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Bei einem Einstiegspreis von rund 190.000 Euro dürfte sich die Zahl der Bentley-Einsteiger jedoch in dem gewohnt exklusiven Rahmen halten. Seine Weltpremiere feiert der offene Continental GTC derzeit auf der New York Autoshow.
Seine Formen sind fast so elegant sie die der geschlossenen Version. Für einen bleibenden Eindruck sorgen auch beim GTC das Vier-Augen-Gesicht und der muskulöse Hintern mit den knallroten Leuchten.
Anders als mittlerweile zahlreiche Volumencabrios setzt die Traditionsmarke aus dem britischen Crewe bei seinen Cabriolets nach wie vor ausschließlich auf die Bauweise mit vollelektrischem Stoffdach. Chefdesigner Dirk van Braeckel: "Natürlich kommt der neue Bentley GTC nur mit Stoffdach. Eine Klappdachversion wäre für uns nie in Frage gekommen." Bentley wünscht - Karmann liefert. Auf Knopfdruck öffnet es sich binnen 25 Sekunden, auch noch bei Tempo 30.
In den vergangenen Jahren hat sich die ehemals stark angestaubte Marke Bentley kräftig verjüngt. Mit dem neuen GTC präsentiert Bentley innerhalb von fünf Jahren nun das fünfte neue Modell. Dirk van Braeckel: "Früher wären hierfür Jahrzehnte vergangen." Gezielt ist der GTC ebenso wie das Continental Coupé vor allem auf Neukunden - 70 bis 80 Prozent der Käufer eines Wagens aus dieser Baureihe hatten vorher noch nie einen Bentley. Die Rechnung scheint aufzugehen: 2005 verkaufte Bentley 8627 Autos - 31,2 Prozent als im Jahr zuvor.
Sprinter-Qualitäten
 Im Gegensatz zu dem gnadenlos eleganten Bentley Azure setzen die Briten beim neuen Continental GTC auf einen Cruiser mit Sprinter-Qualitäten. Für den Antrieb des 4,81 Meter langen 2+2-Sitzers sorgen die bekannten Komponenten aus dem VW-Regal. Der sechs Liter große Zwölfzylinder, der modifiziert auch im Pheaton arbeitet, leistet hier 560 PS und ein Drehmoment von 650 Nm ab 1600 U/min. Die Leistung des Biturbo wird über alle vier Rädern und eine Sechsgang-Automatik auf die Straße übertragen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 312 km/h, die Zeit für den Sput von 0 auf 100 km/h gibt Bentley mit 5,1 Sekunden an.
Im Innenraum zeigt der viersitzige Nobelsportler die obligaten Bentley-Spezialitäten: Mit edelsten Hölzern und hochwertigsten Lederhäuten werden die Insassen des 190.000 Euro teuren Bentley Continental GTC verwöhnt. Ab Herbst. Dann gibt es den GTC zu kaufen.
Wer er noch exklusiver mag und auf die Motorsport-Fahrleistungen des GTC verzichten kann, wählt als Alternative das mindestens 300.000 Euro teure Arnage Drophead Coupé. Der 457 PS starke Bi-Turbo-Achtzylinder wird nur auf speziellen Wunsch gefertigt und passt noch besser zur Casino-Vorfahrt in Monte Carlo. Auf dem Weg über die Corniche allerdings wünscht man sich eher den neuen GTC – offen.
Interview
mit Dirk van Braeckel,
Chefdesigner Bentley Motors |
 Dirk van Braeckel hat keinen einfachen Job. Wie bei kaum einem anderen Hersteller treffen bei der britischen Edelmarke Bentley Gestern und Heute zusammen. Zuletzt ist ihm mit dem Bentley Continental GT ein grandioser Spagat gelungen. Nun folgt das Cabrio Continental GTC.
Der Bentley Continental GT gilt als eines der schönsten Coupés auf dem Markt. Wie schwierig war es, daraus ein Cabrio zu kreieren?
Dirk van Braeckel: Es war sicher nicht einfach. Unsere Kunden verlangen von allem etwas mehr und lieben das typisch britische Styling. Wir wollten auch der offenen Version die Eleganz des Coupés mitgeben - und das ist uns gelungen. Wichtig war, dass das Heck flach und kompakt bleibt. So stand auch nie zur Diskussion, ob wir beim GTC ein Klappdach einbauen – mit Stoffdach ist der Continental deutlich eleganter.
Sie haben erst vor kurzem den Azure als offene Version des Arnage präsentiert. Wieso bietet eine derart kleine Marke in so kurzer Zeit ein weiteres Cabrio an?
Dirk van Braeckel: Für Bentley waren offene Autos schon immer besonders wichtig. So wie sich die beiden Cabrios unterscheiden, so unterscheiden sich auch die Kundenkreise grundlegend. Der neue Bentley Azure ist ein wahrer Grand Tourer, der kraftvolle Continental GTC ein echter Sportwagen mit dem entsprechenden Fahrgefühl und exzellenten Fahrleistungen, die keinen Vergleich scheuen müssen.
Wurden Bentley Continental GT und Cabrio zeitgleich entwickelt?
Dirk van Braeckel: Ehrlich gesagt, nein. Zunächst war nicht geplant, von dem Continental auch eine offene Version zu produzieren. Doch wir haben die Nachfrage schnell erkannt und es war kein großes Problem, aus diesem Coupé ein Cabrio abzuleiten. Die Basis war mit Allradantrieb und entsprechender Motor-Getriebekombination exzellent. Auch der GTC wird sportlich keine Wünsche offen lassen.
Wer wird sich besser verkaufen, Azure oder Continental?
Dirk van Braeckel: In jedem Fall der Continental. Der Bentley Azure ist unser absolutes Topmodell mit einem entsprechenden Preisniveau. Ehe ein Fahrzeug fertig ist, vergehen 500 Stunden. Für die Produktion eines Continental GTC vergehen gerade mal 200 Stunden.
Wie unterscheiden sich die Kunden?
Dirk van Braeckel: Mit dem offenen Continental können wir ganz neue Kundengruppen erschließen, die deutlich jünger und sportlicher als beim Azure sind. Der durchschnittliche Azure-Fahrer hat fünf bis sechs Autos in der Garage - beim Continental sind es zwei bis drei Autos.
Wohin wird der Weg für Bentley gehen? Was sind kommende Projekte?
Dirk van Braeckel: Zu kommenden Projekten kann ich hier nichts sagen. Doch wir werden mittelfristig weder einen SUV noch einen Roadster auf den Markt bringen. Fraglos könnte man solche Modelle verkaufen. Doch Bentleys Design- und Modelltradition sind Grand Tourer, Limousinen und Coupés. Interview: Stefan Grundhoff |
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