggschiff aller Chevrolets. Eine Stilikone ist der 59er Impala mit seinen fast waagerecht angeordneten Heckflossen, die an Fledermausflügel erinnern. In den kommenden Jahrzehnten war der Impala stets Chevys prestigeträchtiges Fullsize-Modell. Dieser Nimbus ist ihm bis heute geblieben, auch wenn das aktuelle Modell doch recht langweilig daherkommt und an die Dimensionen der Impalas in den 60er oder 70er Jahren nicht heranreicht.

El Camino: Halb PKW, halb Truck – lange vor dem Trend zum SUV schufen die Amerikaner eine ganz neue Fahrzeuggattung. Als Reaktion auf den erfolgreichen Ford Ranchero stellte Chevrolet 1959 den El Camino (spanisch für: Der Weg) auf die Räder. Von 1964 bis 77 stand der El Camino jeweils auf der Plattform der Chevelle. Gerade in seinen frühen Jahren war der Wagen nicht nur ein praktisches Arbeitstier, sondern auch ein echtes Rennpferd: Genau wie für Coupés und Limousinen konnte man für den El Camino großvolumige V8-Motoren ordern, selbst wenn das die meisten Kunden nicht taten. 1970 leistete der Freizeitlaster in seiner höchsten Ausbaustufe mehr als 400 PS.

Suburban: In Europa ist der Chevy Suburban kaum bekannt, in den USA ist der große SUV ein Dauerbrenner. Das erste Modell erschien schon 1935 unter dem Namen "Carryall Suburban". Damit ist Suburban der langlebigste Modellname, den es in der Autoindustrie je gegeben hat. Bis heute ist der Wagen weniger ein Lifestyle-SUV, sondern eher ein reiner Personentransporter für bis zu neun Passagiere oder eine Großfamilienkutsche, die neben voller Besatzung und Gepäck auch noch mühelos das Segelboot oder den Camping-Trailer ziehen kann. Eine Nummer kleiner treibt es der Chevrolet Tahoe, der als Nachfolger des Blazer ebenfalls eine große Fangemeinde hat.

Caprice: Wer einen amerikanischen Actionfilm aus den 80er oder 90er Jahren sieht, wird am Chevy Caprice kaum vorbeikommen. Die große Limousine war nämlich ein äußerst beliebtes Polizeiauto und wurde in Streifen wie "Speed" im Akkord verschrottet. Der Caprice wurde 1966 als eigene Baureihe eingeführt. Besonders in den späten 60ern und frühen 70ern Jahren war der Wagen ein echtes Schlachtschiff. 1977 schrumpfte der Caprice im Zuge des Downsizing-Trends auf "bescheidene" 5,4 Meter. 1991 wurde die kastenförmige Karosserie durch ein rundliches, aber auch sehr ausladendes Design ersetzt. Der Caprice Kombi war der letzte große amerikanische Station Wagon, bevor der Minivan-Trend den Kombi platt machte. Aktuell gibt es nur noch bei der australischen GM-Schwester Holden ein Modell namens Caprice. 2011 erscheint die Ikone als Caprice PPV (Police Patrol Vehicle) wieder in den USA – aber nur als Spezialmodell für die Polizei.


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