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Autoklassiker  Autoklassiker: DMC DeLorean

Kein Zurück in die Zukunft



Den Zeitsprung zurück in die Zukunft konnte im Jahre 1985 nur ein Auto möglich machen: Marty McFly und Doc Brown alias Michael J. Fox und Christopher Lloyd haben Filmgeschichte geschrieben – im DMC DeLorean.

 
 DMC DeLorean
  
 DMC DeLorean  - Foto: Archiv  DMC DeLorean - Foto: Archiv  DMC DeLorean - Foto: Hersteller  DMC DeLorean - Foto: Archiv  DMC DeLorean - Foto: Archiv  DMC DeLorean - Foto: Archiv

Wäre die Teeny-Trilogie "Zurück in die Zukunft" nicht so ein Erfolg geworden - kaum jemand würde sich noch an den DMC De Lorean erinnern. Ein Auto, das keiner so richtig brauchte, kaum einer wollte und mehr fixe Idee als ernsthafter Sportwagen war. Michael J. Fox machte den müden Krieger über Nacht zur Legende.

Abgesehen von seinem charismatischen Äußeren aus rostfreiem Edelstahl ohne Lackierung, der Keilform und dem unverkennbaren 80er Jahre-Design hatte der Wagen nur wenig zu bieten. Anders als im Film sorgte auch keine Mischung aus Atom- und Elektroantrieb für den sportlichen Vortrieb, sondern nur ein müder Renault-Sechszylinder.

Dabei hätte der Flux-Kompensator aus dem Film sicher für etwas mehr Pfeffer als der träge V6 mit gerade einmal 96kW/132 PS gesorgt. Die Motorisierung des Serien-DeLorean erwies sich ohne Flux denn auch als wenig glücklich. DeLorean wollte GM nicht, Ford wollte DeLorean nicht - und so gab es eben französische Motoren. Nachdem den 1,3 Tonnen schweren Hecktriebler zuerst ein Citroen-CX-25-Triebwerk befeuerte, gab es schließlich einen 2,8 Liter großen V6 aus der Kooperation von Peugeot, Renault und Volvo.

Die Geschichte des DMC De Lorean begann im Jahre 1975, als der ehemalige GM-Vizepräsident John Zachary De Lorean, seinen Traum von einer eigenen Sportwagenfirma wahr werden ließ und De Lorean gründete. Mit seiner extrem flachen und durch die Edelstahloberfläche ungemein futuristisch wirkenden Karosserie erinnerte der De Loream DMC-12 eher an ein Raumschiff denn an einen Sportwagen.

Als J.Z. De Lorean die Werbetrommel rührte und den in Nordirland gefertigten Prototypen mit seinem Giugiaro-Design der Öffentlichkeit präsentierte, war die Aufmerksamkeit größer als erwartet. Innerhalb kürzester Zeit lagen mehr als 20.000 Bestellungen vor. "Zurück in die Zukunft" existierte damals noch allenfalls in den Köpfen der Regisseure Robert Zemecki und Steven Spielberg.

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Doppelter Preis
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Doch mit den 20.000 bestellten Fahrzeugen und einem wirtschaftlichen Erfolg für die beteiligten Investoren Johnny Carson und Sammy Davis Jr. wurde es nach dem anfänglichen Hype dann doch nichts. Elektrik und Flügeltüren machten Probleme. Der Wagen war nur selten dicht und der gerade einmal 132 PS starke Sechszylinder eine lahme Ente.

So wurde die Produktion nach nicht einmal zwei Jahren und gerade mal 8.600 produzierten Fahrzeugen wieder eingestellt. Dabei hatte alles nicht nur wegen der Vorbestellungen so verheißungsvoll angefangen. Zwar konnte man den ehemals avisierten Kaufpreis von rund 12.000 US-Dollar nicht halten und musste den Wagen mit mehr als 25.000 US-Dollar auf dem Hauptmarkt USA anbieten - doch das tat der Nachfrage keinen Abbruch.

Aber die Rezession auf dem amerikanischen Automarkt Anfang der 80er Jahre traf die Produzenten von Sportwagen und Luxuslimousinen dann besonders hart. Die Firma DeLorean stand bereits Anfang 1982 vor dem Aus. Auch weitere Zahlungsaufschübe und eine Finanzspritze der britischen Regierung konnte den Niedergang der Micromarke nicht mehr aufhalten. So blieb auch die viertürige Variante namens DeLorean Medusa, der zweite Traum von John Zachary DeLorean, nur ein solcher.

Doch die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Nach neuesten Angaben sind heute noch rund 4.000 der ehemals 8.600 produzierten Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs. In den vergangenen Jahren ist die Zahl sogar leicht gewachsen: In Kalifornien und Texas bieten zwei Firmen überarbeitete DeLoreans an, die mit Neuteilen und ausgemerzten Kinderkrankheiten wieder auf Kundenfang gehen.

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Goldene Modelle
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Nicht zum Verkauf stehen die drei goldenen Modelle. Das Kreditkartenunternehmen American Express gab zunächst zwei und dann ein weiteres Einzelstück in Auftrag, deren Karosserieteile mit 24-karätigem Gold beschichtet wurden. Sie waren für besonders exklusive Kunden des Unternehmens gedacht. Heute sind zwei der Fahrzeuge im Casino-Museum von Reno und im Peterson-Museum in Los Angeles zu bewundern. Der Verbleib des vierten goldenen Modells ist bis heute nicht verbindlich geklärt. Ein Sammler hat es sich angeblich selbst vergolden lassen.

In den USA werden immer wieder "normale" Fahrzeuge angeboten. Die letzten wurden jedoch zumeist von Restaurantionsfirmen gekauft, die den Flügeltürer aufmöbeln wollten. In Europa werden immer wieder einzelne Fahrzeuge angeboten. Je nach Zustand von Edelstahloberfläche, Elektrik und Motor kosten die Modelle zwischen 25.000 und 50.000 Euro.

Wer es günstiger haben will, kauft sich für seine Spielkonsole das Spiel Autobahnraser II. Wer hier alle Level in anderen Autos erfolgreich hinter sich gebracht hat, kann sich ebenso auf einem virtuellen DMC freuen, wie bei Gran Tourismo 4 für Playstation II oder Redline für Mac OS II.´

So ist der DeLorean also doch noch in der Zukunft gelandet.

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Fotos: Archiv

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