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Praxistest: BMW 530d
Der kleine 7er
BMW 5er 530d

Der 5er will in der oberen Mittelklasse den Ton angeben. Für die Langstrecke empfiehlt sich der kraftvolle 530d. Zahllose Assistenten erleichtern den Alltag – oder sorgen für Informations-Overkill.

[+] Hoher Fahrkomfort, kraftvoller Diesel mit moderatem Verbrauch, gute Verarbeitung, stimmige Automatik, sehr gute Straßenlage, viele Assistenzsysteme lieferbar
[-] Lange Aufpreisliste, Serienausstattung dürfte besser sein, Tempoanzeige arbeitet nicht fehlerfrei

Etwas mehr Platz und mehr Prestige: Viel mehr trennt den 5er BMW eigentlich nicht mehr vom Flaggschiff 7er. Auf dem wichtigen chinesischen Markt schenken sich die Bayern sogar eine Langversion des 7er und schicken stattdessen den kleinen Bruder auf die Streckbank. Der Zwölfzylinder-Benziner bleibt allerdings dem großen Bruder vorbehalten.

BMW 5er 530d - Foto: Viehmann

Für Kilometerfresser empfiehlt sich im 5er ohnehin ein Diesel. Die Palette reicht vom Vierzylinder 520d (184 PS) über den 525d (204 PS) und 530d (245 PS) bis zum Top-Modell 535d (300 PS). Der 4,9 Meter lange und 1,7 Tonnen schwere 5er steht erst mit sechs Zylindern gut im Futter. Der beste Kompromiss zwischen Leistung und Verbrauch ist der 530d mit 245 PS (180 kW). Während der 535d über eine doppelte Aufladung verfügt, kommt der 530d mit einem Turbolader zurecht und entwickelt ein maximales Drehmoment von 540 Newtonmetern.

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Schon weit unter 2000 Touren spürt man die souveräne Leistungsentfaltung des Sechszylinders. In 6,3 Sekunden spurtet der Münchner von 0 auf 100 km/h, beim Überholen bleibt der Motor jederzeit elastisch und spricht auch mit Automatik spontan auf Gasbefehle an. Im Vergleich zum Benziner klingt der Selbstzünder-Reihensechszylinder nicht so seidig, sorgt jedoch für einen kräftigen Unterton in einer ansonsten zurückhaltenden Geräuschkulisse. Als klassisches Schnellfahrer-Auto hält der 5er auch jenseits von 200 km/h noch ein paar Rücklagen bereit.

Serienmäßig gibt es ein Sechsgang-Schaltgetriebe, empfehlenswerter ist allerdings das Achtgang-Automatikgetriebe (2200 Euro Aufpreis). Bei der Beschleunigung nehmen sich beide Varianten nichts, beim Verbrauch ist der 5er mit Achtgang-Automat sogar etwas sparsamer. 6,3 Liter pro 100 Kilometer lautet die Werksangabe für den Handschalter und 6,1 Liter für die Automatikversion. In der Praxis kann der BMW dieses Versprechen allerdings nicht ganz einlösen. Realistisch ist ein Verbrauch mit einer Sieben vor dem Komma. Im Stadtverkehr sind es um die neun Liter.

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Rollendes Technic-Center
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Eine Sprit sparende Start-Stopp-Automatik gibt es nur für den Vierzylinder mit Schaltgetriebe. Bei schneller Autobahnfahrt muss man im 530d mit rund 8,5 Litern rechnen, bei betont sparsamer Fahrweise sind aber auch knapp sechs Liter drin.

Gegen Aufpreis hat der 5er eine dynamische Dämpferkontrolle mit vier verschiedenen Programmen von Komfort bis Sport Plus. Am deutlichsten spürt man den Unterschied zwischen dem Normal- und dem Sportmodus, vor allem in schnellen Kurven. Die Federung wird spürbar straffer und die ohnehin schon kaum ausgeprägte Wankneigung wird noch einmal reduziert.

Wer viel Geld in Extras investiert, kann den 5er zum rollenden Technik-Center aufrüsten. Das große Navigationssystem (3050 Euro) ist schon allein wegen des Wiederverkaufswertes ein Muss in dieser Fahrzeugklasse, das ausgereifte BMW-System bietet dafür aber auch zahlreiche Funktionen und eine vorbildliche Integration von Bluetooth-Handy oder USB-Geräten ins Fahrzeug.

Einzeln oder im 2950 Euro teuren Paket mit Xenon-Scheinwerfern samt Kurvenlicht gibt es das Head-Up-Display inklusive Verkehrzeichenerkennung. Das Display, dessen Informationen auf die Windschutzscheibe projiziert werden, möchte man nicht mehr missen: Den Blick auf den Tacho oder aufs Navi kann man sich sparen, alle wichtigen Hinweise werden im Head-Up-Display kompakt angezeigt. Man kann die Augen praktisch die ganze Zeit auf die Straße heften. Die Anzeigen sind auch bei starker Sonneeinstrahlung gut ablesbar.

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Kleine Fehlerquote
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Die Geschwindigkeitserkennung, bei der eine Kamera Temposchilder liest und im Display anzeigt, hinterlässt allerdings einen zwiespältigen Eindruck. Bei Verkehrsbrücken mit variabler Geschwindigkeitsanzeige zeigte das System zweimal die Limits nicht an, auch bei normalen Schildern gab es eine kleine, aber dennoch störende Fehlerquote. Dass die Technik im Einzelfall mal versagen kann, muss natürlich jeder Fahrer einkalkulieren. Fragt sich nur, warum man dann soviel Geld dafür ausgeben sollte.

Die Fülle an Informationen, die der BMW im Navigationsdisplay und in der Multifunktionsanzeige am Instrumentenbrett bereithält, kann manchmal auch verwirrend sein. Eine Information wie die Uhrzeit oder Temperatur zum Beispiel geht im Dickicht der Anzeigen fast unter, so dass man sie mit einem raschen Blick kaum erfassen kann.

Der 530d ist ab 49.300 Euro zu haben. Zum Vergleich: Der Audi A6 3.0 TDI quattro (240 PS) kostet 47.100 Euro, der Mercedes E350 CDI (231 PS, Automatik serienmäßig) bringt es auf mindestens 51.527 Euro und der Jaguar XF 3.0 V6 D (240 PS) auf 51.800 Euro. Die Serienausstattung des BMW enthält unter anderem eine automatische Parkbremse, Klimaautomatik, Lederlenkrad, Tempomat, Nebelscheinwerfer, Regensensor und CD-Radio.

 Technische Daten
BMW 5er 530d 
 Motor Reihe 
 Zylinder
 Hubraum (cm³) 2993 
 Leistung (kW/PS) 180/245 
 Zuladung(kg) 610 
 Gesamtgewicht (kg) 2325 
 0-100 km/h (s) 6,3 
 Vmax (km/h) 250 
 Verbrauch (L/100 km) 6,3 
 Kraftstoff Diesel 
 Grundpreis (€) 49.300 
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Herstellerangaben 
 
BMW 5er 530d- Foto: Viehmann
BMW 5er 530d- Foto: Viehmann
BMW 5er 530d- Foto: Viehmann
BMW 5er 530d- Foto: Viehmann

 Alternativen
Mercedes-Benz E 350 CDI BlueEFFICIENCY
Mercedes-Benz E
Audi A6 2.7 TDIAudi A6
Jaguar XF 3.0dJaguar XF
Citroen C6 2.7 V6 HDiCitroen C6

Text: | Fotos: Viehmann


 

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