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Manga-Flitzer



Wer eine Mega-City mit dem Auto erkunden will, verzweifelt an der Parkplatzsuche. Ein japanisches Unternehmen will da helfen: Der Mini-Stromer Kobot soll den schnellen Stadtbummel ermöglichen.

 
 Kobots
  
 Kobots  - Foto: Viehmann  Kobots - Foto: Viehmann  Kobots - Foto: Viehmann  Kobots - Foto: Viehmann  Kobots - Foto: Viehmann  Kobots - Foto: Viehmann

Die Elektromobilität treibt bisweilen seltsame Blüten. General Motors hat vor einiger Zeit den EN-V vorgestellt, einen autonom fahrenden Stromer in Eiform. Der EN-V soll emissionsfreie Mobilität ermöglichen - und das auf engsten Platzverhältnissen. Von der Serienreife ist das Elektro-Ei ungefähr so weit entfernt wie die Erde vom Mond. Doch die Idee neuartiger Verkehrskonzepte mit Mini-Stromern findet in aller Welt Freunde. In Japan zum Beispiel könnten bald die "Kobots" anrollen und Touristen im Eiltempo zum Shopping oder Sightseeing durch die Stadt tragen.

Die Kobots entstanden aus einem Joint-Venture der beiden Unternehmen Kowa und Tmsuk. Kowa stellt medizinische Geräte her, Tmsuk produziert Service-Roboter. Zusammen wollen die Firmen eine "umwelt- und menschenfreundliche Elektromobilität" entwickeln, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Ergebnis sind die Kobots. Studien der winzigen Elektro-Flitzer wurden auf der Tokio Motor Show zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Die beiden Studien Kobot V und Beta sind futuristisch gestaltete Einsitzer ohne Dach. Ein drittes Modell ähnelt ein wenig dem Renault Twizy und bietet eine winzige Kabine mit zwei Sitzplätzen.

Die Stromer sehen zwar aus wie Rollstühle aus einem Science-Fiction-Film. Doch mit ihren Lithium-Ionen-Batteriepaketen haben sie es in sich: Bis zu 60 km/h seien die Kobots schnell, so ein Sprecher des Joint-Ventures. Die Stromer haben ein Lenkrad, der Pilot sitzt zumindest auf den Kobot-Konzeptstudien ohne Helm und Gurt im Sattel. Mit einem Wahlhebel schaltet man zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang um. Ein großer Monitor dient gleichzeitig als Instrumentenbrett und Navigationssystem.

Der Clou ist aber nicht die Geschwindigkeit, sondern die Wendigkeit. Die dreirädrigen Vehikel können auf der Stelle drehen und brauchen kaum Parkfläche. Das dritte Rad wird beim Parken nämlich samt Sitz in den Aufbau des Fahrzeuges hineingeklappt. Diese Teleskop-Lösung bietet sich gerade für chronisch überfüllte Städte wie Tokio an, wo man bei der Zulassung eines neuen Autos sogar einen eigenen Parkplatz nachweisen muss. Hintereinander aufgereiht, benötigen die Kobots kaum mehr Platz als ein größerer Roller.

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Entfaltung per Smartphone
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Aktiviert werden die Kobots nach den Vorstellungen ihrer Schöpfer durch ein Smartphone. Dann entfalten sich die Vehikel auf Knopfdruck und sind abfahrbereit. Den Kobot-Entwicklern schwebt ein Mietmodell vor, das ähnlich wie beim Car- oder Bike-Sharing funktioniert. Touristen buchen sich online einen Kobot, aktivieren ihn per Code mit ihrem Smartphone und düsen dann damit durch die Stadt. Vor allem in gebirgigen Regionen, wo das Radeln und Laufen mühselig ist, sollen die Kobots zum Einsatz kommen.

"Unsere Konzeptstudien sind aus den Stadtplanungs-Initiativen entstanden, die in Europa in Städten wie Paris oder London laufen", sagt Kowa Tmsuk-Chef Yoshito Serita. In Zukunft könnten schließlich immer mehr Stadtzentren für den konventionellen Autoverkehr gesperrt werden. In die City dürfen dann nur noch Fahrräder oder Zero Emission-Fahrzeuge, also Elektroautos.

Noch sind die elektrischen Sightseeing-Vehikel aus Nippon nur knallbunte Studien, doch schon 2012 sollen sie angeblich in Serie gebaut werden. Es bleibt allerdings abzuwarten, wieviel vom futuristischen Manga-Design am Ende übrig bleibt: "Die Serienfahrzeuge werden natürlich anders aussehen", betont ein Kowa Tmsuk-Sprecher.

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Text:  Eine eMail an Sebastian Viehmann schicken Auf Artikel linken
Fotos: Viehmann
Ort: Tokyo

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