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BMW X3 2.0d  Praxistest: BMW X3 2.0d

Image ist (fast) alles



Dieser Tage rüstet die SUV-Fraktion kräftig auf. Mercedes GLK und Audi Q5 gehen an den Start und haben nur ein Ziel: den BMW X3 zu stürzen. Doch der erfolgreiche Bayer hat viele Stärken – selbst als Basisversion.

 
BMW X3 2.0d
  
BMW X3 2.0d - Foto: Grundhoff BMW X3 2.0d- Foto: Grundhoff BMW X3 2.0d- Foto: Grundhoff BMW X3 2.0d- Foto: Hersteller BMW X3 2.0d- Foto: Grundhoff BMW X3 2.0d- Foto: Grundhoff
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Videos zum BMW und X3
BMW X3 (2010)
BMW X3 (2007)
[+] Sehr gutes Fahrwerk, solides Platzangebot, bequeme Sportsitze, ordentliche Fahrleistungen, ausgezeichnete Lenkung, hohe Qualitätsanmutung, sehr gute Traktion, agiles Handling, niedriger Geräuschpegel innen
[-] Hoher Preis, magere Basisausstattung, schwache Navigationssysteme, wenig Komfort im Fond, schlechte Sicht nach hinten

Kein anderer Premiumhersteller hat den Trend zum Mittelklasse-SUV besser erkannt als die Bayern. Ob Zufall oder Kalkül: Seit Jahren schöpfen die Münchner den noblen Rahm des kompakten SUV-Segments ab. Dabei hat das Design des X3 nicht nur Applaus bekommen und das sportlich-straffe Fahrwerk ist nicht nach jedermanns Geschmack. Doch die Konkurrenz kam lange nur aus Asien, war alles andere als Premium und kaum ein SUV bot mehr Sportlichkeit als der X3. Neben der Gunst des Erstgeborenen gab es genug Gründe, über Jahre zum Bestseller zu werden. Die meisten Kunden ordern dabei das Basistriebwerk.

Die optischen Überarbeitungen vor ein paar Monaten gingen auch an dem Zweiliter-Commonrail-Diesel nicht spurlos vorbei. Aus den ehemals zu mageren 110 kW/150 PS wurde nun 130 kW/177 PS und 350 Nm ab 1.750 U/min - nach wie vor nicht viel für ein Auto mit 1,9 Tonnen. Wichtiger ist jedoch die Möglichkeit, eine Automatik ordern zu können.

Zeigt sich der Vierzylinder nach einem kaum spürbaren Turboloch zunächst willig und engagiert, sieht es im höheren Drehzahlbereich deutlich träger aus. Hier vermisst man zwei weitere Zylinder und mindestens einen halben Liter Hubraum mehr – besonders wenn man auf der Autobahn unterwegs ist. Auch bei Überholvorgängen auf der Landstraße gerät der 177 PS starke Vierzylinder schnell an seine Grenzen und lässt den BMW-typischen Fahrspaß zumindest seitens des Triebwerks vermissen.

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Dünne zwei Liter
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Beeindruckend zeigen sich dagegen jedoch der sparsame Durchschnittsverbrauch von gerade mal acht Litern Diesel auf 100 Kilometern und die exzellente Geräuschdämmung. Denn außer einem leichten Säuseln ist kaum etwas zu vernehmen. Und auch die Vibrationen wurden für einen Vierzylinder überraschend erfolgreich unterdrückt.

Wenn schon kein Dreiliter-Diesel, der mit einfacher oder doppelter Turboaufladung zu haben ist, dann würde sich preissensible Kunden wenigstens eine Zwischenlösung nach Vorbild von 3er- oder 5er-Reihe als X3 2.5d wünschen. Doch den enthält BMW seinen X3-Kunden seit Markteinführung vor und zwingt die Freude-am-Fahren-Fraktion in teure Regionen.

Wer mehr will, muss mehr bezahlen - für den X3 3.0d mindestens 44.900 Euro. Das sind exakt 7.000 Euro mehr als für den kleinen Vierzylinder fällig werden. Und ist viel Geld für spürbar mehr Fahrspaß. Immerhin schafft der kleine Diesel den Spurt von 0 auf 100 km/h in beachtlichen 8,9 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 206 km/h. Wer Dynamik will, muss eifrig schalten.

Die große Stärke des 4,56 Meter langen BMW X3 ist sein Fahrwerk. Abgesehen von der hohen Sitzposition hat man nie das Gefühl, in einem SUV zu sitzen. Die Abstimmung von Federn und Dämpfern ist sportlich straff, die Rückmeldung von der präzisen Servolenkung vorbildlich - und so können Kurvenradien gar nicht eng genug sein, um den variablen Allradantrieb xDrive in Bedrängnis zu bringen.

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Komfort mit Schwächen
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Wer komfortables Reisen liebt und auf längeren Touren auch Passagiere im ausreichend großen Fond mitreisen lässt, lernt jedoch schnell die Schattenseiten des straffen Fahrwerks kennen. Bodenunebenheiten und Querfugen bleiben den Insassen – besonders im Fond – nicht verborgen.

Überhaupt könnte der Sitzkomfort in der zweiten Reihe besser sein. Das liegt weniger am allemal ausreichenden Platzangebot, sondern vielmehr an der unkonturierten und steilen Rücklehne, den viel zu kurzen Kopfstützen und einer spürbaren Schulterenge. Mehr als zwei Personen werden sich hier kaum wohl fühlen.

Auch vorne ist der X3 alles andere als üppig dimensioniert. Doch gerade mit den optionalen Sportsitzen sitzen Fahrer und Beifahrer vorbildlich. Der Seitenhalt ist gut, die Beinauflage BMW-typisch angenehm. Die Schönheit des Armaturenbretts mag sich einem auch bei wiederholter Betrachtung kaum erschließen. Die Verarbeitung ist immerhin wertig und SUV-typisch rustikal, die Ablagen allemal ausreichend. Der Kofferraum ohne die Option auf eine elektrische Heckklappe fasst zwischen 480 Liter und 1.560 Liter.

Ein SUV der 40.000- bis 50.000-Euro-Liga dürfte nur selten ohne ein Navigationssystem gekauft werden. Beide Werkslösungen des X3 lassen in punkto Bedienung und Komfort jedoch viele Wünsche offen. Während die 2.830 Euro teure Professional-Version wenig schneidig aus dem oberen Armaturenbrett ausklappt, kann man sich die preiswerte Radionavigation gleich ganz sparen. Die Menüführung und Routendetails sind ebenso wie die LED-Anzeige ein Witz – und das zu einem Preis von 1.770 Euro. Dann lieber gleich eine mobile Lösung. Die kostet meist nicht mal 200 Euro und schlägen die peinliche Radionavigation des BMW um Längen.

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Teure Annehmlichkeiten
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Stattliche Preise und eine schwache Serienausstattung haben dem Erfolg des BMW X3 keinen Abbruch getan. Das Basismodell bietet für 37.900 Euro nicht mehr als eine manuelle Klimaanlage, ESP/DSC, eine Bergan- und Abfahrhilfe, Anhänger-Stabilisierung und sechs Airbags. Alles andere und jede Kleinigkeit kostet extra.

Sinnvolle Details sind neben den elektrischen Komfortsitzen (2.110 Euro), Sitzheizung vorne und hinten (740 Euro), Einparkhilfe (720 Euro) und Xenonlicht (940 Euro). Dass Details wie Regensensor, Klimaautomatik, Kofferraum-Befestigungssystem und abblendbare Spiegel weiteres Geld kosten, ist angesichts des harten Wettbewerbs und der umkämpften Fahrzeugklasse nachzuvollziehen.

Die Kunden scheint es kaum zu stören. So kostet ein allenfalls mittelmäßig ausgestatteter Basis-X3 bereits rund 45.000 Euro. Die neuen Wettbewerber Mercedes GLK, Audi Q5 und Volvo XC60 werden zeigen, ob das so bleiben kann.

BMW X3 2.0d
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Fotos: Grundhoff

Wie entsteht ein Praxistest? Das erfahren Sie BMW X3 2.0d hier

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