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Fiat Panda 1.2 8V Dynamic  Fahrbericht: Fiat Panda 1.2

Es lebe die Praxis



Der Vorgänger wurde lange belächelt. Wellblechkiste, Pappauto oder Krabbelkarton gehörten noch zu den netteren Bezeichnungen für den Anfang der 80er präsentierten Fiat Panda. Doch am Verkaufserfolg änderte das wenig. Jetzt kommt der Nachfolger.

 
Fiat Panda 1.2 8V Dynamic
  
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[+] Viel Platz auch für große Fahrer, pfiffige Details, gute Ausstattung, kultivierter Motor, präzise Schaltung, gute Bedienbarkeit
[-] Relativ hoher Verbrauch, unpräzise Lenkung

Mit dem kantigen und allenfalls mäßig verarbeiteten Vorgänger hat der neue Panda mit seiner Länge von 3,54 m nicht mehr viel gemein. Keine nahezu senkrechte Windschutzscheibe, kein dünnes Lenkrädchen oder keinen verschiebbaren Aschenbecher – stattdessen bietet der Neue ein wenig berauschendes, aber zumindest praktisches Design mit Pfiff. Gebaut wird er im polnischen Fiat-Werk in Tichy.

Der Panda 2003 ist weit mehr als das ehemalige Studentenauto, den langjährigen Zweitwagen für nicht allzu finanzstarke Familien. Wer sich den alten Panda kaufte, bei dem stand in erster Linie der Nutzen im Vordergrund. Der Neue kann alles besser: Mehr Platz, mehr Design, mehr Türen und mehr Variabilität. Der kleine Bär hat das Zeug dazu, Fiat aus den Negativschlagzeilen heraus zu bringen. Wenig einfallsreich, aber klar und durchaus markant zeigt sich die Fiatfront mit dem schwarzen Kühlergrill und den großen quadratischen Scheinwerfern. Die Dachlinie (1,54 m Höhe) verläuft ungewöhnlich hoch und zeigt, dass selbst groß gewachsene Fahrer keine Angst um die Fönfrisur haben müssen. Etwas Pfiff bringt das dritte Seitenfenster in der C-Säule, die schwarze Dachreling und die leicht abgerundete hintere Tür. Das ebenfalls hohe Heck wird von zwei hoch gewachsenen Heckleuchten dominiert.

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Schweißtreibende Sitzbezüge
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Im variablen Innenraum geht es recht bunt zu. Zum Glück nicht beim etwas eintönigen Armaturenbrett. Graues Hartplastik gibt hier den Ton an und zeigt unzweifelhaft, dass wir uns in einem Fahrzeug der günstigen Kleinwagenklasse bewegen. Die Instrumente liegen dabei ebenso wie meisten Bedienelemente gut im Blick. Einzig das Radio ist in der Mittelkonsole zu hoch platziert. Ein Stück darunter thront der hoch gesetzte Schalthebel. Die fünf Gänge lassen sich ebenso wie das Lenkrad mit elektrischer Servolenkung (incl. Citymodus) überaus leicht bedienen. Die meist farbigen Sitze sind bequem, jedoch zu weich. Schnell kommt der Wunsch nach mehr Seitenhalt und einem weniger schweißtreibenden Sitzbezug auf. Praktisch ist das große versteckte Ablagefach unter der Sitzfläche des Beifahrerstuhls.

Das Platzangebot vorne ist gut und selbst hinten lässt es sich aushalten. Im Normalfall ist der Fiat Panda für vier Personen gedacht. Auf Wunsch können mir anderer Bestuhlung auch fünf Personen unterkommen. Wer es gut mit seinen Freunden meint, sollte es jedoch maximal bei vier Personen belassen; selbst wenn die Innenraumbreite mit 1,35 m einen Bestwert in der Kleinwagenklasse setzt. Das Kofferraumvolumen liegt bei 206 Litern. Bei nach vorne geschobenen Rücksitzen sind es 230 Liter, maximal sind es sogar 775 Liter.

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Weich aber angenehm
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Der neue Fiat Panda kommt mit drei Aggregaten zu uns: Die beiden Benzinmodelle mit 1,1 und 1,2 Litern Hubraum leisten 54 bzw. 60 PS und werden die Volumenmodelle sein. Interessant ist jedoch insbesondere das Topmodell mit 1,3-Liter Multijet-Einspritzung und Commonrail-Dieseltechnik. Der 1,3 Multijet leistet 51 KW / 70 PS und liefert und maximales Drehmoment von 145 Nm bei bereits 1.500 U/min. Den Spurt 0 – 100 km/h schafft der Fronttriebler in 13 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h. Dabei gibt sich der Norditaliener mit gerade einmal 4,3 Litern Diesel auf 100 km zufrieden. Einen Partikelfilter gibt es nicht; zumindest schafft er die strenge Euro-4 Abgasnorm.

Auf der Straße macht der Fiat Panda nicht nur optisch einen vernünftigen Eindruck. Das Fahrwerk ist zwar weich, aber durchaus angenehm abgestimmt. Endlose Seitenneigungsorgien wie beim Vorgänger sind Vergangenheit. So braucht sich der Panda auch gegen die höherpreisige Konkurrenz aus Asien, Frankreich und Deutschland nicht zu verstecken.

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Kein Scnäppchen
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Die Serienausstattung des neuen Pandas ist mit der kargen Spärlichkeit des Vorgängers zum Glück ebenfalls nicht zu vergleichen. Je nach Ausstattung gibt es bis zu sechs Airbags, elektrische Fensterheber, Klimaautomatik (1.050 Euro), verschiebbare Rückbank (250 Euro), Hifi-Soundsystem (ab 200 Euro)und ESP (ab 390 Euro); zudem weitgehend überflüssige Parksensoren (150 Euro) und das pfiffiges Glasschiebedach "Sky Dome" (750 Euro).

Im kommenden Jahr kommen mit dem Allrad-Panda und SUV-Panda zwei weitere Varianten auf den deutschen Markt. Der Basispreis für die Einstiegsversion Fiat Panda 1.1 liegt bei 8.290 Euro; zumindest den Panda Dynamic 1.2 sollte man sich für 9.450 Euro schon gönnen. Fiat möchte mit dem neuen Panda einen echten europäischen Volkswagen auf den Markt bringen. Der Preis ist leider jedoch einiges von den Schnäppchenzeiten des Vorgängers entfernt.

Fiat Panda 1.2 8V Dynamic
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