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Hintergrund  Hintergrund: Spritsparkonzepte

Blaugrüne Koalition



Die Autohersteller feilen an neuen Spritsparkonzepten. Oft bieten sie dabei alten Wein aus neuen Schläuchen – doch das meiste funktioniert noch immer. Ein kleiner Überblick über Modelle gegen den Spritpreis-Schock.

 
 Spritsparkonzepte
  
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Autos werden immer schwerer. Ein VW Golf wog 1974 rund 800 Kilogramm - das aktuelle Modell des Wolfsburger Bestsellers bringt nun 1,1 Tonnen auf die Waage. Doch immer mehr Nebenaggregate und Elektronik erhöht nicht nur das Gewicht, sie will auch mit immer mehr Energie versorgt werden.

Allen Fortschritten in der Motorentechnik selbst zum Trotz ist die Verbrauchsbilanz moderner Autos in der Summe eher bescheiden. Erst recht, wenn man sich den Fortschritt auf anderen Gebieten – etwa der Sicherheitstechnik – betrachtet. Effizienz ist gefragt. Und als Speerspitze alt bekannter wie neuer Techniken dienen Spritspar-Modelle.

Mercedes setzt bei der C-Klasse auf "BlueEfficiency". Dazu gehört ein Leichtbaukonzept, bei dem selbst eine um 1,2 Kilogramm erleichterte Verbundglas-Frontscheibe ihr Scherflein zum Abspecken beiträgt. Ins Spiel kommen außerdem Reifen mit geringerem Rollwiderstand, spezielle Motor- und Unterbodenverkleidungen, Benzindirekteinspritzung, eine tiefer gelegte Karosserie und eine verlängerte Hinterachsübersetzung.

Die facegeliftete B-Klasse kommt im Herbst mit einer Start-Stopp-Funktion auf den Markt. Konkurrent BMW war schneller: Im Zuge des von langer Hand vorbereiteten Programms "EfficientDynamics" kommen 1er, 3er und Mini schon heute in den Genuss einer Start-Stopp-Automatik, Bremsenergierückgewinnung sowie anderer Spritspar-Maßnahmen.

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Von der Formel E zu BlueMotion
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Im Volkswagen-Konzern haben Spritspar-Konzepte schon einen langen Bart. Bereits 1981 kamen die "Formel E"-Modelle auf den Markt, die mit zahlreichen Maßnahmen – darunter einer geänderten Getriebeübersetzung – auf Sparsamkeit getrimmt waren. Weil die Ersparnis unter dem Strich bescheiden war, blieb die Formel E ein Ladenhüter und wurde schließlich eingestellt.

Heute heißt das Zauberwort BlueMotion. Die Sparversionen von Polo, Golf, Passat oder Caddy specken ab durch Gewichtsreduzierung, Eingriffe ins Motormanagement und eine verbesserte Aerodynamik. Dazu gibt es eine längere Übersetzung der oberen Getriebestufen.

Die spanische Variante der BlueMotion-Technologie heißt Ecomotive und kommt von Seat. Beim Ibiza Ecomotive brummelt der gleiche 80 PS-Diesel wie im Polo BlueMotion unter der Haube, gepaart mit der verlängerten Getriebeübersetzung und Gewichtseinsparungen. Allerdings verzichtet Seat auf strömungsgünstige Verkleidungen am Unterboden und am Kühler, wie man sie vom Polo BlueMotion kennt. Der Ibiza kommt laut Werksangabe trotzdem auf 3,8 Liter Durchschnittsverbrauch. Sein Vorteil: Er ist schon von Haus aus etwas leichter als der Polo.

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Skoda wird grün
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Als Dritter im Volkswagen-Bunde setzt Skoda beim Fabia und Octavia mit der "GreenLine"-Reihe auf Sparsamkeit. Der Fabia GreenLine basiert auf der Ausstattungsvariante Ambiente, bei der unter anderem Tempomat, Klimaanlage und elektrische Fensterheber an Bord sind. Abgesehen von einer Dachreling kann man keine Sonderausstattung bestellen, damit die Gewichtsbilanz nicht verhagelt wird.

Unter der Haube arbeitet wie beim Polo BlueMotion der 80-PS-Diesel mit längerer Übersetzung der Gänge. Die Tschechen versprechen einen Durchschnittsverbrauch von 4,1 Litern pro 100 Kilometer.

Der koreanische Autobauer Kia hat mit der Studie Eco_Cee’d ähnliche Sparkonzepte vorgestellt, die ab 2009 in die Serienproduktion einfließen sollen. Der 115 PS starke Vierzylinder-Turbodiesel des Cee’d soll unter anderem mit einer Start-Stopp-Automatik und Aerodynamik-Maßnahmen einen Durchschnittsverbrauch von nur 3,9 Litern pro 100 Kilometer ermöglichen.

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Besser kein Klima
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Selbst bei knallhart preiskalkulierten Billigautos sind Spritspar-Konzepte denkbar. Die Renault-Tochter Dacia hat als Konzeptstudie den Logan Eco2 Concept präsentiert, der bei einem Verbrauch von 3,8 Litern Diesel pro 100 Kilometer nur 97 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt. Möglich wird das außer durch Feintuning an Kolben, Einspritzsystem und Getriebe auch durch ein Aerodynamik-Paket für die Karosserie.

Konsequenterweise verzichten manche Spar-Modelle auch auf eine Klimaanlage, die gerade bei kleinen Motorisierungen den Verbrauch kräftig in die Höhe treiben kann. Die Kehrseite der Medaille: Bei brütender Hitze wird man auf der Fahrt das Fenster herunterkurbeln. Das verschlechtert die Aerodynamik des Autos und erhöht den Verbrauch – wenn auch nicht im selben Maße wie eine Klimaanlage.

Ein Haken an vielen Spritspar-Konzepten ist, dass sich der versprochene Verbrauch in der Praxis oft nur mit eiserner Disziplin realisieren lässt – eine betont Sprit sparende Fahrweise ist also angesagt.

Neben einer verbrauchsoptimierten Fahrweise ist der sparwillige Pilot auch bei Kleinigkeiten gefordert. So ist der empfohlene Reifendruck der Leichtlauf-Pneus beim Seat Ibiza Ecomotive zum Beispiel mit 2,9 Bar vorn und 2,7 Bar hinten etwas höher als beim normalen Ibiza – weniger Rollwiderstand bedeutet weniger Verbrauch.

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Text:  Eine eMail an Sebastian Viehmann schicken Auf Artikel linken
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