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Hintergrund  Hintergrund: USA goes Smart Forfour

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Den USA ist der Smart Fortwo zu wenig und der neue Viersitzer kommt 2013/2014 einfach zu spät. So bringt Smart USA nächstes Jahr einfach einen eigenen Fünftürer - ein Nissan Micra mit Smart-Logo.

 
 USA goes Smart Forfour
  
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In den USA läuft das Geschäft mit dem Smart Fortwo seit Monaten lausig. Von dem grandiosen Start im Jahre 2008 mit mehr als 24.000 verkauften Fahrzeugen ist nichts mehr geblieben. Nachdem die Gallone (3,8 Liter) Benzin in den USA wieder kaum mehr als 2,50 Dollar kostet und auch viele Hybridmodelle sinkende Ansatzzahlen melden, sieht es bei Smart besonders düster aus. Nach weniger als 15.000 verkauften US-Fahrzeugen in 2009 und deutlich weniger als erwarteten 10.000 USA-Smarts in 2010 zieht Generalimporteur Roger Penske die Reißleine: Die USA bekommen als Turboentwicklung einen eigenen Smart Fortwo mit fünf Türen und fünf Sitzplätzen.

Roger Penske, einer der größten Autohändler in den USA, ist ein alter Hase im Geschäft. Image und Strategien interessieren ihn wenig. Es geht allein um "cash" - und da sah es bei den US-Händlern in den vergangenen 18 Monaten schlecht aus. Die Smart-Händler protestierten und stießen bei Penske, der kaum Geld in Marketing oder Werbekampagnen steckt, auf offene Ohren. Smart USA bekommt seinen Fünftürer daher nicht erst in drei bis vier Jahren, wenn die neue Modellreihe auf den Markt kommt, sondern bereits im Herbst 2011.

Der neue Smart Forfour ist ein Nissan Micra mit neuer Front und kaum verändertem Heck. Der Wagen wird in Mexiko produziert und soll im Herbst 2011 auf den US-Markt kommen. Die amerikanische Smart-Chefin Jill Lajdziak bekräftigt: "Das neue Modell wird unser Smart-Angebot in den USA deutlich ausweiten, indem wir nun auch einen Fünfsitzer anbieten können und zudem an Effizienz und Erhalt der Natur festhalten."

In Europa und speziell in Deutschland wird das eilig zusammengeschusterte Projekt mit viel Argwohn betrachtet. Markenpositionierung, Tridion-Sicherheitszelle und der Smart als Kernmodul eines Mobilitätskonzepts würden bis zur Unkenntlichkeit verwässert. Dabei hatten die Smart-Verantwortlichen nach der Pleite mit dem ersten Smart Forfour, der einst zusammen mit Mitsubishi entwickelt wurde, immer wieder bekräftigt, dass alle zukünftigen Modelle ureigene Smart-Gene wie Tridion-Sicherheitszelle und Heckmotor in sich tragen sollten. Schon der alte Smart Forfour, der von Mitsubishi als Colt verkauft wurde, war von den meisten nur als bunter Kleinwagen ohne Smart-DNA zu einem überhöhten Preise angesehen worden.

Erst im Frühjahr 2010 war nach langem Ringen die weitreichende Kooperation zwischen Smart und Renault-Nissan unter Dach und Fach gebracht worden. Das normale Modell des Smart Fortwo wird derzeit von Smart und Renault zusammen entwickelt, kommt aber erst 2013/2014. Daimler-Vertriebsvorstand Joachim Schmidt hatte bekräftigt: "Wir werden die Einzigartigkeit des Smarts bewahren." Das sollte auch für einen Viersitzer und einen etwaigen SUV gelten, die in Planung sind. Doch anscheinend haben Daimler und Smart über Nacht alle Vorgaben über Bord geworfen.

Derweil dealte Roger Penske zusammen mit seinem alten Freund Dieter Zetsche aus, dass die der amerikanische Markt mit Duldung aus Stuttgart fremdgehen darf. Scheinbar will Daimler Roger Penske als seinen Großhändler in den USA nicht vergrämen. Sonst würde man sich wohl kaum von einem einzelnen Markt derart auf der Nase herumtanzen lassen. Auch ein kleiner Nissan-Geländewagen mit Smart-Logo scheint nur noch eine Frage der Zeit.

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