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Hintergrund  Hintergrund: Wer ist GAZ?

Moskau in Rüsselsheim



Der Magna-Konzern wird als Retter von Opel gehandelt. Der russische Autobauer GAZ und die Sberbank in seinem Gefolge spielen in der öffentlichen Wahrnehmung bislang kaum eine Rolle.

 
 Wer ist GAZ?
  
 Wer ist GAZ?  - Foto: Hersteller  Wer ist GAZ? - Foto: Hersteller  Wer ist GAZ? - Foto: Hersteller  Wer ist GAZ? - Foto: Hersteller  Wer ist GAZ? - Foto: Hersteller  Wer ist GAZ? - Foto: Hersteller

Jeder, der die Wirtschaftsseiten deutscher Zeitungen liest, ist inzwischen bestens über die Aktivitäten des kanadisch-österreichischen Unternehmens Magna informiert. Er weiß, dass Firmengründer Frank Stronach einst seine steirische Heimat verließ und in Kanada eine Bilderbuchkarriere machte. Und dass sein Konzern heute bei fast allen bekannten Automarken rund um den Globus "mitbaut".

Der russische Autobauer GAZ dagegen, der im Verbund mit der Sberbank künftig sogar das größere Opel-Aktienpaket halten wird, ist bislang allenfalls Freunden robuster Transporter und bulliger Geländewagen ein Begriff. Aus der russischen Automobilgeschichte dagegen ist die Gorkowski Awtomobilny Sawod, kurz GAZ genannt, nicht wegzudenken.

Die Autoschmiede ging 1932 nach Beschluss des ersten Fünfjahresplans an den Start, den sich die Führung der jungen Sowjetunion auferlegt hatte. Produktionsstandort war und ist bis heute Nischni-Nowgorod, die Stadt, die just im Jahr 1932 in "Gorki" umbenannt wurde sechs Jahrzehnte lang Sonderstatus hatte - Ausländern durften Gorki nicht betreten. Nach Gorki, das seit 1992 wieder Nischni-Nowgorod heißt, verbannte die Sowjetführung den Atomphysiker, Nobelpreisträger und Dissidenten Andrei Sacharow in den 1980er Jahren. In Gorki wurden Atom U-Boote und Kampfflugzeuge produziert - und eben auch Automobile der Marke GAZ.

Anfangs konzentrierte sich GAZ auf die Produktion leichter Lastwagen. Aber auch PKW namens GAZ-A und M1 rollten vom Montageband. M1 basierte auf dem V8-40 von Ford. Denn die Sowjetführung hatte - Klassenfeind hin, Klassenfeind her - beim amerikanischen Autobauer eingekauft, Produktionsanlagen importiert und die Lizenzen für einige Modelle übernommen.

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Großer Coup
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Im Zweiten Weltkrieges stellte die Autofabrik ihre Produktion auf Panzern und Panzerspähwagen um und wurde dafür mit hochkarätigen Sowjet-Auszeichnungen geehrt. 1941 erhielt GAZ den Leninorden, 1944 den Rotbannerorden, und 1945, nach dem Sieg über Hitler-Deutschland, den "Orden des Vaterländischen Krieges" 1. Klasse.

Nach dem Krieg bereicherten verschiedenste Lastkraftwagen, Tanklaster, Muldenkipper, sowie der Geländewagen Pobeda und der Pobeda 4x4 PKW die Angebotpalette der Automobilfabrik. Seit den fünfziger Jahren bringt GAZ zudem Limousinen der Marke Wolga auf den Markt. Einen großen Coup landete die Autoschmiede in den Neunzigern mit dem Transporter GAZelle. Neuere Variationen der Ur-GAZelle haben auf den Straßen zwischen Moskau und Wladiwostok heute einen geschätzten Marktanteil von 30 bis 50 Prozent.

Auch in Deutschland sind GAZelle und andere Transporter aus Nischni-Niwgoroder Produktion zu haben. "Die Fahrgestelle sind richtig gut", sagt Thomas Schelsky, Geschäftsleiter von GAZ-Deutschland. Das Innenleben der Autos wird allerdings komplett mit Iveco-Komponenten nachgerüstet, weil die russische Technik die Euro-Normen nicht erfüllt.

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Unter fremder Flagge
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Der unökonomische 4-Zylinder Benzinmotor, mit dem die Gazelle in der russischen Produktionsstätte ausstattet wird, fordert gut und gerne seine 15 bis 20 Liter für die 100-Kilometer-Strecke. Moderne Aggregate kauft das Unternehmen GAZ International, das inzwischen dem russischen Oligarchen Oleg Deripaska gehört, bei Zulieferern ein. So sind GAZ-Transporter inzwischen zum Beispiel auch mit einem 2,1 Liter-Turbodieselaggregat von der europäischen Magna-Tochter Magna-Steyr zu haben.

Auch bei Chrysler haben sich die russischen Autobauer in den vergangenen Jahren umgetan und Verschiedenes in ihren Einkaufskorb gelegt. Aus Michigan holte sich GAZ Maschinen zur Produktion von Chrysler Sebring und Dodge Stratus in die Stadt. Gleichzeitig wurde ein Vertrag unterzeichnet, der es den Russen erlaubt, Mittelklassewagen der Chrysler Group in allen GUS-Staaten zu vertreiben - mit verändertem Design unter der eigenen Marke. Motoren dafür sollen vom Chrysler-Werk im mexikanischen Saltillo geliefert werden.

Seit Frühjahr 2008 bietet GAZ nun auch den Wolga Silber an, eine Mittelklasselimousine, die in Chrysler-Partnerschaft gebaut wird. Doch der Hoffnungsträger enttäuscht bislang - der Absatz verläuft schleppend. Bei der russischen Kundschaft gilt Wolga als veraltet. Autokäufer in Moskau und Sankt Petersburg steigen lieber in Fahrzeuge aus westlicher Produktion. Opel zum Beispiel gilt in Russland durchaus als "trendy". Der Einstieg beim deutschen Traditionsautobauer könnte für GAZ daher die dringend notwendige Trendwende bringen.

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Unter Dach und Fach
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Aus eigener Kraft kann der russische Autobauer den Deal mit Opel allerdings nicht mehr stemmen. Rund eine Milliarde Euro Schulden soll GAZ vor allem durch den schleppenden PKW Absatz bereits eingefahren haben. Auch Eigner Deripaska schwächelt finanziell. Die internationale Finanzkrise soll den einst reichsten Mann Russlands zweistellige Millionenbeträge gekostet haben.

Hilfe fürs Unternehmen kommt aus dem Kreml - der russische Staat unterstützt den Autohersteller mit Millionenbürgschaften. Für den Gelsdfluss sorgt die staatlich kontrollierte Sberbank. Und weil Deripaska seine Aktien als Sicherheit für die Bürgschaften hinterlegen musste, halten bei GAZ praktisch die Kreml-nahen Banker das Steuer in der Hand. Sollte also der Magna-Opel-Kontrakt unter Dach und Fach kommen, hat damit auch die russische Regierung eines ihrer erklärten Ziele erreicht: den Einstieg bei einem großen westlichen Unternehmen.

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