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Hintergrund  Hintergrund: Chryslers Elektroautos

Kurzschluss-Reaktion



Chrysler ruft die »Revolution individueller Mobilität« aus – mit Elektro-Versionen alter Modelle. Bis 2013 sollen vier Stromer auf den Markt kommen. Kleinwagen sind nicht dabei - und die Jeeps vorerst ohne Allrad.

 
 Chryslers E-Autos
  
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"Wir sind auf gutem Wege, Elektrofahrzeuge in die Garagen unserer Kunden fahren zu lassen", freut sich Chryslers Produktentwickler Frank Klegon. "Eine breite Auswahl an umweltfreundlichen, sauberen, leisen und verantwortungsvollen Fahrzeugen" will Chrysler den Kunden bieten – und bis 2013 eine halbe Million Elektroautos auf Amerikas Straßen bringen. Im Jahr 2010, in dem Chevrolet seine elektrische Familienlimousine Volt verkaufen will, soll auch bei Chrysler der erste Stromer verfügbar sein.

Die Amerikaner stellen in Detroit seriennahe Fahrzeuge vor: Den Sportwagen Dodge Circuit, den Familienvan Chrysler Town & Country EV, den Jeep Wrangler Unlimited EV, den Jeep Patriot EV und die Studie Chrysler 200C EV. Abgesehen von den beiden letztgenannten hatte man frühe Prototypen der Stromer schon vor einigen Monaten in Auburn Hills der Öffentlichkeit präsentiert.

Im Gegensatz zum Chevrolet Volt, der speziell als Elektroauto konzipiert wurde, basiert Chryslers "Revolution" auf normalen Serienmodellen der schwächelnden Marktsegmente Van und SUV. Beim Antriebskonzept setzen GM und Chrysler allerdings aufs selbe Pferd: Die Fahrzeuge werden rein elektrisch angetrieben, können aber nur über eine relativ kurze Strecke allein mit Saft aus den Lithium-Ionen-Akkus fahren. Ein Verbrennungsmotor mit integriertem Generator lädt während der Fahrt die Batterien auf, so dass eine alltagstaugliche Reichweite entsteht.

Der Van und die beiden SUV-Stromer haben zwei "Tankdeckel": Auf der linken Seite stöpselt man den Stecker zum Aufladen der Batterien ein, rechts ist der normale Tankstutzen. Wie lange der Ladeprozess an einer normalen Steckdose dauert – in den USA hat man im Haushalt nur 110 Volt Stromspannung – verrät Chrysler nicht.

Der Jeep Patriot EV hat Vorderradantrieb, einen 150 kW-Elektromotor an Bord und eine maximale Reichweite von 640 Kilometern. Beim Wrangler Unlimited EV werden Jeep-Fans lange Gesichter machen – der Protoyp hat keinen Allrad-, sondern nur Hinterradantrieb. "Wir erkunden die Möglichkeiten für einen Vierradantrieb mit in den Rädern integrierten Elektromotoren", heißt es bei Chrysler.

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Ein Jeep ohne Allrad?
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Schick und elegant, aber eben nur eine Studie ist der 200C EV. Die 4,8 Meter lange Limousine wird von einem 200 kW starken Elektromotor angetrieben, mit Range Extender soll die Reichweite 644 Kilometer betragen.

Eine Sonderrolle nimmt der Dodge Circuit EV ein, der als einziger im Elektro-Reigen nicht auf bekannten Chrysler-Modellen beruht. Basis dürfte der Lotus Europa sein. Die ausgesprochen gelungene Karosserie erinnert von vorn ein wenig an die Viper und wirkt wie ein klassischer Mittelmotor-Sportwagen.

Wie auch der Tesla Roadster hat der 3,9 Meter lange Circuit keinen Range Extender an Bord, sondern soll allein mit Hilfe seiner Lithium-Ionen-Akkus zwischen 240 und 320 Kilometer weit fahren können. Der Elektromotor leistet 200 kW und schickt sein Drehmoment an die Hinterräder. Der Circuit soll in weniger als fünf Sekunden auf 100 km/h sprinten und über 200 km/h schnell sein. Für Komfort sorgen elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Tempomat und Lederpolster.

Die Produktion des ersten Elektrofahrzeugs will Chrysler im Jahr 2010 starten, bis 2013 sollen drei weitere Stromer folgen. Welches Modell als erstes elektrifiziert wird, haben die Amerikaner bislang genauso wenig verraten wie die Preise. Da Chrysler dringend ein erfolgreiches Volumenmodell braucht, dürften weder Jeep Wrangler noch Dodge Circuit den Anfang machen sondern eher der Jeep Patriot EV. Beim 200C EV dürften ein bis zwei Jahr Entwicklungszeit bis zur Serienreife kaum ausreichen.

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Text:  Eine eMail an Sebastian Viehmann schicken Auf Artikel linken
Fotos: Hersteller
Ort: Detroit

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