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Autoklassiker  Autoklassiker: Chevrolet Camaro

Lass qualmen, Baby!



Im nächsten Jahr geht der neue Camaro an den Start und soll die Legende wieder neu beleben. Wir nehmen Sie mit auf eine Bilderreise zu den schönsten Camaros aller Zeiten - und geben Ihnen die Infos zur Neuauflage.

 
 Camaro
  
 Camaro  - Foto: Hersteller  Camaro - Foto: Hersteller  Camaro - Foto: Hersteller  Camaro - Foto: Hersteller  Camaro - Foto: Hersteller  Camaro - Foto: Hersteller

Sechs Jahre lang mussten die Fans verbrannten Gummis darben. Nun ist die Wartezeit endlich vorbei und der neue Chevrolet Camaro serienreif. In etwa einem halben Jahr kommt der Nachfolger des 2002 eingestellten Ami-Flitzers auf den Markt. Chevrolet verspricht einen "Sportwagen des 21. Jahrhunderts mit einem klaren Bekenntnis zu seinem Erbe".

Beim Design ist das nicht zuviel versprochen – der neue Camaro nimmt viele Anleihen am Original von 1967. Unter der Haube stehen ein 3,6-Liter V6-Motor (zwei obenliegende Nockenwellen, Direkteinspritzung, 300 PS) und natürlich ein standesgemäßer V8 mit 6,2 Litern Hubraum, zentraler Nockenwelle und 396 bis 422 PS zur Auswahl.

Die Kraftübertragung übernehmen ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder eine Sechsstufen-Automatik. Der Camaro hat Hinterradantrieb und innenbelüftete Scheibenbremsen an allen vier Rädern. Das elektronische Stabilitätsprogramm bietet verschiedene Renn- und Sport-Modi inklusive Launch Control in der Sportversion mit manuellem Sechsganggetriebe, damit der gepflegte Kavaliersstart nicht einfach so verraucht.

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Bye-bye, Starrachse
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Der Camaro rollt auf 18-, 19- oder 20-Zöllern, hat eine variable Servolenkung und eine Mehrlenker-Hinterachse (der Konkurrent Mustang setzt immer noch auf die Starrachse). Im Innenraum gibt es optional eine Ambiente-Beleuchtung sowie als Blickfang eine Batterie von Zusatzinstrumenten in der Mittelkonsole mit Anzeigen für Öltemperatur, Öldruck, Ladezustand der Batterie und Temperatur des Getriebeöls. Auch das ist eine Hommage ans Original: Eine ähnliche Instrumentenanordnung gab es bereits beim Modell von 1969.

Der Ur-Camaro von 1967 wird oft als Chevrolets Antwort auf den Ford Mustang interpretiert. Fords legendäres Pony Car galoppierte seit Mitte der 60er Jahre der Konkurrenz davon und rief natürlich Nachahmer auf den Plan. Doch schon bevor es den Mustang gab, dachte Chevrolet über ein sportliches Kompaktauto nach. Denn die berüchtigte Corvair mit Luftkühlung und Heckmotor war dazu kaum geeignet.

Der riesige Erfolg des Mustang zwang GM zum Handeln. Auf Basis des braven Kompaktwagens Chevy II entstand schließlich der Camaro. Er hatte alles, was ein Pony Car braucht: Das "Long hood, short deck"-Design (lange Motorhaube, kurzes Heck), sportliche Einzelsitze, kräftige Motoren und auf Wunsch martialisches Zubehör wie Rallyestreifen-Kriegsbemalung.

Mit 81 Hersteller- und 41 Händleroptionen konnte sich jeder Käufer seinen Camaro individuell zusammenstellen – dieses Erfolgsrezept hatte sich Chevrolet beim Mustang abgeschaut. Weniger gelungen war die Straßenlage. Bei starker Beschleunigung kam die simple Hinterachskonstruktion mit Einblattfedern nicht mehr ganz mit.

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Europäisches Design
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Leistung gab es natürlich satt, angefangen vom 3,8 Liter großen Sechszylinder bis zur V8-Maschine mit 5,7 Litern Hubraum. Einige Chevrolet-Händler waren so ungeduldig, dass sie die Wagen eigenhändig mit noch stärkeren Big Block-V8-Motoren (396 ci/6,5 Liter Hubraum) bestückten, um den Leistungshunger ihrer Kundschaft zu stillen. Als Zubehör für Chevrolets neues Pony Car dienten Leckerlis wie belüftete Scheibenbremsen, Sperrdifferenzial, Zusatzinstrumente oder für 105 Dollar das Rallye-Paket, bei dem die Scheinwerfer hinter Blenden versteckt waren.

Bald folgte eine straßentaugliche Rennversion namens Z-28, die mit zahlreichen Tuning-Maßnahmen auch sportlich ambitionierte Fahrer zufrieden stellte. Das Magazin Car and Driver stoppte einen Camaro Z-28 mit 6,7 Sekunden beim Spurt von 0 auf 60 Meilen (96 km/h). Damit war der Camaro "verdammt nah an der Corvette", ganz wie es die Chevrolet-Werbung versprach.

In Europa erregte erst die zweite Camaro-Generation ab 1970 Aufsehen. Die lang gestreckte, aerodynamisch anmutende Karosserie mit den markanten Kotflügeln und dem ungewöhnlichen Heckspoiler traf den europäischen Geschmack auch besser als es sein Vorgänger hätte tun können. Die Karosserie wurde in den folgenden Jahren immer wieder leicht geändert. Erst 1982 brachte die dritte Generation einen völlig neuen, ziemlich kastenförmigen Look mit eckigen Doppelscheinwerfern.

Mit der vierten Generation (1993 bis 2002) verpasste Chevrolet dem Camaro eine wenig inspirierte und rund gelutschte Karosserie. Als die Produktion schließlich eingestellt wurde, war keiner so richtig böse darum.

Dennoch klaffte eine prestigeträchtige Lücke im GM-Programm, die die neue Generation im Retro-Look nun füllen soll. Markstart ist Anfang 2009, zunächst nur in den USA. "Wir werden sehr bald den neuen Camaro nach Deutschland bringen", sagt allerdings der deutsche Chevrolet-Chef Jürgen Keller und verspricht: "Er wird einen leistungsstarken Motor bekommen und ein Auto sein, das viel Freude beim Fahren bereitet."

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Text:  Eine eMail an Sebastian Viehmann schicken Auf Artikel linken
Fotos: Hersteller

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