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BMW Z4 M Roadster  Fahrbericht: BMW Z4 M Roadster

Adrenalin aus Bayern



Der Sound in der Garage ist ohrenbetäubend. Dann nach links in die Boxengasse. Der Marshall winkt durch. Dann drei Runden im neuen BMW M-Roadster – auf der Grand Prix-Rennstrecke von Jerez. Adrenalin pur.

 
BMW Z4 M Roadster
  
BMW Z4 M Roadster - Foto: Hersteller BMW Z4 M Roadster- Foto: Hersteller BMW Z4 M Roadster- Foto: Hersteller BMW Z4 M Roadster- Foto: Hersteller BMW Z4 M Roadster- Foto: Hersteller BMW Z4 M Roadster- Foto: Hersteller
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BMW Z4 35is sDrive
[+] Kraftvoller und harmonischer Motor, excellentes Fahrwerk, zupackende Bremsen, hoher Sicherheitsstandard, verwindungssteife Karosserie, sehr gute Sitze, einfache Bedienung, hoher Suchtfaktor
[-] Teuer in Anschaffung und Unterhalt, etwas unübersichtliche Karosserie, wenig Platz

Die Luft ist im Süden Spaniens gerade mal 11,5 ºC warm. Aber die Reifen sind schon durch den vorangegangenen Ritt über die Landstraßen der Umgebung von Jerez auf Temperatur gebracht. Der bullige Sechszylinder röhrt vollmundig aus der vierflutigen Edelstahl-Auspuffanlage. Am Ende von Start und Ziel geht es zunächst in eine scharfe Rechtskurve. Der Tourenzähler zeigt 6.800 Umdrehungen – der Z4 kann 7.900. Beim Anbremsen zeigt sich das Heck stoisch ruhig. Dann eine kurze Gerade und wieder eine scharfe Rechts – keine Probleme.

Der dritte Gang bleibt stehen - und eine Spur zu mitteltourig geht es in einen leichten Linksbogen. Die 343 PS des 3,2 Liter Aggregats holen den Z4 mit rund 400 Nm aus dem Drehzahlkeller heraus. 0 auf 100 km/h in fünf Sekunden? Interessiert im Renntempo wie im Straßenverkehr niemand. Die ehemalige Formel-1-Rennstrecke von Jerez ist schnell. Und der M-Roadster mag sie ganz offensichtlich. Die Lenkung ist unglaublich präzise: Von dem schweren Sechszylinder auf der Vorderachse ist nichts zu spüren.

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Herantasten
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Die nächste Rechtskurve hängt leicht nach außen. Trotzdem fühlt sich der 1,5 Tonnen schwer Bayer sauwohl und donnert willig um die Kurven. Dieser Kurs will rund gefahren werden. Wer es zu kantig angehen lässt, kommt hier auf keine gute Zeit.

Doch die erste Runde ist sowieso nur zum Herantasten. Vor der nächsten Rechtskurve wird per Tastendruck der Sportmodus gewählt. Das bringt ein paar Touren mehr und eine direktere Lenkung. Passt gut zur Strecke. Und zum Auto. Nach ein paar Sekunden blickt man auf die schnelle Bergab-Passage an der Südseite des Kurses. Geradeaus. Gnadenlos schnell. Der Tacho der leicht modifizierten M-Instrumente zeigt 220 km/h - bis es am Bremspunkt wieder voll in die Eisen geht. Wäre die Gerade länger gewesen, hätte man sich von der abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h überzeugen können.

Immerhin gut zu wissen: Die Bremsanlage genügt Motorsportansprüchen, muss auf dem schnellen Track von Jerez auch kräftig arbeiten. Aber sie quietscht. Das nervt – schon seit den ersten Kilometern auf der Landstraße. Das laute Gequieke hört man auch von anderen Testwagen. Hier muss BMW zum Serienstart noch nachbessern.

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Keine Mühe
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Beim Verbrauch dürfte das dagegen kaum gelingen. Statt der versprochenen 12,1 Liter SuperPlus genehmigte sich der sportliche Zweisitzer auf 100 Kilometern durchschnittlich knapp 16 Liter - selbstverständlich ohne Rennstrecke.

Nach der scharfen Rechtskurve sieht man eine schnelle Doppel-Links-Passage und die Einfahrt ins "Rechteck". Das Fahrwerk des sportlichsten Z4 hat wieder keinerlei Mühe: Die - etwas - zu hohe Kurvengeschwindigkeit gleichen Anti-Schlupf-Regelung und Stabilitätsprogramm aus. Kaum spürbar. So sportlich der M-Roadster auch ist – man kann ihn fast jedem in die Hand geben und auch locker cruisen. Aber auch wer es auf einer Rennstrecke richtig fliegen lassen will, der muss nicht einmal DSC (ESP) ausstellen. Es ist prächtig abgestimmt und lässt dem Piloten alle Möglichkeiten.

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Luft zum Limit
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Die erste Runde ist gleich zu Ende. In der Haken-Schikane hinter der Haupttribüne zeigt der Hecktriebler noch einmal sein ganzes Können. Bremsen. Kurz einlenken. Mit Vollgas raus aus der Rechts-Links-Rechts-Kurve. Nach Tempo 130 in die nächste Spitzkehre. Danach kann man erst mal ausspannen. Entweder in der Boxengasse oder auf der 600 Meter langen Start-Ziel-Geraden. Pause? Weder Zeit noch Lust. Die nächsten beiden Runde folgen im gleichen Rhythmus – nur eine Spur härter. Bis zum Limit ist noch Luft.

In der zweiten und dritten Runde registriert man beiläufig die ein oder andere Annehmlichkeit. Die elektrischen Sportsitze zum Beispiel passen sich dem Körper wie maßgeschneidert an. Und die Lenkung ist eine Klasse für sich. Die Schaltung präsentiert sich dem sportlich ambitionierten Piloten knackig bis knochig und gerade beim heißen Vollgasritt wünscht man sich ein DSG-Getriebe. Dann könnten beide Hände am Steuer bleiben: Auf der 4,4 Kilometer langen Rennstrecke von Jerez de la Frontera nicht die schlechteste Option. Ein paar Z4-Runden auf der Rennstrecke können süchtig machen.

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Ohne Extras
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Doch es muss nicht die M-Version sein. Auch die schwächeren Brüder bereiten jede Menge Freude am Fahren. Auch wenn das Facelift abgesehen von den Leistungssteigerungen der Sechszylinder recht mager ausgefallen ist. So ist das Armaturenbrett trotz der innovativen Verwendung von Carbonleder nicht jedermanns Geschmack. Das Bediensystem iDrive bleibt zudem den anderen BMW-Modellen vorbehalten und einige Schalter sind nur zu ertasten. Störend weiterhin der preiswert anmutende Navigationsbildschirm (optional), der sich auf Knopfdruck entfaltet.

Der ganze M-Roadster-Spaß kostet 57.900 Euro – ohne Extras. Noch spaßiger dürfte sich wohl die Coupéversion präsentieren, die im Sommer auf den Markt kommt und 2.000 Euro günstiger ist. Für die Rennrunde in Jerez oder auf der Nordschleife in der Eifel muss man jedoch noch ein paar Euro drauflegen: Viele Extras lässt sich BMW extra bezahlen. Zum Beispiel die gelbe Warnweste. Die gibt's für 8,90 Euro.

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