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Ford Kuga 2.0 TDCi  Fahrbericht: Ford Kuga 2.0 TDCi

Asphaltcowboy



Das hat noch gefehlt in der Ford-Palette: ein kompaktes SUV. Mit dem Kuga bedient der US-Hersteller nun endlich auch in Europa wieder das gehypte Segment der handlichen Crossover-Modelle.

 
Ford Kuga 2.0 TDCi
  
Ford Kuga 2.0 TDCi - Foto: Hersteller Ford Kuga 2.0 TDCi- Foto: Weißenborn Ford Kuga 2.0 TDCi- Foto: Weißenborn Ford Kuga 2.0 TDCi- Foto: Weißenborn Ford Kuga 2.0 TDCi- Foto: Weißenborn Ford Kuga 2.0 TDCi- Foto: Weißenborn
Ford Kuga 2.0 TDCi
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Ford Kuga 2.0 TDCi
Ford Kuga 2.0 TDCi
[+] Sicheres Fahrverhalten, gutes Sicherheitsniveau, aufgeräumter Innenraum, gute Verarbeitung, hochwertige Materialien, große Laderaumöffnung, vergleichsweise geringer Verbrauch
[-] Mäßige Rundumsicht, hakelige Schaltung

Der Kuga hat optionalen Allradantrieb und einen Böschungswinkel von 21 Grad vorn, von 25 hinten. Er hat einen maximalen Kippwinkel von 14,5 Grad und eine Bodenfreiheit, die sich jenseits befestigter Wege sehen lassen kann. Der Fall scheint klar: Der neue Kompakte hat sich die Parole Offroad auf die Fahnen geschrieben. Knapp daneben: Zwar kann sich der 4,44 Meter lange Poser mit dem muskulösen optischen Auftritt dank automatischer Drehmomentverteilung problemlos auch aus schlammigem Untergrund befreien - doch am wohlsten fühlt sich der Kuga, wenn er Festes unter die Räder bekommt.

"Wir wollten keinen Offroader machen", sagt Kuga-Chefingenieur Klaus Peter Tamm und verweist darauf, dass die fürs Grobe gemachten SUV im Alltag laut Statistik fast ausschließlich die sanftere Gangart bevorzugen. Insofern hat Ford aus der Not, das Segment mit einem für den europäischen Markt maßgeschneiderten Modell endlich zu besetzen, eine Tugend gemacht. Man blickte auf die Erfahrung der anderen Hersteller und kam zu dem Schluss: Die Tugend heißt Straßentauglichkeit.

Und die erfüllt der Kompakte gut und weitaus besser als der bis vergangenes Jahr hierzulande vertriebene und eigentlich für US-Kunden geschaffene Ford Maverick. Denn der Kuga basiert technisch auf der bewährten Plattform von Focus und C-Max, mit denen er gemeinsam im Ford-Werk in Saarlouis vom Band rollt. Nicht von ungefähr also, dass der Kompromiss zwischen Komfort und Agilität gelungen ist und dem Neuen PKW-haftes Fahrverhalten bescheinigt werden muss.

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Sport-Modus
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Selbst durch winkelige Kurven steuert sich der Wagen souverän. Leicht synthetisch, aber durchaus direkt fühlt sich die Lenkung an. Wer es sportlicher mag, kann diese vom Normal- in den Sport-Modus umschalten und geht sich windende Landstraßen agiler an. Die aufgrund des höher liegenden Fahrzeugschwerpunktes unvermeidlichen Wankbewegungen wurden auf ein Minimum reduziert. Dazu streckten die Entwickler den Radstand gegenüber dem Focus um ein paar Millimeter auf 2,69 Meter und verbreiterten zusätzlich die Spur. Nur die recht hakelige 6-Gang-Schaltung und der mangelnde Seitenhalt des Gestühls schmälern den Fahrspaß.

Einen Beitrag zur Fahrstabilität leistet zusätzlich und unmerklich der automatische Allradantrieb. Dessen Haldex-Kupplung leitet wenigstens zehn Prozent der Kraft an die Schwertlenker-Hinterachse weiter - je nach Straßenverhältnissen bis zu 50 Prozent. Für Traktion ist also stets gesorgt.

"Stabiles und ruhiges Fahren auch bei Nässe" lautet das Hersteller-Versprechen. Aber auch nach starken Regengüssen aufgeweichter Untergrund stellte für den Kompakten bei einer ersten Ausfahrt keine große Hürde dar. Serienmäßiges ESP, sechs Airbags und eine elektronische Anti-Überrollfunktion bringen den Kuga auf den aktuellen Sicherheitsstand.

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Zurückhaltung
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Begrenzt wird der ambitionierte Fahrer allerdings durch die Motorisierung. Denn das 136 PS-starke Vierzylinder-Turbodiesel-Aggregat mit zwei Litern Hubraum ist derzeitig das einzig angebotene. 90 Prozent der Kunden würden sich im Segment der kompakten SUV für einen Selbstzünder zwischen 120 und 150 PS entscheiden, heißt es bei den Kölnern zur Begründung des vorübergehenden Abschieds von einer Motorenpalette. Erst zum Jahreswechsel soll mit einem 2,5 Liter Turbo-Benziner mit 200 PS ein stärkeres Aggregat folgen.

Bis dahin müssen Kuga-Kunden mit dem durchaus kultivierten Ölbrenner Vorlieb nehmen. Der ist mit einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmeter zwar durchzugsstark, als kraftstrotzend würde man ihn in dem 1,6-Tonnen-Gefährt jedoch nicht bezeichnen. Seinem Gemüt entsprechend hält sich das Aggregat akustisch weitgehend zurück. Nur bei höheren Drehzahlen hört der Insasse deutlich, dass ein Selbstzünder für das Fortkommen sorgt.

Der Innenraum zeichnet sich durch aufgeräumtes Ford-Ambiente aus. Die Instrumente stammen vom Focus, sitzen also am rechten Platz und sind gut ablesbar. Einzig die Bedienung des Bordcomputers gestaltet sich für Neukunden, auf die es die Kölner hauptsächlich absehen, als etwas umständlich. So können etwa die drei verschiedenen Einstellung der Lenkung nur in den Tiefen der Menüführung über eine Schalthebel seitlich des Lenkrads eingestellt werden. Geschmackssache ist auch der serienmäßige Startknopf für den Motor. Der wirkt unterhalb des Schalters für die Warnblinkanlage in der Mitte des Instrumententrägers etwas verloren.

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Bullige Säulen
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Die Verarbeitung ist erwartungsgemäß gut, was von der Rundumsicht nicht gerade behauptet werden kann. Gerade der Blick durch den getönten Rückspiegel ist recht düster und zudem versperrt durch die bulligen C-Säulen. Eine Rückfahrkamera ist zum Marktstart am 7. Juni noch nicht verfügbar.

Einmal in der Parklücke angekommen entschädigt jedoch die zweigeteilte Heckklappe. Ist nur der wenig ausschwenkende obere Teil geöffnet, lässt sich auch in der Enge bequem beladen. Die Innenraumvariabilität beschränkt sich jedoch auf die eines normalen Kombis: Zwar lässt sich die Rückbank teilen, schnell umlegen und erweitert den Gepäckraum damit von schwächelnden 410 Litern auf maximal 1405 Liter. Verschieben lässt sie sich - anders als etwa beim Hauptkonkurrenten VW Tiguan - nicht.

Vorsprung vor der Konkurrenz aus Wolfsburg und in Form des Toyota RAV4 oder des Nissan Qashqai hat der Kuga nach Ford-Angaben jedoch bei den Verbrauchs- und Emissionswerten. 6,4 Liter Diesel genehmigt sich der Allrader auf 100 gefahrene Kilometer im Schnitt, was einen Ausstoß von 169 Gramm Kohlendioxid bedeutet. "Sie werden kein Fahrzeug finden, das in diesem Segment diese Werte schlägt", meint Chefingenieur Tamm.

Dem Hauptkonkurrenten Tiguan voraus ist der Kuga auch beim Preis: Mit 26.500 Euro steht der Kuga mit Frontantrieb in der Liste. Entscheidet man sich für einen Allradantrieb, müssen 2000 Euro mehr investiert werden. Der Preisvorteil gegenüber dem vergleichbaren Tiguan als Kaufargument fällt mit 300 Euro kaum ins Gewicht. Aber für den Kuga stehen die Zeichen nicht schlecht: Im vollen Jahr wollen die Kölner 12.000 bis 15.000 Stück absetzen. Wächst der Markt im Crossover-Segment weiter so stark wie bisher, könnte die obere Marke sogar geknackt werden.

Ford Kuga 2.0 TDCi
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Fotos: Weißenborn

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