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Lotusblüte



Alkohol im Tank, Hybridantriebe, Elektro-Renner und Downsizing: Die britische Traditionsschmiede Lotus will sich einen neuen Namen machen – als Vorreiter in Sachen umweltfreundlicher Sportwagen.

 
 Öko-Lotus
  
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Der Lotus Exige Tri-Fuel ist für die Rennstrecke geboren. Sein 273 PS starker Motor bringt die zweisitzige Leichtrakete auf 255 Sachen, Tempo 100 ist schon nach knapp vier Sekunden erreicht. Wenn er wieder auftanken muss, heißt es "Alle guten Dinge sind drei": Der Versuchswagen läuft mit Benzin, Bioethanol oder Methanol – oder jeder beliebigen Mischung dieser Kraftstoffe.

Methanol hat eine höhere Oktanzahl als Benzin und ist daher besonders klopffest, also weniger anfällig für unkontrollierte Selbstzündungen des Kraftstoff-Luft-Gemisches. Die Motorleistung steigt mit Methanol im Tank um bis zu 10 Prozent. Als Basismotor des Tri-Fuel dient der 1,8-Liter Vierzylindermotor des Exige, der zusätzlich Druck von einem Roots-Lader bekommt.

Benzin und aus Biomasse gewonnenes Ethanol sind weit verbreitete Kraftstoffe. Methanol wird unter anderem im Rennsport eingesetzt. Die Flitzer der Indy-Car-Rennserie etwa tankten seit den 60er Jahren Methanol, bis man im vergangenen Jahr komplett auf Ethanol umstellte. Die Nachteile des Methanols: Es ist hochgiftig und erfordert einen sorgfältigen Umgang. Außerdem greift es bestimmte Stoffe wie Aluminium an, die im Rennsport gern verwendet werden.

Methanol lässt sich unter anderem aus Erdgas oder aus Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasserstoff gewinnen. Zur Erzeugung von Wasserstoff allerdings werden große Mengen elektrischer Energie benötigt. Gewinne man das CO2 aus der Atmosphäre, so die Lotus-Ingenieure, wäre der Betrieb des Tri-Fuel zumindest in diesem Punkt klimaneutral: Das zur Produktion aus der Atmosphäre entnommene CO2 gleiche die Emissionen des Fahrzeugs aus.

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Zukunftsvisionen
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"Der Exige TriFuel könnte der Vorreiter einer neuen Generation konventionell angetriebener Fahrzeuge sein, die potenziell klimaneutral sind", heißt es bei Lotus. Die Herausforderung bestehe darin, Methanol aus regenerativen Ressourcen zu gewinnen.

Den Lotus-Ingenieuren schwebt langfristig der Umstieg von Ethanol auf Methanol als Kraftstoff vor, mit der Einführung der Direkt-Methanol-Brennstoffzelle als letztem Schritt. Die verwendet als Brennstoff ein Methanol-Wassergemisch anstelle von Wasserstoffgas, befindet sich aber noch im Entwicklungsstadium.

Lotus Engineering, die Entwicklungssparte der Lotus Group, ist auch beim Thema Hybrid- und Elektroantrieb aktiv. Für Aufsehen sorgte zuletzt der ZAP-X Crossover. Das Show Car mit seinem 644 PS starken Elektromotor und Allradantrieb war allerdings von der Serienreife noch weit entfernt.

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Zwergenmotor mit Biss
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Lotus will sich auch beim populären Thema Downsizing einen Namen machen. Zusammen mit Continental haben die Briten auf Basis eines Opel Astra das "Low CO2 Car" vorgestellt. Es hat einen von Lotus entwickelten Dreizylinder-Benzinmotor mit 1,5 Litern Hubraum und leistet 160 PS. Dazu kommt ein 12 Kilowatt starker Elektromotor, so dass der Lotus-Testwagen zu einem "Mild Hybrid" wird.

Der Wagen wurde auf einer Continental-Teststrecke in Frankreich und bei Lotus in Großbritannien getestet. Im Vergleich zum serienmäßigen 1,8-Liter-Vierzylindermotor des Astra (140 PS, maximales Drehmoment 175 Newtonmeter) kann sich der kleine Lotus-Dreizylinder durchaus sehen lassen: Laut den Angaben der Briten stemmt das 160 PS-Aggregat 240 Newtonmeter auf die Kurbelwelle und verursacht 15% weniger CO2-Emissionen.

"Durch die intelligente Verknüpfung einer Reihe von Technologien haben wir ein Fahrzeug auf die Räder gestellt, dass Autofans mit ausgezeichneten Leistungs- und Drehmomentwerten begeistert und gleichzeitig weniger die Umwelt belastet", sagt Lotus-Chef Mike Kimberley. Denn ein entscheidender Faktor bei der Entwicklung von "Green Cars" werde es in den nächsten Jahren sein, den Fahrspaß zu erhalten.

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Text:  Eine eMail an Sebastian Viehmann schicken Auf Artikel linken
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