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Faszination  Faszination: Kaipan Roadster

Die Bastel-Rennplaste



In tschechischen Garagen wird eifrig geschraubt. Die Firma Kaipan erfüllt Roadster-Träume – als Fertigmodell oder in der »Do it yourself«-Methode. Aus einem Skoda-Motor und vielen Einzelteilen entstehen Flitzer, die in 6 Sekunden auf 100 Sachen beschleunigen.

 
 Kaipan Roadster
  
 Kaipan Roadster  - Foto: Hersteller  Kaipan Roadster - Foto: Hersteller  Kaipan Roadster - Foto: Hersteller  Kaipan Roadster - Foto: Hersteller  Kaipan Roadster - Foto: Hersteller  Kaipan Roadster - Foto: Hersteller

Welcher Junge hat als Kind nicht begeistert Plastikmodelle gebastelt? Akribisch wurden all die U-Boote, Raumschiffe und Sportwagen zusammengeklebt und sorgfältig bemalt. Dann war das Vergnügen allerdings vorbei, und die "Kits" endeten als Staubfänger im Regal des Kinderzimmers.

Dieses Schicksal wird der Kaipan 14 nie teilen. Der schnittige 3,8 Meter lange Roadster mit Kunststoff-Karosserie und Stahlrohr-Rahmen wiegt nur 659 Kilogramm. Beim Antrieb dient der Škoda Favorit als Organspender, ein in Tschechien heute noch weit verbreiteter Kleinwagen. Der 1.3-Liter Motor leistet immerhin 68 PS und liefert ein Drehmoment von 100 Newtonmetern. Auch das Fünfgang-Getriebe des Kaipan 14 muss man sich vom Škoda Favorit besorgen.

Bei den Fahrleistungen macht Kaipan keine offiziellen Angaben, empfiehlt aber, nicht schneller als 140 Km/h zu fahren. Den Verbrauch "bei einer sportlichen Fahrt" gibt der Hersteller mit 8 bis 10 Litern an.

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Lotus Seven als Muster
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Kaipan existiert seit 1991. Die autoverrückten Gründer des Unternehmens wollten den tschechischen Automarkt um einen schnittigen Roadster bereichern. Ähnlich wie der polnische "Leopard"-Roadster, der stark an einen Morgan erinnert, hatte auch der erste Kaipan ein britisches Vorbild: Der Lotus Seven diente als Muster für den "Kaipan 47". Angetrieben wurde er von einem 2.0-Liter Ford-Motor. Bis 2001 wurden aber gerade mal 50 Stück gebaut.

Der Nachfolger Kaipan 57 sieht auf den ersten Blick genau so aus wie der 47, hat aber ein moderneres Chassis. Kaipan baut den Roadster nur auf Bestellung.

Findige Bastler können aber einen Bausatz kaufen und die Technik selbst einbauen. Wenn der Lieferwagen den Kaipan-Kit und die Bastelanleitung ankarrt, sollten die Roadster-Besitzer in spe allerdings schon einen Škoda zum Ausschlachten auf dem Hof stehen haben. Denn als Motorisierung für den Kaipan 57 kommt ausschließlich der 1.8-Liter Turbobenziner aus dem Hause VW in Frage, mit dem zum Beispiel viele Skoda Octavias ausgerüstet sind. Damit erreicht der Tschechen-Renner laut Hersteller eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h und flitzt in 5,8 Sekunden von 0 auf 100.

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Technik-Check ist Pflicht
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"Der Roadster ist so konzipiert, dass man ihn auch mit begrenzten technischen Mitteln in der eigenen Garage bauen kann", verspricht Kaipan. Nach getaner Bastelarbeit muss man den Flitzer allerdings bei dem Unternehmen vorführen, damit Techniker es unter die Lupe nehmen können. Ist alles okay, gibt es den Fahrzeugbrief.

Es gibt drei verschiedene Kits. Je nach Umfang kostet der Bausatz umgerechnet etwa zwischen 6000 und 25.000 Euro. Dazu kommen noch rund 900 Euro für die technische Überprüfung. Das fertige Modell ab Werk kostet umgerechnet stolze 42.000 Euro. Zwei Drittel sind im Voraus fällig, der Rest bei Abholung nach sieben Monaten – so lange braucht das Unternehmen von der Bestellung bis zur Auslieferung.

Auch den viel billigeren Kaipan 14 gibt es als Fertigmodell (ca. 16.500 Euro) oder Bausatz. Für den Kit muss man knapp 8000 Euro berappen. Dann ist abgesehen vom Antriebsstrang alles enthalten – von der vorlackierten Karosserie bis hin zu den Außenspiegeln, Bremsschläuchen, 15-Zoll-Felgen und 195er Reifen. Auch die komplette Beleuchtung ist dabei, inklusive eines "Hinterlichts in den Nebel", "Seitenrichtlampen" und "Hauptvorderscheinwerfer", wie man der fantasievoll übersetzten deutschen Teileliste des Herstellers entnehmen darf.

Bislang verkaufen sich die Roadster hauptsächlich in Tschechien, pro Jahr etwa 120 Stück. Unter den Kaipan-Piloten seien viele Motorradfahrer, sagt ein Mitarbeiter der Firma: "Die sind vielleicht mal mit ihrem Motorrad gestürzt und suchen nun etwas Handfesteres".

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Text:  Eine eMail an Sebastian Viehmann schicken Auf Artikel linken
Fotos: Hersteller

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