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Audi TT Roadster 3.2 quattro  Fahrbericht: Audi TT 3.2 Quattro

SchneefloTTchen



Knuddelig ist sie nicht mehr, die Design-Ikone aus Ingoldstadt. Der neue TT ist größer, kraftvoller und bequemer als sein Vorgänger. Im Roadster sollen Edel-Puristen nun den Elementen wieder näher kommen.

 
Audi TT Roadster 3.2 quattro
  
Audi TT Roadster 3.2 quattro - Foto: Viehmann Audi TT Roadster 3.2 quattro- Foto: Viehmann Audi TT Roadster 3.2 quattro- Foto: Viehmann Audi TT Roadster 3.2 quattro- Foto: Viehmann Audi TT Roadster 3.2 quattro- Foto: Viehmann Audi TT Roadster 3.2 quattro- Foto: Viehmann
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Audi TT Roadster
[+] Verwindungssteife Karosserie, Top-Verarbeitung, kraftvolle Motoren, knackige Handschaltung und gut abgestimmtes DSG-Getriebe, satte Straßenlage, für einen Roadster viel Platz und Laderaum
[-] Vergleichsweise hoher Preis, karge Serienausstattung, elektrisches Verdeck nicht serienmäßig

Es gibt Autos, in die könnte man sich auf Anhieb verlieben. Wie hingegossen schmiegte sich unser TT Roadster auf den Asphalt, die Karosse ganz in unschuldiges Schneeweiß getaucht. Ein echter Auto-Traum mit kraftvoller Front- und Heckpartie, zum Losschnellen bereit.

Wenn der Traum nur nicht so teuer wäre: Satte 33.800 Euro will Audi für den TT Roadster mit 2.0 TFSI-Motor haben. Der 3.2 Quattro kostet noch einmal 10.000 Euro mehr. Dabei kann man Roadster-Spaß schon für die Hälfte haben: Der Daihatsu Copen zum Beispiel bietet ab 17.200 Euro einen erstaunlich kräftigen Motor und eine fantastische Straßenlage, der Mazda MX-5 sorgt ab 21.200 Euro für Fahrspaß vom Feinsten.

Sicher, der TT spielt in einer anderen Liga. Vor allem aber hat er einen ganz simplen Vorteil: Man fährt Roadster – und muss dafür keine großen Kompromisse eingehen. Im TT können auch lange Bohnenstangen um die Kurven flitzen, ohne hinterher ein halbes Dutzend Fliegen von der Brille zu kratzen. Der Kofferraum hat seinen Namen auch verdient: 250 Liter stehen zur Verfügung, egal ob man offen oder geschlossen fährt. Wir konnten problemlos zwei Koffer-Trolleys, einen Kleidersack, eine Laptop-Tasche und Foto-Ausrüstung verstauen. Für den Wochenend-Trip zu zweit sollte das locker reichen.

Sogar an eine Durchreiche zum Innenraum hat Audi gedacht. So kann der TT-Pilot zwei Paar Skier oder einige Ersatz-Golfschläger transportieren. Die Ingoldstädter nutzen jeden Winkel aus: Oben in der Durchreiche haben sie noch ein Plätzchen für die Verbandtasche gefunden.

Auch die Verarbeitung des TT ist über jeden Zweifel erhaben. Alles sitzt, alles passt, auch in schnellen Kurven ächzt und knarzt es nirgendwo. Die Materialien im Innenraum sind hochwertig und fassen sich angenehm an. Aber im Vergleich zum verschwenderischen Ur-TT hat Audi doch etwas gespart. Wo sind all die kunstvollen Aluminium-Schalter und Griffe hin? Das neue TT-Cockpit ist ansprechend und solide wie eine deutsche Eiche, aber die gewisse Portion Edel-Ambiente fehlt.

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Der Stoff, aus dem die Träume sind
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Ein zweischneidiges Schwert ist das unten abgeflachte Lenkrad. Es liegt mit seinem Lederkranz fantastisch in der Hand und erleichtert das Einsteigen. Wenn man aber in scharfen Kurven schnell umgreifen muss und plötzlich ein gerades Stück Volant in der Hand hat, ist das schon gewöhnungsbedürftig. Lange suchen muss man, wenn man Kleinkram wie Handy, Münzgeld oder Karten im TT verstauen will. Außer dem Handschuhfach und zwei kleinen Türablagen finden sich da kaum Möglichkeiten. Netze und Fächer unter den Sitzen gibt es noch – leider nur gegen Aufpreis im optionalen Ablagen-Paket.

Bei der Entwicklung des neuen Roadsters hat Audi viel Wert auf das Verdeck, das Windschott und die Geräuschdämmung gelegt. Mit Erfolg: Das Stoff-Verdeck, das sich (auch beim Fahren bis etwa 50 km/h) auf Knopfdruck in 12 Sekunden öffnet und schließt, lässt die geschlossene Fahrt zu einer sehr ruhigen Angelegenheit werden. Die Übersicht nach hinten ist besser als bei manchem modernen Kleinwagen. Wer braucht da noch ein Cabrio-Coupé mit elektrischem Stahldach? Nimmt man dem TT die Mütze ab, halten sich die Luftverwirbelungen mit hochgefahrenem Windschott in Grenzen, sind aber nicht ganz gebannt.

Womit wir beim Fahrverhalten wären. Um es gleich vorwegzunehmen: Bei der kompromisslosen Kurvenhatz macht der leichte MX-5 ein Quentchen mehr Spaß. Auch der Audi kann sportlich gefahren werden, liegt satt auf der Straße, neigt sich in Kurven praktisch nicht zur Seite und lässt sich auf Knopfdruck in einen noch härteren Fahrwerks-Modus schalten.

Allerdings war auch bei allen Testwagen der "Magnetic Ride" an Bord: Eine spezielle Flüssigkeit im Stoßdämpferkolben, die durch ein Magnetfeld beeinflusst wird. Sie kann die Dämpfung innerhalb weniger Millisekunden der Fahrbahnsituation anpassen. Dieses System kostet Aufpreis, sorgt aber für einen ausgezeichneten Komfort trotz straffer Straßenlage. Vor allem der Quattro gibt eine ausgezeichnete Figur ab, wenn man ihn ungestüm um die Kurven scheucht. Aber, ganz nebenbei: Kauft man dafür einen TT?

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Souveräne Kraftentfaltung
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Der Audi ist eher der vollendete Flanierer, in dem man mit sattem, aber nicht anstössigem Motoren-Sound über Boulevards gleitet oder bei Sonnenschein über Küstensträßchen rollt. Wer ein bisschen angeben will, ohne gleich einen Kavaliersstart hinzulegen, kann ja den kleinen Heckspoiler ausfahren. Das geht per Knopfdruck, ansonsten automatisch ab 120 Km/h.

Wenn der TT Roadster im Frühjahr erscheint, gibt es zunächst zwei Motoren: Den 2,0-Liter TFSI Reihenvierzylinder mit 200 PS und den V6 3.2 Quattro mit 250 Pferdestärken. Beide sind mit Sechsgang-Handschaltung oder Sechsgang-DSG-Getriebe mit S-Tronic zu haben. Der V6 sorgt für souveräne Kraftentfaltung, schnellt in sechs Sekunden auf 100 Km/h. Allerdings geht mit ihm nicht ganz so die Post ab wie zum Beispiel bei den neuen BMW-Sechszylindern. Die Schaltübergänge der Audi-Automatik sind ruckfrei und kaum zu spüren. Mit den Schaltwippen am Lenkrad kommt ein bisschen Renn-Feeling auf, aber wirklich brauchen tut man sie im Roadster nicht. Fahraktiven Naturen sei eher die Handschaltung empfohlen. Sie lässt sich flüssig und direkt bedienen, der Schaltknauf liegt perfekt in der Hand.

Auch der 2.0 TFSI macht handgeschaltet eine Menge Spaß. Der Sound des kleineren Motors ist sogar etwas kerniger als der des Sechszylinders, das geringere Drehmoment (280 Newtonmeter statt 320 wie beim 3.2 Quattro) gleicht der Turbolader aus. Nur manchmal verliert der kräftige Fronttriebler kurz seine Traktion. Ungewöhnlich ist das Antriebskonzept für Roadster dieser Klasse ohnehin – BMW Z4, Porsche Boxster oder Mercedes SLK haben Heckantrieb.

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Open-Air-Ticket
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Die vielleicht beste Kombination beim TT ist der 2.0 TFSI mit DSG-Getriebe. Er beschleunigt zwar "nur" in 6,5 Sekunden auf 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 237 Km/h. Doch mehr Leistung ist nicht nötig, um im TT Roadster souverän über die Runden zu kommen. Zum großen Glück würde dann nur noch der Quattro-Antrieb fehlen.

Das Ticket zum Ingoldstädter Open-Air ist wie schon erwähnt ziemlich happig. Für die 43.800 Euro des jetzigen Top-Modells bekommt man immerhin schon fast einen Porsche Boxster. Dazu kommt eine knallharte Aufpreis-Politik: Nur beim V6 sind das automatische Dach und eine Lederausstattung serienmäßig an Bord - sonst kostet es 1050 Euro Aufpreis. Beim Mercedes SLK oder BMW Z4 Roadster ist man da nicht so geizig und liefert das elektrische Verdeck immer mit. Beim Basis-TT lässt sich Audi sogar die Klimaautomatik bezahlen. Vielleicht soll man das ja als freundlichen Hinweis verstehen, nach dem Motto: Du hast einen Roadster – also fahr ihn auch offen.

Audi TT Roadster 3.2 quattro
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Fotos: Viehmann

Wie entsteht ein Fahrbericht? Das erfahren Sie Audi TT Roadster 3.2 quattro hier

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