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Hintergrund  Hintergrund: Coda Elektroauto

Normalo mit Stromanschluss



Der Coda soll Konkurrent für Chevrolet Volt und Nissan Leaf werden – mit Hilfe aus China. Eins unterscheidet die eLimousine von der Konkurrenz: Sie sieht überhaupt nicht aus wie ein Öko-Auto.

 
 Coda Elektroauto
  
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Nein, dieses Auto hat wirklich nichts Spektakuläres an sich. Der Coda wirkt wie eine x-beliebige Stufenhecklimousine. Wenn er wie geplant noch in diesem Jahr auf den amerikanischen Markt kommt, dürfte er im Straßenbild zwischen all den Toyota Corollas und Honda Civics sang- und klanglos untergehen. Aber irgendwann wird jemandem auffallen, dass das unscheinbare Stufenheck niemals eine Tankstelle aufsuchen muss: Der Coda hat einen 100 Kilowatt starken Elektromotor unter der Haube, gespeist von 728 Lithium-Ionen-Zellen. Ende des Jahres soll das Auto im Sonnenstaat Kalifornien zu haben sein.

"Die Technik und das Design des Coda stammen aus den USA, auch die wichtigsten Komponenten des Elektroantriebs werden in den USA hergestellt", sagt Unternehmenssprecherin Kara Saltness. Die Endmontage des Autos findet allerdings in China bei Codas Partner Hafei Automobile Group statt. Hafei besteht seit 2006. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben mehr als 11.000 Mitarbeiter und bislang 400.000 Autos gebaut. Der Coda borgt sich seine Karosserie von der Kompaktlimousine Hafei Saibao. "Coda Automotive wird die Sicherheits-Zertifizierung und die Qualität der Konstruktion überwachen", betont Kara Saltness.

Der 4,4 Meter lange Coda bietet vier Sitzplätze und ist mit ABS, ESP sowie sechs Airbags ausgerüstet. Radio, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Klimaanlage und Navigationssystem gehören ebenfalls zur Serienausstattung. Der 134 PS starke Elektromotor soll das Auto in rund 11 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 130 km/h begrenzt. Die Lithium-Ionen-Akkus mit einer Kapazität von 33,8 Kilowattstunden sollen Reichweiten zwischen 140 und 200 Kilometern ermöglichen.

Coda will eine Garantie von drei Jahren auf das Fahrzeug und von acht Jahren beziehungsweise 160.000 Kilometern auf die Batterie gewähren. Die Ladezeit an einer 220 Volt-Steckdose gibt das Unternehmen mit sechs Stunden an.

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Satte Förderung
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Über den Verkaufserfolg wird nicht zuletzt der Preis entscheiden. "Wir arbeiten daran, ihn im Bereich von knapp über 30.000 US-Dollar zu halten", sagt Coda-Sprecherin Saltness, darin sei die staatliche Förderung von Elektroautos in Höhe von 7500 Dollar bereits mit eingerechnet. Unterm Strich dürfte der Coda also umgerechnet rund 22.000 Euro kosten.

Für ein Kompaktmodell wäre das in den USA immer noch sehr viel Geld. Selbst eine große Limousine wie der Ford Taurus kostet dort mit Vollausstattung inklusive Allradantrieb umgerechnet kaum 26.000 Euro. Die Spritpreise sollen im Laufe des Jahres zwar kräftig steigen – und damit auch das Interesse an Öko-Autos auf dem sehr wankelmütigen US-Markt – doch für die breite Masse wird selbst ein gefälliger Stromer wie der Coda vorerst kaum in Frage kommen.

Immerhin: Langsam aber sicher wächst die Palette der Stromer, die nicht nur als Studie auf dem Präsentierteller verrosten. Die Elektroauto-Initiative Plug-In America hat ermittelt, dass im Jahr 2010 in den USA sieben batterieelektrische PKW, vier Plug-In-Hybride, vier dreirädrige Stromer, sieben Elektro-Motorräder sowie neun elektrische Nutzfahrzeuge auf den Markt kommen oder bereits zu haben sind. Dazu kommen zahlreiche Unternehmen, die die Umrüstung von konventionellen Fahrzeugen auf Batteriebetrieb anbieten.

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Signal für die Branche
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Die Förderung der Stromer ist noch von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden. So gibt es beim Kauf in Kalifornien, Georgia und Oregon bis zu 5000 Dollar Anreiz, in Colorado sogar 6000 Dollar.

Doch auch die amerikanische Bundesregierung schüttet das Füllhorn aus. Der Stromer-Zuschuss hängt von der Leistung der Batterie ab und reicht von 2500 bis maximal 7500 Dollar. Mit dem höchsten Bonus könnte also beispielsweise der Käufer eines Stromers in Kalifornien die Anschaffungskosten um 12.500 Dollar reduzieren. Je nach Bundesstaat kommen weitere Vergünstigungen hinzu, etwa die Erlaubnis, auf der Autobahn die Car Pool-Spur zu benutzen. Sie ist normalerweise Autos vorbehalten, die mit mindestens zwei Personen besetzt sind.

Dass neue Unternehmen den großen Automobilkonzernen zumindest beim Image eine lange Nase drehen können, hat Tesla bereits bewiesen: Vor kurzem wurde der 1000. Elektro-Roadster der Amerikaner gefertigt, in wenigen Jahren sollen eine neue Generation des Roadsters und die Limousine Tesla S auf den Markt kommen. Teslas angemeldeter Börsengang gilt im Erfolgsfall als Signal für die ganze Branche, die die Elektromobilität aus der idealistischen Öko-Ecke holen würde.

Mit Spannung wartet die Autowelt auch auf den Fisker Karma, mit dem der Däne Henrik Fisker einen Stromer im Premium-Segment etablieren will. "Gegenüber Marken mit einem bereits gefestigten Image haben wir einen entscheidenden Vorteil", sagt Fisker, "die müssen ihre Kunden erst davon überzeugen, dass sie plötzlich ‚grün’ sind. Wir sind es schon von Anfang an."

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