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Faszination  Faszination: Roding Roadster 23

Kantholz



Vier ehemalige Studenten der Uni München lassen ihren automobilen Traum Wirklichkeit werden. Ende 2011 bringen sie ihre Eigenkreation Roding Roadster auf den Markt. Eine erste Ausfahrt.

 
 Roding Roadster
  
 Roding Roadster  - Foto: Hersteller  Roding Roadster - Foto: Hersteller  Roding Roadster - Foto: Hersteller  Roding Roadster - Foto: Grundhoff  Roding Roadster - Foto: Grundhoff  Roding Roadster - Foto: Hersteller

Vier ehemalige Studenten der Universität München und Stefan Kulzer, Geschäftsführer von Stangl + Co, einem Unternehmen für Präzisionstechnik, hatten den gleichen Traum: ein eigenes Auto kreieren. Seit knapp drei Jahren ziehen Kulzer und die vier Ex-Studenten an einem Strang. Das Ergebnis: Der Roding Roadster 23, benannt nach dem Produktionsort Roding in der Oberpfalz, kann es in Sachen Exklusivität mit jedem noch so teuren Supersportwagen aufnehmen.

"Von der ersten Serie, die Ende 2011 auf den Markt kommt, wird es 23 Fahrzeuge geben", erklärt Robert Maier, Geschäftsführer von Roding Automobile. Keinen Aston Martin wolle man nachbauen, keinem Porsche Cayman oder Boxster folgen. Es gab nur ein Vorbild: "Unser Roadster sollte eine moderne Version des britischen Sportwagenklassikers Super Seven sein. Wir wollten uns deutlich von Fahrzeugen der Großserie abheben."

Die Karosserie des Roding Roadsters besteht aus karbonfaserverstärktem Kunststoff. Stefan Kulzer, einer der Teilhaber, hat seit rund drei Jahren einen Caterham Super Seven in seinem heimischen Fuhrpark. Dazu kommen Sportskanonen wie Porsche 911 Turbo und KTM X-Bow. "Bevor es mit dem X-Bow losgeht, schaut man immer gen Himmel", sagt Kulzer, "denn wenn es regnet macht der selbst auf einer Rennstrecke keinen Spaß."

So sollte der erste Roding eine Spaßmaschine werden, die offen wie geschlossen ihre vergnügungssüchtigen Insassen begeistern kann. Zwei Sitze, wenig Gewicht, mächtig Leistung und ein williges Triebwerk im Heck - das Ergebnis ist beeindruckend: offen, puristisch, bissig und hungrig auf Kurven, Kurven und nochmals Kurven.

Das kantige Design der Front mit den vier winzigen Scheinwerferaugen würde dem Roding gute Chancen auf eine Hauptrolle im nächsten Transformers-Streifen einräumen. Doch dieser knapp vier Meter lange Bolide will nicht auf die Leinwand, sondern ins Herz der Kunden. Die sollen Spaß am Autofahren haben, gerne mal einen Abstecher auf die Rennstrecke machen und sich von der breiten Masse abheben wollen.

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Irgendwo im Niemandsland
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Die nötige Barschaft ist bei diesen Erfordernissen selbstverständlich. Wer eines der ersten Modelle aus der Baureihe eins sein Eigen nennen möchte, sollte schnell sein und 155.000 Euro mitbringen. So viel kostet die auf 23 Fahrzeuge limitierte Baureihe. Schon der Eintrag in die Vormerkliste liegt bei 20.000 Euro – und allein ist man dort lange nicht mehr.

Produziert wird der abgefahrene Roadster in Roding, irgendwo im Niemandsland zwischen Regensburg und Cham. "Pro Fahrzeug brauchen wir für die Produktion rund ein bis eineinhalb Wochen", erläutert Robert Maier, der zusammen mit seinem Team bereits mehr als 30.000 Kilometer in den beiden Prototypen zurückgelegt hat.

Die beiden getarnten Probanden werden aktuell von Fünfzylindern aus dem Hause Ford befeuert. Im Serienmodell soll es einen Sechszylinder mit Turboaufladung, mehr als 300 PS und 400 Nm Drehmoment geben. Doch bereits der Fünfzylinder mit 2,5 Litern Hubraum und knapp 250 PS macht dem Roding tüchtig Beine.

Sind die nur sporadisch verkleideten Rennreifen erst einmal warm und hat sich der Pilot an die präzise Lenkung ohne Servounterstützung gewöhnt, geht es bissig zu Sache. Der Fünfzylinder hinter der Fahrgastzelle faucht und zischt derart, dass der Fahrer den Drehzahlmesser gar nicht unter die 4.000-Touren-Marke fallen lassen möchte.

Die manuelle Handschaltung hat letztlich den Vorzug vor einer Doppelkupplung bekommen – keine schlechte Wahl. Das Serienmodell des Roding Roadster soll kaum mehr als 920 Kilogramm auf die Waage bringen und über 280 km/h schnell sein. Bei den ersten Testfahrten auf dem Sachenring fuhr der Roding in einer Liga mit Supersportlern wie Audi R8 V10 und Mercedes SLS.

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Karbonlook in dezentem Weiß
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Doch auch auf öffentlichen Straßen kann der Karbon-Roadster mit seiner Fahrdynamik glänzen. Die Gewichtsverteilung von 40:60 zugunsten der Hinterachse und die bissigen Bremsen sorgen für Bestzeiten im eiligen Landstraßenbetrieb und gute Laune hinter dem airbaglosen Lenkrad.

Wenn das Kleinserienmodell nächstes Jahr in Serie geht, sollen auch der eng geschnittene Innenraum und die Verarbeitung begeistern und zeigen, was aus einem imaginären Caterham Super Seven der Neuzeit herauszuholen ist. So gibt es einen belederten Innenraum, Recaro-Sportschalensitze und Annehmlichkeiten wie elektrische Fensterheber, Heizung und Soundsystem.

Zudem kann jeder seinen Roding nach eigenen Wünschen individualisieren – mit Details wie Servolenkung, Klimaanlage, Navigationssystem und mehr. Auf besonderen Wunsch gibt es den durchschimmernden Karbonlook der Außenhaut auch in dezentem Weiß. "Dazu werden die Fasern dann getränkt", erklärt Robert Maier: "Das wäre für Kunden aus den Emiraten wichtig.“

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Kompetenzbeweis
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Roding will mehr als nur ein seltenes Spaßmodell für Individualisten bauen. Schließlich sind damit in den letzten Jahren zahlreiche Kleinserienhersteller sang- und klanglos gescheitert. "Dieser Roadster soll unsere Kompetenz in Sachen Karbonbau zeigen", erläutert Kulzer den Werbeeffekt für seine Firma, die unter anderem Präzisionskomponenten für Rennsport, Halbleiterelektronik und den medizinischen Bereich herstellt.

Trotz aller Rennsportambitionen zeigt sich der Zweisitzer als durchaus alltagstauglich. Im Vorderwagen gibt es nicht nur einen Kofferraum mit 250 Litern Volumen, sondern auch eine Verstaumöglichkeit für die beiden Dachhälften und eine Durchlade in Richtung Innenraum, die Skiern oder einer Golftasche Platz bietet. So sind einem auch an Loch 19 oder beim Einkehrschwung die Blicke sicher.

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Fotos: Hersteller
Ort: München

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