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Faszination  Faszination: Manthey Porsche 911 GT3

Ross-Kur



Rennstallbesitzer und Porsche-Veredler Olaf Manthey ist am Nürburgring bekannt wie ein bunter Hund. Deutlich schlichter koloriert ist sein Aushängeschild: der Manthey Porsche 911 GT3 M480.

 
 Manthey Porsche 911 GT3
  
 Manthey Porsche 911 GT3  - Foto: Grundhoff  Manthey Porsche 911 GT3 - Foto: Grundhoff  Manthey Porsche 911 GT3 - Foto: Grundhoff  Manthey Porsche 911 GT3 - Foto: Grundhoff  Manthey Porsche 911 GT3 - Foto: Grundhoff  Manthey Porsche 911 GT3 - Foto: Grundhoff

Die meisten kennen ihn vom Nürburgring. Doch Olaf Manthey steht nicht nur für Langstreckenpokal und 24-Stunden-Rennen. Wem der Serien-Porsche 911er zu langweilig oder zu wenig renntauglich ist, der findet schnell den Weg zu Manthey nach Meuspath: Die modernen Werkshallen von Manthey Motors liegen nur einen Steinwurf von der Döttinger Höhe entfernt. Dort, auf dem einzig nennenswerten Geradeausstück der Nordschleife, wird traditionell Topspeed gefahren. In dem Gewerbegebiet daneben hat Tourenwagen-Altmeister Olaf Manthey seit rund zehn Jahren seinen Firmensitz.

Seit 1996 baut Olaf Manthey Porsche im Kundenauftrag zu Rennwagen auf und kümmert sich um die Logistik und den Einsatz an der Strecke. Die Erfolge in Supercup, DTM oder Langstreckenmeisterschaft sorgen dafür, dass immer mehr private Porsche-Liebhaber mit straßenzugelassenen Autos bei ihm an die Tür klopften, um ihre Renner mit Fahrwerkssetups oder Leistungssteigerungen nachzuschärfen.

Das beste Stuttgarter Ross im aktuellen Stall heißt Manthey M480. Basis ist ein Porsche 997 GT3 der Generation eins. Wichtiger als das pure Mehr an Leistung ist der Zugewinn an Längs- und Querdynamik. Durch ein neues Fahrwerk, zahlreiche Rennsportkomponenten und Leichtbauteile wird aus einem bereits schon seehr dynamischen 911 GT3 ein grandios sportlicher Manthey M480.

"Man kann es als Straßensport bezeichnen", sagt Firmenchef Olaf Manthey: "Performance ist alles für uns, nur darum geht es. Doch ein Porsche muss auch nach seinem Besuch in Meuspath in erster Linie noch ein Porsche sein."

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Loch in der Kasse
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Der ambitionierte Kunde hat die Wahl, wie er seinen 911 GT3 aufbrezeln lassen will. Motorhaube und Dachhaut aus Karbon bringen zusammen mehr als zehn Kilogramm Gewichtsersparnis – und kosten mehr als 5.000 Euro. Leichtbau-Heckscheibe, Spoilerlippe, leichte Rennsportfelgen oder eine geänderte Getriebeauslegung sollen dafür sorgen, dass sich der Elfer auf Rennstrecken noch sportlicher fährt, als ohnehin schon.

Viele der Kunden entscheiden sich für eine Leistungssteigerung, die mit über 46.000 Euro Mehrpreis ein gewaltiges Loch in die Kasse reißt. Dafür gibt es 4,1 Liter Hubraum, 480 PS und 475 Nm maximales Drehmoment, um auf der Döttinger Höhe und hinauf zum Schwedenkreuz bei den schnellsten zu sein. Damit die Traktion auch im Grenzbereich stimmt, ist der Sportfahrer gut beraten, seinen Manthey-Porsche mit Gewindefahrwerk und Hinterachssperre auszustatten. Macht zusammen nochmals über 4.000 Euro extra.

Obwohl der weiße Manthey-Porsche eine Straßenzulassung besitzt, hat der Fahrer nie das Gefühl, in einem Straßenauto unterwegs zu sein. Gestartet wird zwar noch per Zündschlüssel. Doch bereits das heisere Röcheln der Ttitan-Auspuffanlage unterstreicht, dass man in den engen Schalen eines Rennwagens Platz genommen hat. Die Sportkupplung ist knochenhart und bissig kuppelt der erste Gang ein. Der Motor fühlt sich unterhalb von 3.000 Touren kaum wohl – erst deutlich oberhalb erwacht er lautstark zum Leben.

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Angenehm verkürzte Schaltwege
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Doch beeindruckender als die Leistungsentfaltung ist die bissige Hochleistungsbremse, die ebenfalls erst einmal auf Temperatur gebracht werden muss. Ist sie erst einmal heiß, geht es dem Fahrer kaum anders. Knochig vollziehen sich die Gangwechsel. Die Gänge drei und vier decken dabei einen Großteil des Alltagsgebrauchs ab. Für knapp 3.000 Euro gibt es eine kürzere Auslegung der Schaltstufen fünf und sechs. Nur auf der Rennstrecke lernt man die Annehmlichkeiten einer Schaltwegeverkürzung schätzen.

Wer auf die Rennstrecke – und allen voran auf die Nordschleife will – wird den Zuwachs an dynamischer Fahrbarkeit schnell schätzen lernen. Mit warmen Reifen liegt der M480 selbst in engen Kehren stoisch auf der Straße und überrascht mit grandiosen Kurvengeschwindigkeiten und imposanten Radien.

Bei der Bereifung setzt Manthey Motors auf Bewährtes. Der Radsatz mit den griffigen Semislicks Michelin PS Cup bleibt erhalten. Wer will, kann an der Hinterachse lediglich noch asphalthungrigere 325er-Reifen montieren.

Wer seinen 911 GT3 komplett auf Mantheys M 480 umbauen lässt, zahlt rund 200.000 Euro. Kein Kunde ist wie der andere, erklärt Olaf Manthey: "Oft dauern diese Gespräche eine Stunde oder mehr. Was Meier mag, muss Müller noch lange nicht gut finden." Höchstgeschwindigkeit und Spurtvermögen hängen in erster Linie von Reifen und der Feinjustierung der Aerodynamik ab. Deutlich über 300 km/h sind bei fast 8.500 Touren jedoch kein Problem.

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Trainingsweltmeister
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Der er-fahrbare Unterschied zwischen dem sportlichen 911 Serien-GT3 und dem Manthey M480 ist eindrucksvoll. Die Veränderungen am auf 4,1 Liter gewachsenen Sechszylinder-Boxer sind durch die Mehrleistung und das breitere Drehzahlband deutlich zu spüren. Das Mindergewicht macht sich dagegen fast ausschließlich auf der Rennstrecke bemerkbar. Die Schaltwegeverkürzung ist Geschmacksache und auch an die Rennsportkupplung müssen sich Trainingsweltmeister erst einmal gewöhnen.

Im Innern verströmen allein Klimaautomatik, elektrische Spiegel, Fensterheber und das Navigationssystem den Charme eines Serien-Porsche. Fahrwerk, Motor und Bremsen sprechen dagegen ebenso nachdrücklich für einen ausschließlichen Renneinsatz wie Schalensitze, Löschvorrichtung und Sechspunkte-Gurte.

Der Umbau von 911 GT3 auf Manthey M480 dauert rund zwei Wochen. Die Hallen bei Manthey Motors zeigen, dass die Nachfrage stetig steigt. "Pro Jahr arbeiten wir an rund 150 Fahrzeugen. Viele unserer Kunden kommen schon seit mehr als zehn Jahren zu uns", erläutert Manthey-Sprecher Jan Erren, "dazu kommen hier am Ring noch einmal 25 Prozent weitere Kunden aus Großbritannien - und viele aus Japan oder Skandinavien."

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Text:  Eine eMail an Stefan Grundhoff schicken Auf Artikel linken
Fotos: Grundhoff
Ort: Meuspath

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