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50 Jahre Batmobil  Faszination: 50 Jahre Batmobil

Zzzzzwap!



Das Batmobil, Schrecken der Unterwelt von Gotham City, feiert runden Geburtstag. Vor 50 Jahren rollte es erstmals über die Mattscheibe - und hatte damals schon so manche Überraschung eingebaut.

 
 50 Jahre Batmobil
  
 50 Jahre Batmobil  - Foto: Hersteller  50 Jahre Batmobil - Foto: Hersteller  50 Jahre Batmobil - Foto: Hersteller  50 Jahre Batmobil - Foto: Hersteller  50 Jahre Batmobil - Foto: Hersteller  50 Jahre Batmobil - Foto: Viehmann

Bam! Z-Zwap! Kapow! Whack! Nein, hier geht nicht um einen typischen Small-Talk zweier Teenies an der Bushaltestelle. Echte Fans und Freunde des Superhelden Batman werden es sicherlich schon erkannt haben. Denn genau mit solchen Worten, zumeist in eckigen, knatsch-bunten Sprechblasen, wurden zwischen dem 12. Januar 1966 und dem 14. März 1968 Kampfszenen comichaft und somit standesgemäß untermalt. Vom simplen Aieee! bis hin zum Zzzzzwap! sind im Laufe dieser zwei Jahre genau 85 Varianten dieser bunten Klanghilfen durch den Äther gerauscht. Was mit durchs Bild rauschte, war das Batmobil.

Vor genau 50 Jahren brach der damalige Batman-Darsteller Adam West, der heutzutage besser als die Stimme des gleichnamigen Family-Guy-Bürgermeisters bekannt ist, zur Verbrecherjagd auf. Doch wer steckt eigentlich hinter dem aktuell wieder erhältlichen Batmobil?

Angefangen hat alles am 20. August 1965. Der Amerikaner George Barris traf sich mit den Produzenten der TV-Serie Batman aus dem Hause Twentieth Century-Fox Television und Greenway Productions und besprach erste Ideen über ein mögliches Superhelden-Fahrzeug. Fünf Tage später reichte George Barris einen ersten Vorschlag ein, der am 1. September in Form eines Vertrages in Zement gegossen wurde.

Der einzige Haken an der Sache: Für den Auftrag, ein Batmobil zu bauen, wurden ihm genau drei Wochen Zeit gegeben. Sollte bis zum 11. Oktober kein Batmobil da sein, müssten die vorgeschossenen 5.000 US-Dollar unverzüglich zurückgezahlt werden. Doch dieser kurze Zeitraum erwies sich als purer Glücksfall für George Barris. Denn nur deshalb bekam er überhaupt den Auftrag. Sein großer Konkurrent und Erbauer von Fahrzeuge wie dem Monkeemobile und der Black Beauty von Green Hornet, Dean Jeffries, hatte eigentlich den Vertrag schon in der Tasche. Aber angesichts einer Terminverschiebung um ein ganzes Jahr nach vorn sah der sich nicht in der Lage, sein auf einem 1959er Cadillac basierendes Batmobil fertig zu stellen.

Er wurde kurzerhand ausbezahlt und George Barris saß stattdessen nun im Batman-Boot. Nachdem ihm von Eddie Graves gezeichnete Skizzen präsentiert wurden, war schnell klar, welches Fahrzeug als Basis für den rollenden Verbrecherschrecken genutzt werden soll: Die Wahl fiel auf das Konzeptfahrzeug Lincoln Futura von 1955.

Dieses seltsame Vehikel, das 1954 von William M. Schmidt entworfen wurde, ruft nicht ohne Grund Erinnerungen an Bekanntes hervor. Der Lincoln-Designchef griff nach Vorbildern aus der Tierwelt: Manta Rochen und Mako Hai. 250.000 US-Dollar später war das 335 PS starke und 5,77 Meter lange Fahrzeug mit der Seriennummer X-1500-7365G fertig. Am 8. Januar 1955 feierte es in Chicago auf der Autoshow seine Premiere.

50 Jahre Batmobil, Faszination
Das Lenkrad war zwischen zehn und zwei Uhr abgesägt, so dass es mehr wie ein Flugzeugsteuer ausschaut
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Besonders die beiden getrennten Fahrgastraumhauben und die ungewöhnlich großen Heckflossen weckten das Interesse der Besucher. Und die Tatsache, dass es keine zu öffnenden oder schließenden Fenster gab, war auch nicht weiter schlimm - dafür existiert eine gute Klimaanlage und ein System, das per Mikrofon auf dem Heck Geräusche eines sich von hinten nähernden Fahrzeugs in die Cockpitkanzeln leitet. Dass als Fahrgestell ein Lincoln Mark II herhalten musste, störte niemanden.

Neben George Barris waren bei der Schaffung des ersten TV-Serien-Batmobils noch Lester E. Tompkins und Irvin Kuns beteiligt. Innerhalb des Unternehmens Barris Kustom City entstand so innerhalb von 15 Tagen und für ein Honorar von 15.000 US-Dollar das pünktlich am 11. Oktober 1965 ausgelieferte Batmobile I.

Natürlich nicht ohne gewisse Auflagen seitens der Serien-Produzenten. So wird das Lenkrad zwischen zehn und zwei Uhr abgesägt, so dass es mehr wie ein Flugzeugsteuer ausschaut. Die beiden Fahrer, Adam West und sein Stuntdouble, waren davon nicht begeistert und bemängelten das potenzielle Verletzungsrisiko. Sehr zu ihrer Freude wurde das "Halbe" Lenkrad im April 1967 durch ein 1958er Edsel-Lenkrad ersetzt.

Ebenfalls verbaut werden mussten eine Bing-Bong-Warnglocke, ein Fledermaus-Warnlicht, ein Mobiltelefon, das berühmte Batscope, ein Radar ähnliches Gerät das laut piept und wie wild blinkt sowie viele weitere blinkende und piepende Dinge. Raketen, zwei Fallschirme mit einem Durchmesser von je drei Metern und die gewaltige, aus einem 19 Liter fassenden Farbeimer entstandene Turbine am Heck durften ebenfalls nicht fehlen. Die Farbe, Velvet Bat-Fuzz Schwarz rundet das martialische Auftreten des 5,72 Meter langen, 2,13 Meter breiten und 2.495 Kilogramm schweren Ungetüms ab.

Für den Antrieb sorgt ein 6,4 Liter großer V8 unter der langen Motorhaube, der seine Kraft per Drei-Gang-Automatik an die 15 Zoll kleinen aber 235 Millimeter breiten Hinterräder schickt.

Nach dem 30.000 US-Dollar teuren Umbau, der den Wert des Batmobile I auf rund 125.000 US-Dollar anhob, blieb für den Auftraggeber die große Frage: Was nun? Kaufen oder mieten? Spannender Weise entscheiden sich die Produzenten gegen einen Kauf des Fahrzeugs. Sie mieten es viel lieber zu einem Preis von 150 US-Dollar pro Tag. Damit konnten die Dreharbeiten beginnen.

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Am 14. März 1968 war in den USA die letzte Batman-Episode im Fernsehen zu sehen
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Dass das Batmobile I nicht nur wie eine Diva ausschaut, sondern sich auch wie eine verhält, wurde schon an den ersten Drehtagen deutlich. Am 18. Oktober gab als erstes die Zündung den Geist auf. Es folgten ein Kurzschluss in den Frontscheinwerfern, ein defekter Reifen, ein abgefallener Auspuff und eine leere Batterie. Als Höhepunkt wurde moniert, dass es bergauf nicht schneller als 72 km/h voran ging. Insgesamt sorgten diese technischen Fehler für eine Verzögerung von rund drei Stunden. Die erste Folge wurde jedoch ohne weitere, nennenswerte Ausfälle abgedreht.


1966er Batmobile | Video: YouTube

Erst kurz vor dem TV-Debüt am 12. Januar 1966 kauft George Barris am 21. Dezember 1965 der Ford Company das Konzeptfahrzeug Futura ab. Auf dem von ihm und dem damaligen Special Vehicles Manager Jacque H. Passino unterschriebenen Vertrag ist auch der Preis abzulesen: 1 US-Dollar.

Am 11. März 1966 ließ sich George Barris zudem das Patent auf das Batmobile I unter der Nummer 205998 eintragen. Der Grund wurde nur wenige Monate später klar, als er drei Fieberglas-Kopien des Boliden anfertigt.

Am 3. August 1966 feierte das Batmobile I im Kino sein Debüt. Und am 14. März 1968 war in den USA die letzte Batman-Episode im Fernsehen zu sehen. Seit dem parkt das Batmobile I in einem kalifornischen Showroom und reist zu zahllosen Shows und Events. Am 19. Januar 2013 stand es zum ersten Mal offiziell zum Verkauf. Insgesamt 4,62 Millionen US-Dollar legte Käufer Rick Champagne nach der Auktion für den Jugendtraum auf den Tisch. Doch nur wenig später, im Juni 2015, stand er erneut zum Verkauf.

Sein Schöpfer konnte das nicht mehr erleben: George Barris verstarb am 5. November 2015 im Alter von 89 Jahren. Per Facebook verkündete sein Sohn Brett: "Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass mein Vater, der legendäre Kustom Car King, in eine größere Garage im Himmel umgezogen ist."

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Fotos: Viehmann 50 Jahre Batmobil http://goo.gl/DaOFvw

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