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Autoklassiker  Autoklassiker: VW Scirocco I

Grüner Wüstenwind



Mit dem neuen Scirocco frischt Volkswagen in diesem Jahr einen alten Mythos fort. Aber wie fühlt sich das Original heute an? Eine kleine Zeitreise zu Schotten-Karos, Spucknapf-Lenkrädern und "Titten-Tachos".

 
 VW Scirocco I
  
 VW Scirocco I  - Foto: Viehmann  VW Scirocco I - Foto: Viehmann  VW Scirocco I - Foto: Viehmann  VW Scirocco I - Foto: Viehmann  VW Scirocco I - Foto: Viehmann  VW Scirocco I - Foto: Viehmann

Schlaghose, Karo-Hemd, große, getönte Sonnenbrille: Dieses Outfit muss schon sein, wenn man Jahrgang 1975 ist und in eine Welt eintauchen will, die man nur als Kleinkind auf dem Rücksitz erlebt hat. Doch der Scirocco I macht einem den Zeitsprung leicht.

Man gleitet in die bequemen Pilotensitze mit integrierten Kopfstützen, klemmt sich hinter das schicke Dreispeichen-Lenkrad und erweckt den 1,5 Liter-Vierzylinder zum Leben. Der will erst warm gefahren werden. Schließlich kommt der Scirocco direkt aus dem Wolfsburger Volkswagen-Museum, hat gerade mal 35.600 Kilometer auf der Uhr und sieht die Straße nur selten.

Man merkt förmlich, wie der 30 Jahre alte Youngtimer die Abwechslung genießt. Der Scirocco geht straff gefedert in die Kurve, mit einem leichten Klacken rasten die vier Gänge ein, die Lenkung ist direkt. Der Blick auf eine übersichtliche, rechteckige Motorhaube ist eine Wohltat im rund gelutschten Auto-Einerlei der heutigen Zeit. Sicher, 70 PS ziehen nicht die Butter vom Brot. Doch von 0 auf 100 km/h in 13 Sekunden - das kann sich immer noch sehen lassen. Schließlich muss der Motor nur 830 Kilogramm plus Fahrer bewegen.

Unser Senior in viperngrün-metallic ist am 22. April 1978 bei Karmann in Osnabrück vom Band gelaufen. Vier Tage später wurde er nach München ausgeliefert. Mehrausstattung: Radio "Braunschweig" mit UKW und MW sowie Dreipunkt-Automatikgurte für die Vordersitze. Polsterung: Grün in Schottenmuster. Ein paar Details kennzeichnen die zarten Facelifts seit 1974: Die Kunststoffstoßstangen etwa, die schwarzen B-Säulen - und natürlich der Einarm-Scheibenwischer. Scirocco-Piloten bastelten gerne daran herum, damit er in Mittelstellung stehen blieb – wie im Rennsport.

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Spucknapf inklusive
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Die schnittige Form verführte viele Piloten schnell zum Tuning. "Schon im D&W-Katalog von 1976 gab es Tuning-Artikel für den Wagen", sagt Scirocco-Experte Gregor Leonhardt. Doch auch ab Werk gab es sportliche Attribute. Das berühmte "Spucknapf"-Lenkrad zum Beispiel oder die spitzen Klarsichtabdeckungen für die Armaturen. Die hatten in der Szene schnell den Spitznamen "Titten-Tacho" weg. "Viele Fans halten diese Bezeichnung allerdings nicht für angebracht", räumt Gregor Leonhardt ein.

Denn der elegante Dreitürer - benannt nach einem Wüstenwind von der Sahara zum Mittelmeer - war schließlich ein echter Volkswagen, mit dem man zur Not auch sonntags vor der Kirche parken konnte. Den Scirocco GTI mit 110 PS als gnadenlos von Disco zu Disco geprügeltes Tuning-Objekt gab es ebenso wie den von liebevoller Rentnerhand gepflegten Scirocco L mit 50 PS.

Eines hatten alle gemeinsam: Die schicke Coupé-Keilform musste man sich etwas kosten lassen. Mit einem Preis von 10.040 Mark (März 1974) war selbst der Basis-Scirocco 2000 Mark teurer als ein vergleichbarer Golf.

Der Scirocco, Werksbezeichnung VW Typ 53, wurde im März 1974 vorgestellt – einige Wochen früher als der Golf. Design-Legende Giugiaro hatte das Blechkleid beider Autos entworfen. Gebaut wurde der Scirocco bei Karmann und war ursprünglich auch als Nachfolger des beliebten Karmann-Ghia gedacht. Das Urmodell lief bis 1980 vom Band – genau 496.556 Mal. Es folgten der Scirocco II (1981 bis 1992) und der Corrado (1988 bis 1995). "Viele Scirocco-Fans hätten sich gefreut, wenn Karmann auch den Auftrag für den neuen Scirocco bekommen hätte", sagt Leonhardt.

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Ersatzteile dringend gesucht
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Die Exklusivität der alten Sciroccos bereitet Youngtimer-Fans allerdings Probleme: "Ersatzteile wie Scheiben oder Kotflügel waren schon damals wesentlich teurer als beim Golf und sind auch heute schwer zu beschaffen. Besonders rar sind zum Beispiel die Sitze und die Schottenkaro-Bezüge", weiß Leonhardt. Manche Teile wechseln nur noch durch Tauschgeschäfte mit Handschlag bei Vollmond den Besitzer.

Leonhardt selbst nennt vier Sciroccos sein eigen: Zwei 76er Modelle im Originalzustand, einen 79er GTI - "weiß, breit und tief" – und einen Scirocco II GTX von 1985 in der seltenen US-Ausführung mit Meilentacho, Klimaanlage und elektrischen Fensterhebern. Auf Leonhardts privater Internetseite www.sciroccokartei.de können Scirocco-Piloten aus aller Welt ihre Schmuckstücke eintragen. So soll irgendwann eine Bestandsaufnahme aller verblieben Modelle entstehen.

Und was halten Fans vom neuen Scirocco? "Er ist die Fortführung der Scirocco-Geschichte, und es ist schön, dass VW an das Original anknüpft", meint Gregor Leonhardt. Und der Scirocco 3 hat auch das Interesse am Urmodell gesteigert – die Preise klettern unaufhaltsam. "Es ist so vieles, was am Original fasziniert. Allein schon diese Coupé-Form – das Heck wie mit dem Messer abgeschnitten. Und die Pilotensitze", schwärmt Leonhardt: "Wenn ich in meinem alten Scirocco den Zündschlüssel umdrehe, vergesse ich alle Sorgen. Dieses Auto ist wie ein Sauna-Aufguss."

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Text:  Eine eMail an Sebastian Viehmann schicken Auf Artikel linken
Fotos: Viehmann

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