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Ford Ka 1.2  Fahrbericht: Ford Ka 1.2

Der Pfläumeling



Der neue Ka steht etwas im Schatten des Fiat 500, der die gleiche Plattform hat. Knuddel-Faktor und Retro-Bonus gehen dem Ka völlig ab. Doch er ist keineswegs zweite Wahl – manches kann er sogar deutlich besser.

 
Ford Ka 1.2
  
Ford Ka 1.2 - Foto: Viehmann Ford Ka 1.2- Foto: Viehmann Ford Ka 1.2- Foto: Viehmann Ford Ka 1.2- Foto: Viehmann Ford Ka 1.2- Foto: Viehmann Ford Ka 1.2- Foto: Viehmann
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Ford Ka
[+] Frisches Cockpit, kinderleichte Bedienung, großes Handschuhfach und für diese Klasse ordentlicher Kofferraum, knackiges Fahrwerk, geringe Unterhaltskosten, viele Individualisierungsmöglichkeiten
[-] Magere Basisausstattung, unpraktische Kofferraumentriegelung, wenig Platz im Fond, ESP kostet Aufpreis

"Dieses Auto ist eine Riesen-Chance für uns", sagt Ford-Chef Bernhard Mattes über den neuen Kölner Winzling. Denn bei den Kleinen geht noch was: Mitten in der Krise der Autobranche hat das Mini-Segment bis August 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 18% zugelegt.

Der Ka kommt also genau richtig, auch wenn er optisch nicht mehr so hervorsticht wie der Vorgänger. Ka Nummer Zwei sieht eher aus wie ein zu heiß gewaschener Fiesta. Mit Ford-Pflaume und geschlitzten Scheinwerfern blickt er freundlich in die Welt und der trapezförmige Lufteinlass sieht aus wie ein lachender Mund. 22.000-mal will Ford den Wagen 2009 in Deutschland verkaufen.

Im Cockpit haben sich die Kölner mächtig ins Zeug gelegt. Der grobe Aufbau entspricht natürlich dem des Fiat 500, der zusammen mit dem Ka im selben Werk vom Band läuft. Doch während die Italiener mit Elementen des alten Cinquecento jonglieren, geht es bei Ford modern und verspielt zu.

Eine große, wie ein Schraubenschlüssel geformte Spange rahmt den oberen Teil der Mittelkonsole ein, die Lüftungsdüsen sehen aus wie miniaturisierte Sportfelgen. Das Handschuhfach ist für ein Auto dieser Größe sehr ordentlich und doch so weit zurückgesetzt, dass es den Knien des Beifahrers nicht in die Quere kommt. Die Instrumente versprühen nicht den Charme des großen Rundinstruments im Fiat 500 sondern sind konventionell gestaltet – unterm Strich aber ein Vorteil, denn Tacho und Drehzahlmesser lassen sich viel besser ablesen als im Fiat.

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Kofferraum: Gar nicht mal so klein
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Genau wie sein italienischer Bruder ist der Ka im Prinzip ein Zweisitzer mit optionalem Kinderabteil. Die Rückbank kann man Erwachsenen auf längeren Strecken schon deshalb nicht zumuten, weil man die Kopfstützen wegen der nahen Heckscheibe gar nicht hoch genug einstellen könnte. Immerhin lässt sich der Einstieg in den Fond ohne große Verrenkungen absolvieren. Der Kofferraum hat eine 75 Zentimeter hohe Ladekante, fasst aber ordentliche 224 Liter (etwa 40 Liter mehr als der Fiat 500) und bei umgelegten Rücksitzen maximal 854 Liter.

Die winzigen Gepäcknetze an den Seiten der Mittelkonsole und über dem Innenspiegel fassen kaum mehr als Sonnenbrille oder Handy - aber wenigstens wird jedes freie Plätzchen im Auto ausgenutzt. Ähnlich wie Fiat setzt Ford auf Individualisierung. Von diversen Polstervarianten und Cockpit-Farben bis hin zu Styling-Paketen – etwa dem Set "Grand Prix" mit Folien und Zierstreifen – kann man den Ka optisch aufpeppen.

Nervig ist, dass man den Kofferraum nur mit dem Schlüssel öffnen kann. Wenn man schnell etwas ein- oder ausladen will, muss man ihn vom Zündschloss abziehen und zweimal auf den Entriegelungsknopf des Schlüssels drücken. "Wir bewegen uns mit dem Fahrzeug nun mal in einem sehr preissensitiven Segment", sagt Ka-Chefingenieur Matthias Tonn. Auch bei der Zuziehhilfe für den Kofferraum wurde der Rotstift angesetzt: Statt einer Griffmulde gibt es eine kleine Schlaufe, die nicht gerade den Fingern schmeichelt.

Bei den Motoren bietet Ford bislang nur den 1,2-Liter Benziner mit 51 kW/69 PS und einen 1,3-Liter Diesel mit 55 kW/75 PS an. Fiat hat für den 500 noch eine 100 PS-Version im Angebot. Stärkere Motoren seien für den Ka nicht geplant, sagt Matthias Tonn. Es soll aber wie beim Fiesta eine Sparversion namens EcoNetic geben.

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Günstiger als der Fiat
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Der Benziner ist mit dem Basismotor des Fiat identisch - doch die Ford-Ingenieure haben ein wenig Feintuning beim Ansprechverhalten betrieben. Obwohl der Ka etwas schwerer ist als sein italienischer Bruder, hat er nicht dessen Anfahrtsschwäche. Der Ford kommt gut aus dem Quark und ist für die City flott genug. Erst ab Landstraßentempo wird es zäh. Und sobald es bergauf geht, muss man den Motor durch eifrige Schaltarbeit mit passenden Drehzahlen füttern. Den Durchschnittsverbrauch gibt Ford mit 5,1 Litern pro 100 Kilometer an.

Der Diesel (2000 Euro Aufpreis) ist auch kein Temperamentsbündel, macht den Ka außerorts durch sein Drehmoment-Plus aber etwas agiler als der Benziner. Beide Motoren sind mit einem Fünfgang-Getriebe kombiniert. Es lässt sich flüssig bedienen, der Hebel sitzt griffgünstig an der Mittelkonsole. Knackig abgestimmt und mit einem zusätzlichen Stabilisator versehen ist das Fahrwerk des kleinen Kölners. In der Kurve liegt der Ka sehr stabil.

Der Wagen kostet in der kargen Trend-Ausstattung 9750 Euro. In der Titanium-Ausstattung für 10.750 Euro sind unter anderem Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Nebelscheinwerfer, Zentralverriegelung und elektrische Außenspiegel an Bord. Damit entspricht der Ka Titanium in etwa einem Fiat 500 in Lounge-Ausstattung für 12.900 Euro. Allerdings hat der Fiat noch Kopfairbags, ein CD-Radio mit USB- und Bluetooth-Schnittstelle sowie ein Multifunktionslenkrad an Bord. Wenn man diese Optionen für den Ka ordert, ist er trotzdem ungefähr 1000 Euro billiger als der Fiat.

Ford Ka 1.2
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Fotos: Viehmann

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